Experten meinen. Interview mit Sebastian Tonn, Gründer von anyonecan.de

Sebastian-Tonn-01-kleinKannst Du Dich unseren Lesern kurz vorstellen?

Mein Name ist Sebastian Tonn und ich bin Betreiber der Website www.anyonecan.de . ANYONECAN.DE ist ein Bildungsportal rund um das Thema Finanzen. Mein Ziel ist es, mit einfach und anschaulich dargestellten Inhalten den Normalbürger in die Lage zu versetzen, seine Geldanlage und Vorsorge selbst in die Hand zu nehmen.

Davor habe ich nach BWL-Studium und ein, zwei anderen Jobs viele Jahre bei dem Online-Netzwerk XING gearbeitet. Damals noch ein Startup mit vielen jungen Kollegen. Alles schlaue Leute, (fast) alle ein Problem: „Was mache ich eigentlich mit den ein-/zweihundert Euro pro Monat, die ich zusätzlich zur gesetzlichen Rente noch für später zur Seite legen möchte?“ Da ich mich aus Eigeninteresse heraus schon immer viel mit diesem Thema beschäftigt habe, ist so die Idee für mein Projekt geboren.

Privat: Glücklich verbandelt – ohne Trauschein, ohne Kinder – in Hamburg.

Was tust Du sonst so in Deiner Freizeit?

Nichts Außergewöhnliches: Ich brauche Leute um mich herum. Mit anderen Worten: Viel unternehmen mit Freunden und Familie. Wenn es mal ruhig ist, dann Lesen, Lesen, Lesen. Ein bisschen Sport, ein bisschen Reisen.

Was hältst Du von Robo Advisors?

Wenn man seine Geldanlage nicht selbst managen kann bzw. möchte, finde ich es eine super Alternative. Was für mich immer wichtig ist: Der Nutzer sollte verstehen, in was er da investiert. Und das funktioniert bei den meisten Robo Advisors ganz gut. Und klar, der Robo Advisor möchte für seine Dienstleistung auch bezahlt werden. Solange die Konditionen absolut transparent sind, ist das auch völlig in Ordnung. Unterm Strich: Jedes zusätzliche Angebot, welches dem Normalbürger eine rentable und solide Geldanlage zugänglicher macht, hilft.

Was machst Du hinsichtlich Deiner eigenen Geldanlage?

Für meine Altersvorsorge investiere ich in breit gestreute ETFs (Welt und Schwellenländer). Außerdem habe ich ein Depot mit Einzelaktien. Letzteres ist aber eher nur Hobby, da ich natürlich weiß, dass ich als Einzelperson den Markt langfristig wahrscheinlich nicht schlagen werde.😉

Interview mit Prof. Dr. Andreas Hackethal, Aufsichtsratsvorsitzender von vaamo

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Kannst Du Dich kurz unseren Lesern vorstellen?                                              

Als Finanzprofessor an der Goethe Universität in Frankfurt untersuche ich mit meinem Team seit zehn Jahren das Verhalten von Sparern in Deutschland und insbesondere, wie sie bessere Ergebnisse erzielen können.

Neben der Forschung zu Privatanlegern, Börsen und Banken steht für mich die Lehre an  der Goethe Universität hoch im Kurs. Seit 2011 setze ich mich zudem als Dekan bzw. Studiendekan für die Weiterentwicklung unseres Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften ein. Alle jene Aufgaben machen viel Freude.

Um die Forschungsergebnisse auch außerhalb der Universität zu vertreten, gehöre ich seit 2009 dem Fachbeirat der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFIN) an und seit 2011 auch der Börsensachverständigenkommission, die das Bundesfinanzministerium berät. Schließlich sitze ich im Aufsichtsrat von vaamo und bin Vorstandsvorsitzender des Vereins Deutsche Renten Information e.V.

 

Was machen die Deutschen bei der Geldanlage falsch?                                                    

Unsere Daten zu mehreren hundert tausend Sparern sprechen eine eindeutige Sprache: Die Menschen machen immer wieder die selben vermeidbaren Fehler und lassen dadurch im Schnitt vier Prozent Rendite im Jahr auf der Straße liegen. Das sind bei 10.000 Euro 400 Euro jedes Jahr und über zehn Jahre sogar mehr als die Hälfte ihres Vermögens.

Da wundert es kaum, dass die meisten ihr Geld entweder gleich ausgeben oder nur aufs Tagesgeldkonto legen und damit nicht einmal einen Ausgleich für die Inflation und damit den schleichenden Wertverlust ihres Geldes bekommen.  Die Vogelstraußtaktik ist keine Alternative. Es liegt also bei der Geldanlage einiges im Argen in Deutschland. Und das ist umso bedauerlicher, weil die richtige Geldanlage gemäß Lehrbuch im Grunde einfach ist.

 

Wie kann man es besser machen?                                                                                                

Man sollte die Grundregeln der Geldanlage konsequent umsetzen. Dafür geht am besten nach folgenden vier Schritten vor:

  1. Ziele setzen: Die erste Regel stammt aus der Verhaltensforschung. Sie besagt, dass Menschen, die ein konkretes persönliches Anlageziel vor Augen haben, wesentlich motivierter sind und besser gegen Versuchungen gefeit sind, typische Anlegerfehler zu machen. Die Forschung zeigt, dass Menschen, die für sich selbst klareZiele formulieren und diese im Zeitablauf nachhalten, erfolgreicher sind als andere. Das gilt für die eignen Finanzen genauso wie bei Sport und Ernährung.
  2. Individuelle Risikoeinschätzung:Die zweite Regel sagt aus, dass man sich im Klaren über seinen eigenen Risikoappetit sein muss. Die zu erwartende Rendite hängt bei Wertpapieren vom gewählten Risiko ab, denn Risiko und Rendite gehen langfristig Hand in Hand. Der eigene Risikoappetit wiederum hängt auch von den eigenen Anlagezielen ab. Je mehr Flexibilität man mitbringt, wenn es um die Höhe des Sparziels geht und um den Zeitpunkt, an dem das Ziel erreicht werden soll, um so mehr Risiko und Rendite kann man anstreben. Plant man zum Beispiel eine Renovierung in fünf Jahren, kann aber auch damit leben, wenn es etwas länger dauert oder wenn man nur weniger renoviert, dann kommt mehr Risiko in Frage. Damit wächst nämlich gleichzeitig die Chance deutlich, dass man früher und größer renovieren kann.
  3. Maximale Streuung: Die dritte Regel kennt jeder: Nicht alle Eier in einen Korb legen. Übertragen auf die Geldanlage heißt das, seine Anlage möglichst breit über Länder und Branchen zu streuen. Streuung sorgt bei gleicher Renditeerwartung automatischfür weniger Risiko.Die Möglichkeit, seine Anlagen breit zu streuen, ist de facto das einzige, was man auf Kapitalmärkten geschenkt bekommt und von diesem Geschenk sollte man maximal Gebrauch machen. Die Streuung muss man nicht selbst übernehmen, dafür gibt es entsprechende Fonds.
  4. Günstige Geldanlage: Die letzte Regel betrifft die Kosten der Geldanlage. Hohe Kosten würgen den Zinseszins ab, der gerade bei langfristigen Anlagen so wichtig ist. Deshalb sollten Anleger genau auf direkte und indirekte Kosten der Geldanlage schauen und Finanzprodukte oder Beratungsangebote mit hohen Gebühren scheuen. Zwei Prozent Kosten fressen bei fünf Prozentangestrebter Rendite langfristig fast die Hälfte des gesamten Wertzuwachses auf.

 

Wieso sitzt Du im Aufsichtsrat von vaamo?                                                                            

Ganz einfach: Weil es bisher kein anderes Angebot am Markt gibt, dass die vier Grundregeln der Geldanlage so konsequent umgesetzt hat. Ich kann mich durch die Begleitung von vaamo direkt dafür einsetzen, dass mehr Sparer die Grundregeln einfach und sogar mit einem Spaßfaktor beherzigen. vaamo erlaubt es, Ziele zu setzen und jederzeit nachzuhalten. Über die drei Risikostufen kann man das passende Risiko zu jedem Anlageziel festlegen. Bei den Produkten setzt vaamo auf mehr als 15.000 verschiedenen Aktien und Rentenpapiere weltweit und sorgt daher für extrem hohe Streuung. Und all das zu transparenten und wie ich finde, sehr fairen Gebühren ohne böse Überraschungen.

Prof. Dr. Andreas Hackethal erklärt unter anderem auf seinem Blog „Deutschland lernt sparen“, wie Du mehr aus Deinem Geld machst. Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung zeigt seine elf Videos von jeweils drei Minuten Länge.

Wahl zum besten Robo-Advisor 2016

Online-Broker-Wahl-2016

Wir haben uns qualifiziert für die Wahl zum „Besten Robo Advisor 2016“ auf dem Vergleichsportal Brokervergleich.de und wir würden uns freuen, mit Deiner Hilfe diesen Award zu gewinnen. Hierfür musst Du uns nur in vier verschiedenen Kategorien mit bis zu fünf Sternen bewerten. Das Beste daran, für Deine Teilnahme hast Du die Chance auf einen der folgenden Preise:

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Kunden fragen, vaamo antwortet

Welche Ziele verfolgen die Notenbanken mit ihrer Niedrigzinspolitik? Und welche Auswirkungen hat das für uns als Anleger?

Grundsätzlich haben alle Notenbanken die gleiche Aufgabe: Sie kontrollieren die Geldmenge der Währung, für die sie jeweils zuständig sind. Bildlich gesprochen sind Notenbanken quasi das Herz eines Währungsraumes. Wieviel und mit welchem Druck das Geld in den Adern dieses Währungsraumes zirkuliert, regulieren Notenbanken über die Höhe des Zinses, den Banken zahlen müssen, wenn sie sich bei der Notenbank Geld leihen, um es an Unternehmen und Konsumenten weiter zu verleihen. Die Zinssenkungen der Notenbanken sollen dazu führen, dass mehr Geld für Konsum und Investitionen geliehen wird. Ziele sind dabei ein höheres Wirtschaftswachstum und mehr Inflation.

Soweit zur Theorie.

In der Praxis ging die Rechnung der Notenbanken bisher nur zum Teil auf. Zwar haben beispielsweise die Bank of Japan (BoJ), die Federal Reserve (Fed) in den USA und die Europäische Zentralbank (EZB) in den vergangenen Jahren die Zinsen auf oder sogar unter die Nulllinie gesenkt, um die Wirtschaft zu stimulieren. Doch der Geldeinsatz steht in keinem Verhältnis zur Wirkung: In den Industrienationen wachsen seit Jahren die Schuldenberge deutlich schneller als die Wirtschaftsleistung. Es wird also immer schwieriger, die Zinsen wieder anzuheben, ohne die Konjunktur komplett abzuwürgen. Gleichzeitig lahmt die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen, die sich trotz niedriger Zinsen mit Investitionen zurückhalten – gerade deshalb, weil sie ein Erlahmen der Konjunktur befürchten und ihre eigene Verschuldung nicht unnötig hochtreiben wollen. Immer mehr Investitionen werden deshalb mit Eigenmitteln finanziert und nicht mit Krediten. Diese wurden in den USA insbesondere von großen Konzernen eher dazu genutzt, um eigene Aktien zurückzukaufen. Auch Hedgefonds und andere institutionelle Investoren nutzten die niedrigen Zinsen eher für Investitionen in den Aktienmarkt. Das billige Zentralbankgeld floss dort also nicht wie erhofft in erster Linie in den Wirtschaftskreislauf mit Investitionen, mehr Beschäftigung, mehr Konsum, steigenden Preisen und höheren Löhnen, sondern sorgt seit Jahren für einen Boom am Aktienmarkt.

Deshalb haben die Notenbanken weitere Maßnahmen ergriffen. Sie treten seit einiger Zeit auch als Käufer von Staatsanleihen am Markt auf. Die EZB kauft sogar Unternehmensanleihen. Diese Kaufprogramme sind so massiv, dass mittlerweile deutliche Marktverzerrungen festzustellen sind. So sind die Preise aufgrund der Kaufprogramme der Notenbanken so stark gestiegen, dass rund 70 Prozent der Staatsanleihen aus den Industrieländern nur noch negative Renditen abwerfen – falls sie überhaupt am Markt gehandelt werden und nicht schon längst in der Bilanz einer Notenbank verschwunden sind.

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung eine große Herausforderung. Sie müssen sich weltweit immer intensiver nach rentablen Anleihen umsehen. Dem Aktienmarkt verschafft diese Entwicklung weiteren Auftrieb. Sie bleiben im Niedrigzinsumfeld die aussichtsreichste Anlagealternative. Für Aktien sprechen die vergleichsweise hohen durchschnittlichen Dividendenrenditen und die Aussicht auf weitere Kursgewinne. Die Hoffnung darauf ist auf jeden Fall begründet: Es gibt für Anleger derzeit einfach wenig gute Argumente dafür, Aktien zu verkaufen und das dadurch frei gewordene Geld in eine andere Anlageklasse umzuschichten. Denn auch die Preise von Sachwerten wie Immobilien, Kunst oder Oldtimern sind in den vergangenen Jahren teilweise massiv in die Höhe geschossen.

Als Anleger sollte man diese Entwicklung gut im Auge behalten – und gleichzeitig Ruhe bewahren. Seit Wertpapiere an den Börsen gehandelt werden, gab es immer wieder Übertreibungen in die eine oder andere Richtung. Geblieben ist die Erkenntnis, dass regelmäßiges Wertpapiersparen mit einer  gesunden Kombination aus Anleihen, die stetig Erträge liefern und Aktien, die Dividenden und Kurssteigerungen versprechen, der Königsweg für langfristigen Erfolg an der Börse ist. Eine breite Diversifikation sollte dabei selbstverständlich sein. Genau deshalb bietet vaamo Anlegern die Wahl aus drei verschiedenen Anlagestrategien, die eines vereint: eine breite Streuung und seit der Auswahl für vaamo-Portfolien vor ca. zwei Jahren eine gesunde positive Entwicklung.

 

Finanzgeschehen im Juli

Im vergangenen Monat hat der deutsche Staat neue Bundesanleihen herausgegeben. Die Papiere bieten null Prozent Zinsen und wurden für mehr als 100 Prozent ihres Nennwertes verkauft. Anleger zahlen also Geld fürs Geld leihen. Trotzdem wurden der Bundesbank die Anleihen förmlich aus der Hand gerissen. Selbst Spanien und Italien haben Anleihen mit negativer Rendite am Markt platzieren können. In welchen Zeiten leben wir?

Die Aktien- und Anleihenmärkte jedenfalls brummen. Der Wert des MSCI World Index ist in den vergangenen fünf Jahren um rund 43 Prozent gestiegen. Im vergangenen Monat legte der Index rund vier Prozent an Wert zu. Europäische und US-Staatsanleihen sind so teuer wie niemals zuvor.

Wie lange geht es noch so weiter?

Je höher die Kurse steigen, desto größer ist die Angst vor einem Crash. Fakt ist jedoch, dass die Quelle der aktuellen Rally die Niedrigzinspolitik der Notenbanken ist. Und diese Politik wird sich auf absehbare Zeit nicht ändern. In Japan ist eine Zinswende undenkbar geworden. In Europa ist eine Zinsanhebung nicht ansatzweise in der Diskussion.

Und in den USA? Dort droht die Fed zwar mit dem nächsten Zinsschritt. Doch US-Notenbankchefin Janet Yellen kennt auch diese Zahlen: Zwischen 2008 und 2015 sind die US-Staatsschulden von 5,8 auf 13,1 Billionen US-Dollar angeschwollen. Gleichzeitig sind die jährlichen Zinszahlungen der USA von 253 auf 223 Milliarden US-Dollar gesunken. Dank niedriger Zinsen. Mit einer Zinsanhebung würde die Fed ihr eigenes Land, das mehr als doppelt so hoch verschuldet ist wie vor acht Jahren, nun erdrosseln. Es sind ernsthafte Zweifel erlaubt, ob sie das tun wird.

Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage, in welchen Zeiten wir leben, lautet deshalb: Wir leben  in Zeiten, in denen Anleger weltweit und nicht nur in europäische und US-Anleihen investieren sollten, um noch positive Renditen zu erwirtschaften. Und wir leben in einer Welt, in der Aktien weiterhin eine wirklich attraktive Anlageform sind. Ein breit diversifizierter internationaler Mix, je nach Risikobereitschaft mehr in Anleihen oder in Aktien, bleibt bei der Vermögensbildung das A und O.

Dieser Ansatz mit Hilfe einer Streuung über viele tausende Aktien und Anleihen hat sich auch im Juli für vaamo-Kunden ausgezahlt. So haben alle vaamo-Portfolien im letzten Monat wieder stark zugelegt, wobei die höhere Risikoklasse die beste Performance in 2016 bisher geliefert hat. Jegliche kurzfristige Auswirkungen des Brexit-Referendums sind damit schon in Vergessenheit geraten. Abzuwarten ist, welche Auswirkungen dies aber langfristig auf die weltweiten Kapitalmärkte haben wird.

performance Juli

werteentwicklung

Experten meinen. Interview mit Ramin Nikbin, FinTech Experte

 

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Kannst Du Dich unseren Lesern kurz vorstellen? 

Mein Name ist Ramin Nikbin und ich bin ehemaliger Managing Director der Exec I/O Reihe (EXECfintech/EXECinsurtech). Ich bin 30 Jahre alt, wohnhaft in Hamburg, komme aber ursprünglich aus NRW. Seit 2011 bin ich in der Startup Szene unterwegs und beschäftige mich seit 2013 mit dem Thema FinTech.

Und was machst Du so in Deiner Freizeit?

Wenn möglich, reise ich – je weiter weg und je länger der Aufenthalt, desto besser! Unter der Woche verbringe ich bevorzugt Zeit mit meiner Freundin oder Freunden, ansonsten höre und mache ich gerne Musik, lese Bücher oder beschäftige mich mit Nerdzeugs.

Du hast bisher die bekannteste FinTech Konferenz Deutschlands, die Exec I/O, organisiert. Was für Trends konntest Du dieses Jahr beobachten?

Mir ist aufgefallen, dass Payment nach wie vor ein großes Thema auf den Konferenzen ist, und sich zum Dauerbrenner entwickelt. Im Lending-Bereich wurde der Vertrauensaspekt heiß diskutiert und war auch bereichsübergreifend ein wichtiges Thema. Zudem hat sich InsurTech zu einem eigenständigen Bereich neben FinTech entwickelt. Und dann wäre da noch Artificial Intelligence (AI) und Machine Learning, sicherlich einer der für mich interessantesten Trends, der auch im FinTech Bereich Anwendung finden wird.

Wie wird sich das Thema FinTech in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

Ich persönlich glaube, dass Kooperationen zwischen Finanzunternehmen und Startups das Kernthema der zukünftigen EXEC-Reihe sein wird.

In Bezug auf Technologien erwarte ich große Entwicklungsschritte durch den Einsatz von AI und Machine Learning. Das wird sich wahrscheinlich als erstes in verschiedenen Interaktionsprozessen über Chatbots niederschlagen.

Was hältst Du von „Robo-Advisors“, wie vaamo?

Für mich sind Robo-Advisor nach wie vor ein sehr logischer Schritt im FinTech-Sektor. Investments werden ja bekanntermaßen auf Basis von Daten und mithilfe von Algorithmen getätigt, da liegt es nahe, den Prozess voll zu automatisieren. Mir fehlt aber noch die tatsächlich disruptive Technologie dahinter. Zum Beispiel bin ich gespannt, ob über selbstlernende Algorithmen bald auch die psychologischen Aspekte des Investmentverhaltens (Behavioral Finance) abgebildet werden.

Was machst Du eigentlich hinsichtlich Deiner Geldanlage?

Ich habe ein Konto bei einem dem Start-up, welches Tagesgeld im Ausland vermittelt, ein Broker-Konto für Daytrading (wenn ich mal wieder Langeweile habe oder mich der Spieltrieb packt) und ansonsten hier und da in Start-ups investiert. LEIDER nicht rechtzeitig in vaamo.

Kunden fragen, vaamo antwortet

Soll ich in Gold oder Rohstoffen anlegen?

Ist es Zufall, dass der Goldpreis in den Tagen nach dem Brexit-Votum zwischenzeitlich um mehr als 100 US-Dollar pro Feinunze gestiegen ist? Nein. Unsicherheit vor politischen Entwicklungen hat schon immer den Goldpreis nach oben getrieben. Gold gilt als Krisenwährung. Es ist eine Art Mystik, die das Edelmetall umgibt. Dass es für so wertvoll gehalten wird, hängt vor allem damit zusammen, dass es so wenig davon gibt. Würde man alles Gold dieser Erde zu einem großen Würfel zusammenschmelzen, hätte dieser Würfel gerade einmal eine Kantenlänge von 20 Metern. Das ist wahrlich nicht viel.

Trifft Knappheit auf große Nachfrage, schnellen die Preise nach oben. Das ist nicht nur bei Gold so. Deshalb kann Gold auch schnell zur Spekulationswährung werden. Steigt der Goldpreis – aus welchem Grund auch immer – einmal deutlich an, kann es dazu kommen, dass sich Anleger allein vom Kursanstieg angezogen fühlen und selbst investieren. Es kann eine sich selbst erfüllende Prophezeiung werden, die jedoch allein auf der Hoffnung beruht, dass ein Stück Edelmetall morgen mehr wert ist als heute. Objektive Kriterien für diese Annahme gibt es niemals. Denn ein Goldbarren bleibt immer derselbe Goldbarren. Er wird nicht veredelt, größer oder klüger. Er produziert nichts und wirft keine Zinsen ab. Gold wird – im Gegensatz zu Silber oder anderen Rohstoffen – hauptsächlich gehortet und in der Industrieproduktion wenig verbraucht. Deshalb ist der Goldpreis auch nicht von konjunktureller Entwicklung abhängig, sondern nur von Angebot und Nachfrage, Angst oder Gier.

Deshalb kann Gold in einem Depot zwar Sinn machen. Zum Beispiel als Schutz vor Papiergeldinflation. Aber Gold allein taugt nicht zum langfristigen Vermögensaufbau. Denn manchmal sinkt der Goldpreis einfach nur deshalb, weil die Nachfrage sinkt.

Auch Rohstoffe wie beispielsweise Agrarrohstoffe, Industriemetalle oder Energie sind für einen langfristigen Vermögensaufbau nicht geeignet. Das hat vor allem markttechnische Gründe: Beim Rohstoffhandel werden nicht die Rohstoffe selbst, sondern die Optionen für bestimmte Preise von Rohstoffen zu einem bestimmten Termin gehandelt. Je näher dieser Termin rückt, desto weniger Aufpreis müssen Anleger für den jeweiligen Zeitwert einer Option bis zu diesem Termin zahlen. Rohstoff-Optionen verlieren also mit größerer Wahrscheinlichkeit im Laufe der Zeit an Wert als dass sie an Wert gewinnen.

Deshalb spielen Investoren mit Optionen immer gegen die Zeit. Manchmal haben sie damit Glück. Meistens verlieren sie. Selbst professionelle Trader versuchen vor allem, die häufigeren Verluste zu begrenzen und die weniger häufigen Gewinne zu maximieren. Es ist ein riskantes Business mit eigenen Regeln. Es ist aber definitiv kein Business für Privatanleger, die damit langfristig Vermögen aufbauen wollen.

Wer langfristig denkt und handelt, investiert dagegen regelmäßig in etwas, das Gewinne erzielt, im Wert tendenziell eher steigt und Dividenden oder Zinsen abwirft. Etwas, das im besten Sinne einen Mehrwert schafft, Innovationen vorantreibt, die Wirtschaft stärkt und für mehr Wohlstand und Fortschritt sorgt. Ein breit diversifiziertes Aktien- und Anleihedepot erfüllt diese Bedingungen. Gold und Rohstoffe nicht.