Finanzgeschehen im Dezember

Jahresendrally verhilft DAX zu fünftem Gewinnjahr in Folge

An den internationalen Börsen und auch in Deutschland sahen wir einen versöhnlichen Jahresabschluss. Mit der Jahresendrally im DAX von gut 1.000 Punkten alleine im Dezember verabschiedete sich der Deutsche Aktienindex mit einem Jahresplus von knapp 6,9 Prozent von dem Börsenjahr 2016. Damit liegt die Performance auch im Bereich des langjährigen Durchschnittes von rund 8 Prozent. Und dies trotz der vielen im Vorfeld noch als potenzielle Crash-Auslöser gehandelten Ereignisse wie das italienische Verfassungsreferendum vom 04. Dezember. Das zeigt die zunehmende Resistenz der Marktteilnehmer gegenüber wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten.

Italienisches Verfassungsreferendum beeindruckt kaum

Am 04. Dezember entschieden sich die Italiener gegen die Verfassungsreform der amtierenden Regierung, was zu dem von vielen befürchteten Rücktritt von Matteo Renzi als Ministerpräsident führte. Eine heftige Marktreaktion blieb jedoch aus. Auch wenn bei Neuwahlen ein Erstarken der eurokritischen Parteien in Italien droht, wird das Risiko eines Ausscheidens Italiens aus dem Euro als eher gering eingeschätzt.

Notenbanken leiten langsamen Wandel ein

Im Fokus standen im Dezember die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB). Wie weitgehend erwartet, hob die Federal Reserve ihren Leitzins im Dezember um 0,25 Prozentpunkte auf die Spanne von 0,5-0,75 Prozent an. Bemerkenswert war vor allem die Zinsprojektionskurve der FOMC-Mitglieder. Diese gehen für 2017 nun von 3 statt zuvor 2 Zinsschritten aus. Das ist das erste Mal seit September 2014, dass der erwartete Leitzinspfad vom Offenmarktausschuss nach oben korrigiert wurde, was die Aussicht auf eine steigende Inflationsdynamik in den USA widerspiegelt. Die EZB wiederum verlängerte ihr monatliches Wertpapieraufkaufprogramm um mindestens neun Monate bis Ende Dezember 2017. Das monatliche Volumen soll zwar ab April von 80 auf 60 Milliarden gesenkt werden, dennoch stellt die Ausdehnung des Programmes eine zusätzliche Liquiditätsspritze von 540 Milliarden Euro für die Märkte dar. Die Entscheidungen der beiden bedeutendsten Notenbanken der Welt deuten auf eine gemächliche Änderung der Geldpolitik hin. Von einer Normalisierung, insbesondere im Euro-Raum, kann allerdings noch nicht gesprochen werden, denn die Notenbanker werden sich davor hüten, mit einer allzu schnellen Straffung die zarte konjunkturelle Erholung abzuwürgen.

Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als vorrangige Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden.

Ein Blick in die Glaskugel: Marktausblick für 2017

Wie sagte Joachim Ringelnatz einst: „Sicher ist, dass nichts sicher ist. Und selbst das nicht.“ Dieses Zitat passt wie kaum ein anderes auf all die Ausblicke und Prognosen für Entwicklungen am Finanzmarkt, welche seit Ende des alten Jahres und auch jetzt noch überall zu lesen sind.

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In einer Zeit, in der man kaum prognostizieren möchte, was nächste Woche sein wird, sind Prognosen über 12 Monate hinweg nahezu unmöglich. Mit Blick auf 2016 lässt sich jedoch mutmaßen, dass Unsicherheit die neue Normalität geworden ist. Doch so viele Ereignisse einen 2016 auch staunen ließen, nahezu genauso oft lagen Experten mit ihren Einschätzungen darüber, wie die Märkte reagieren werden, falsch. Wer hätte gedacht, dass sich die Märkte schon zwei Tage nach der überraschenden Entscheidung für den Brexit wieder vollständig erholen würden. Oder, dass die Börsen nach der Trump-Wahl und dem negativen Referendum in Italien neue Höchststände erklimmen würden?

Auch dieses Jahr stehen vor allem in Europa einige politische Entscheidungen an, wie beispielsweise die Präsidentschaftswahl in Frankreich oder die Bundestagswahl in Deutschland. Diese wichtigen Ereignisse können Unsicherheit verbreiten, jedoch weniger auf finanzwirtschaftlicher Ebene. Denn wie 2016 eindrucksvoll gezeigt wurde: Politische Börsen haben kurze Beine.

Natürlich lassen sich auf Basis diverser Entwicklungen einige Mutmaßungen treffen, welche Tendenzen der Markt 2017 zeigen wird. So würden die niedrigen Zinsen und die wachsende Weltwirtschaft für steigende Aktienkurse sprechen. Eine Zinswende in Europa ist eher unwahrscheinlich, wobei in den USA mit einer weiteren Erhöhung des Leitzinses gerechnet werden muss.

2017 wird sicher wieder einige Überraschungen bereithalten. Einige der Themen, die bereits 2016 auf der Agenda standen, werden auch jetzt wieder präsent sein, wie beispielsweise Trump als neuer Präsident der USA oder die weiteren Entwicklungen rund um das Thema Brexit. Doch Prognosen über Marktentwicklungen aufzustellen, die auf Ereignissen basieren, welche noch unbekannt sind, ist schlichtweg unmöglich.

Genau diese Unsicherheit über die Zukunft empfiehlt es Anlegern, ihr Geld breit diversifiziert und langfristig orientiert anzulegen, um allen Eventualitäten am Markt gewappnet gegenüber stehen zu können.

 

Die Inhalte dieses Marktausblicks dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als vorrangige Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden.

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Von der gemeinsamen Reise in eine neue Welt

Wie Klein und Groß gemeinsam loszogen und die Welt veränderten. Ein Gedicht über die Digitalisierung der Finanzindustrie.

Es ist noch gar nicht lange her,
da fragten sich noch viele sehr,
was sich da draußen gerade tut,
denn manche zogen los mit ganz viel Mut,
flink und frech, mit viel Fantasie,
um zu verändern die Finanzindustrie.

Die Großen fingen an zu lachen:
„Was wollt ihr alle denn hier machen?
Ihr seid doch alle viel zu klein,
packt eure Sachen wieder ein!“

Doch Klein und Kleiner blieben stur,
zu sehr störte sie diese alte Kultur.
Sie tüftelten weiter Tag und Nacht,
um zu entdecken, wer wie was macht.

Sie arbeiteten Jahre, Wochen, Stunden,
fielen hin und heilten Wunden.
Doch eines Tages war’s soweit:
Die Instrumente zur Digitalisierungen waren bereit.

Sie machten sich auf, mit Sinn und Verstand,
zogen durchs Land
und wurden bekannt.

Die Großen bekamen staunende Augen
und wollten es erst noch gar nicht glauben.
Da kamen plötzlich ganz schön viele,
alle mit Produkten im FinTech-Stile.

„Das ist doch alles völlig verrückt.
Beruhigt euch, lehnt euch zurück“,
so klangen damals die ersten Reaktionen,
doch aufgewühlt waren die Emotionen.

Oh Schreck:
Die Kunden finden das ja cool.
Und plötzlich wurden die Großen nervös auf dem Stuhl.

Sie überlegten hin und wieder her,
das alles beunruhigte sie sehr.

Da kam ihnen eine Idee.

Die Kleinen schienen zwar verrückt,
doch von den Ideen waren sie entzückt.
So frech und frisch das Thema Geld,
so schnell und einfach die neue Welt.

Die Kleinen kamen die Großen besuchen,
die Großen begannen die Kleinen zu suchen.
Am Ende kamen sie zum Schluss:
Es gibt kein Grund für den Verdruss.

Zusammen kann man viel mehr machen,
es gibt so viele tolle Sachen,
die Groß und Klein allein nicht schaffen,
da hilft es nur, sich aufzuraffen.

Und so rufen sie jetzt, Seite an Seite,
mal harmonisch, mal mit Gestreite,
aber letztlich so laut, wie doch noch nie:
„Willkommen in der digitalen Finanzindustrie.“

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Vermittler, einem Berater und einem Vermögensverwalter?

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Am 30. November hat vaamo den Erhalt der Lizenz als Vermögensverwalter bekannt gegeben. Doch was sind die Unterschiede zwischen einem Vermittler, Berater und Vermögensverwalter? Diese Frage möchten wir Dir hiermit beantworten.

Übergeordnet definieren die drei Bezeichnungen Unterschiede in den angebotenen Finanzdienstleistungen, den gesetzlichen Pflichten, sowie den Zulassungsvoraussetzungen.

Der Vermittler übermittelt einen konkreten Auftrag seines Kunden an die ausführende Bank. Auf Basis Deiner eigenen Entscheidung kannst Du bei Deinem Vermittler ein Finanzprodukt anfragen. Der Vermittler kann Dir weitere Informationen zum Anlageprodukt geben, allerdings nicht prüfen, ob das Produkt Deinen persönlichen und finanziellen Umständen, Deiner Erfahrung, als auch Deinen Anlagezielen entspricht. Nachdem Du das Anlageprodukt erworben hast, ist ein Vermittler auch nicht verpflichtet, die Entwicklung dieses Produktes oder Deines Portfolios zu überwachen. Ob eine BaFin-Lizenz erforderlich ist, hängt von der Art der vermittelten Finanzinstrumente ab.

Der Anlageberater hingegen empfiehlt ein konkretes Anlageprodukt. Im Rahmen der Anlageberatung prüft er, ob ein Produkt für Dich geeignet ist und die einhergehenden Risiken auch für Dich tragbar sind. Die Entscheidung als auch der Erwerb des Produktes liegen aber letztendlich in der Hand des Kunden. Insbesondere nach den bald in Kraft tretenden MiFID2-Regeln, ist der Berater aber angehalten die Geeignetheit der empfohlenen Finanzinstrumente regelmäßig zu beurteilen. Ob eine BaFin-Lizenz erforderlich ist, hängt von der Art der empfohlenen Finanzinstrumente ab.

Ein Vermögensverwalter bietet die Dienstleistung des Portfoliomanagements an. Der Kunde erteilt dem Vermögensverwalter dabei eine Dispositionsvollmacht für das Kunden-Depot. Mit diesem Mandat darf der Vermögensverwalter entsprechend vereinbarter Anlagerichtlinien Anlageprodukte für das Kunden-Portfolio kaufen und verkaufen, allerdings keine Vermögensüberträge oder Überweisungen tätigen. Um die Eignung für die spezielle Dienstleistung der Vermögensverwaltung festzustellen und ganz im Sinne der Kunden-Portfolio-Entwicklung handeln zu können, ist der Vermögensverwalter verpflichtet, umfassende Informationen über die persönlichen Umstände, Kenntnisse und Erfahrungen zu Wertpapieren, finanzielle Verhältnisse, als auch Anlageziele des Kunden, einzuholen. Darüber hinaus ist der Vermögensverwalter verpflichtet, die Entwicklung des Portfolios ständig zu überwachen.

Unser Ziel ist es, Dir beim Thema Geldanlage eine professionelle Anlagelösung zu bieten und dabei den Zugang so einfach wie möglich zu gestalten. Wir wollen Dich vor allem von allen lästigen und zeitraubenden Aktivitäten der Anlage und der Überwachung befreien. Wir glauben, dass wir diesem Ziel mit dem Schritt vom Vermittler zum Vermögensverwalter noch etwas nähergekommen sind.  Dadurch können wir nicht nur eine individuelle Anlagestrategie erstellen und empfehlen, sondern auch laufend in den Portfolien Fonds austauschen und ein individuelles Rebalancing vornehmen.

Finanzgeschehen im November

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor wurde verdaut

Die Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten war die zweite große Überraschung nach dem Brexit-Referendum. Von Investoren noch Anfang des Jahres als ein potenzieller Crash-Faktor eingeschätzt, blieb der große Schock aus und die Nachricht wurde von den Märkten schnell verdaut.  Während in den USA zuletzt neue Allzeithochs bei den Indizes Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq verzeichnet wurden, da Börsianer mit umfangreichen Investitionsausgaben der Trump-Administration rechnen, gaben global gesehen Staatsanleihen nach. Dies liegt an steigenden Inflationserwartungen in den USA und damit einhergehend der Aussicht auf ein baldiges Anziehen der Zinsen in der weltgrößten Volkswirtschaft. Die Reaktion der Finanzmärkte kann als unerwartet bezeichnet werden und zeigt erneut die Notwendigkeit einer breiten Streuung der eigenen Anlage.

Italien-Referendum im Fokus

Als nächster Unsicherheitsfaktor an den Märkten galt das italienischen Verfassungsreferendum, dessen Ergebnis am 04. Dezember bekanntgegeben wurde. Nachdem die Vorschläge der amtierenden Regierung um Matteo Renzi keine Mehrheit gefunden haben, drohen jetzt Neuwahlen in Italien, die zu einem Wahlsieg des EU-kritischen Beppe Grillo und seiner oppositionellen 5-Sterne-Bewegung führen könnten. Die Fliehkräfte innerhalb Europas würden damit noch verstärkt werden und gleichzeitig eine italienische Staatsschuldenkrise begünstigen. Daraus könnten durchaus Turbulenzen an den Börsen entstehen, auch wenn die Märkte das Ergebnis bislang ruhig aufnahmen.

OPEC beschließt Förderkürzung

Am Rohstoffmarkt sorgte der Beschluss der OPEC vom 30. November, zum ersten Mal seit 2008 die Fördermenge zu begrenzen, für Aufsehen. Durch die Umsetzung dieser im Grunde bereits beschlossenen Einigung legte der Ölpreis kräftig zu. Wie weit die Ölpreise sich von ihren erst im Januar erreichten Mehrjahrestiefs erholen können, bleibt allerdings umstritten. Einerseits soll die Fördermenge ab Januar zunächst nur für sechs Monate begrenzt werden. Andererseits könnten bei wieder höheren Ölpreisen viele Fracking-Ölbohrtürme in den USA wieder ans Netz gehen und so zu mehr Angebot führen.

vaamo-Performance schlägt DAX

Mit einem leichten Rückgang um 0,23% auf Monatssicht im November, hält sich der Deutsche Leitindex DAX weiterhin zurück und verbleibt unter seinem bisherigen Jahreshoch bei rund 10.830 Zählern. Insbesondere die politische Unsicherheit für den europäischen Raum wirkt lähmend und hält die Anteilsscheine der Unternehmen der weiterhin starken deutschen Wirtschaft relativ günstig im Vergleich zu anderen Märkten. Mit einem monatlichen Sparplan können entsprechend mehr Positionen aus dem deutschen Raum aufgebaut werden. Deine vaamo-Portfolien profitierten wiederum zusätzlich von der breiten Streuung, wodurch mit einer Performance von 1,62% in der niedrigsten Risikoklasse und bis 4,23% in der höchsten Risikoklasse der DAX mit einer Performance von -0,23% im November geschlagen werden konnte.

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vaamo wird Vermögensverwalter – was heißt das eigentlich?

Die Überraschung ist gelungen: Seit 30. November ist vaamo BaFin-lizensierter Vermögensverwalter. Doch was bedeutet das für Anleger? Diese und weitere Fragen rund um den Launch von vaamo beantworten die beiden Gründer Dr. Thomas Bloch und Dr. Oliver Vins im Interview:

Vermögensverwalter klingt ja erstmal gut. Warum wollte vaamo eigentlich nicht mehr länger nur Vermittler sein?

Oliver Vins: Für uns war das einfach der nächste Schritt für vaamo, der wichtig war für die Weiterentwicklung unserer Produkte. Wir sehen am Markt den Bedarf nach einer stärkeren Individualisierung und Flexibilität der Produkte und das konnten wir im rechtlichen Rahmen der alten Lizenz nicht so bieten, wie wir es gerne wollten.

Welche Schritte musste vaamo dafür gehen?

Thomas Bloch: Die Lizenz zur Vermögensverwaltung – genauer: der Finanzportfolioverwaltung – wird von der BaFin erteilt. Entsprechend gab es mehrere Gespräche und Prüfungen mit und von der Aufsichtsbehörde. Und dann mussten wir natürlich die Organisationsstruktur, Prozesse und unsere IT-Infrastruktur an das neue Angebot anpassen.

Seit letzter Woche steht die neue Plattform. Da hat sich nun doch mehr geändert, als nur der Look der Seite. Was ist denn jetzt genau anders?

Oliver Vins: Im ersten Schritt ist der Onlinedialog zu Beginn mit dem Kunden umfassender geworden. Das liegt daran, dass der Kunde jetzt nicht mehr nur aus vordefinierten Portfolien wählen kann, sondern auf Basis seines Risikoprofils eine individuelle Strategieempfehlung bekommt. Das Risikoprofil leiten wir aus einem völlig neuartig gestalteten Dialog mit dem Kunden im Chat-Stil ab. Es steht dem Kunden also eine viel breitere Palette an Produkten zur Verfügung. Darüber hinaus findet nicht mehr nur ein jährliches Rebalancing der Portfolien statt, sondern wir überwachen jedes einzelne Portfolio laufend und passen es individuell an. Treu geblieben sind wir unserer Anlagephilosophie: dem passiven Management, hoher Diversifikation, sowie den geringen Kosten.

Welche Vorteile ergeben sich daraus?

Thomas Bloch: In erster Linie ist unser Produkt individueller und flexibler geworden. Wir können so noch besser auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen und während dem gesamten Anlagezeitraum näher an ihrer Seite sein. Dadurch, dass sich aber die Kernelemente unserer bisherigen bewährten Anlagestrategie nicht geändert haben, können wir sagen: Wir haben vaamo einfach noch besser gemacht.

Es sind jetzt ja weitere Fonds in die Portfolien aufgenommen worden. Warum?

Oliver Vins: Das lag in dem Wunsch nach einer höheren Flexibilität begründet. Von den fünf Fonds, die wir vorher hatten, sind zwei nach wie vor Bestandteil unserer Portfolien. Dadurch, dass wir alle Fonds von einem Anbieter hatten, waren unsere Streuungsmöglichkeiten in einer Weise beschränkt, die wir jetzt mit unseren neuen Produkten gerne aufbrechen wollten. Die Fonds, die neu dazugekommen sind, wurden aus über 1.000 ETFs und Fonds ausgewählt und ermöglichen uns jetzt eine größere Flexibilität.

Und was passiert mit Kunden, die schon vor dem Launch bei vaamo registriert waren?

Oliver Vins: In erster Linie bleiben die bestehenden vaamo-Konten unberührt. Bestandskunden können aber jederzeit in den neuen Service wechseln. Unser Kundenservice unterstützt dabei gerne. Sie werden dann Schritt für Schritt durch den Migrationsprozess geführt und eventuelle Fragen können so direkt geklärt werden.

Aber Neukunden steht jetzt ausschließlich das neue Produkt zur Verfügung?

Thomas Bloch: Beide Produkte parallel unter der gleichen Marke anzubieten, wäre für Neukunden sehr verwirrend. Das neue Produkt bietet alles, was das alte auch hatte – plus ein paar zusätzliche Vorteile, wie beispielsweise ein individuelles Rebalancing und eine individuelle Anlagestrategie.

Werfen wir zum Schluss nochmal einen Blick hinter die Kulissen bei vaamo, denn so ein Schritt verändert ja auch bei dem Unternehmen selbst einiges. Oder?

Thomas Bloch: Ja definitiv. Der veränderte rechtliche Rahmen hat natürlich Folgen. Wir müssen jetzt anderen rechtlichen Anforderungen gerecht werden, die Anforderungen an unsere IT-Infrastruktur sind gestiegen und wir erhöhen unsere Aktivität im Anlagebereich. Das sind aber alles keine kritischen Punkte, denn wir haben ja bis zum Launch bereits einen Weg unter diesen Aspekten zurückgelegt und – wie man letzte Woche sehen konnte – das auch erfolgreich.

Oliver Vins: Auch nach außen hin verändert sich einiges. Die Vermögensverwaltung bedeutet noch mehr Anknüpfungspunkte im Markt mit Hinblick auf mögliche Partnerschaften. Wir sind stolz darauf, dass vaamo diesen Meilenstein genommen hat.

Während du schliefst: vaamo wird Vermögensverwalter

Was lange währt, wird richtig gut. Dass sich bei vaamo etwas tut, blieb nicht verborgen und vergangene Nacht lüftete sich der Vorhang: vaamo wurde vom Vermittler zum Vermögensverwalter. 

Klingt ja gut, doch wie kam es dazu? Die Diskussion darüber, wer was darf und wer sich wie nennt, hängt vor allem davon ab, welche Lizenz ein Robo Advisor hat. Bislang war vaamo IHK-lizensiert und dadurch nur als Vermittler tätig. Jetzt hat das Unternehmen eine BaFin-Lizenz erlangt und darf Vermögensverwaltung betreiben.

Für das Geschäftsmodell heißt das folgendes: Bislang investierte vaamo das Geld der Kunden in vorher festgelegte Fonds, die je nach Risikoprofil zusammengestellt waren. Der Kunde entschied sich also für ein feststehendes Produkt, wobei zwar im Laufe der Zeit ein Rebalancing stattfand, aber keinerlei Umschichtung in andere Fonds. Ebenso war ein kundenindividuelles Rebalancing nicht möglich.

Die Kunden müssen künftig nicht mehr aus vorgegebenen Portfolien selbst wählen, sondern bekommen eine persönliche Anlagestrategie empfohlen. Mithilfe eines umfassenderen Dialogs ermittelt vaamo gemeinsam mit dem Kunden ein persönliches Risikoprofil, welches sich dann in der Anlagestrategie niederschlägt. Anders als bisher wird bei den Portfolien nicht mehr nur ein jährliches Rebalancing vorgenommen, sondern vaamo überwacht jetzt durchgängig jedes Portfolio und passt es individuell an. Die Anlagestrategie bei vaamo setzt weiterhin auf das bewährte wissenschaftliche Konzept mit den Kernelementen: passives Management, Langfristigkeit, globale Diversifikation und geringe Kosten. Dafür werden weit über 1.000 ETFs und Fonds am Markt laufend analysiert und unabhängig die besten für die Kundenportfolien ausgewählt.

„Der Erhalt der BaFin-Erlaubnis ist ein wichtiger Schritt für vaamo. Als Vermögensverwalter freuen wir uns, jetzt ein noch breiteres Dienstleistungsspektrum den Kunden am Markt anbieten zu können“, freut sich Dr. Thomas Bloch, Gründer und Vorstand der vaamo über den Schritt zum Vermögensverwalter.

„Die veränderte Lizensierung ermöglicht es uns, auf eine viel intensivere Weise an der Seite unserer Kunden zu stehen. Wichtig war es uns aber, dass wir unserem bisherigen Anlageansatz dennoch treu bleiben und die Lizenz nutzen, um noch besser zu werden“, ergänzt Dr. Oliver Vins, ebenfalls Gründer und Vorstand der vaamo.

Artikel dazu u.a.: handelsblatt.com, Extra-Magazin