Finanzgeschehen im Mai

Im Mai kamen mit dem Abebben politischer Risiken in Europa und einer anziehenden Weltkonjunktur Frühlingsgefühle bei den globalen Investoren auf. Das führte zu neuen Rekordständen unter anderen im MSCI-Welt-Index und im DAX. Bei den Anfang des Jahres allen vorausgeeilten US-Indizes konnte im Mai allerdings nur der Nasdaq einen neuen Rekordstand markieren, während der Dow Jones und S&P 500 auf hohem Niveau verharren. Hier spielen Spekulationen über eine potenzielle Amtsenthebung und auch eine verminderte Durchsetzungskraft des US-Präsidenten Donald Trump eine Rolle in der Zurückhaltung der Investoren.

Europa atmet auf und überholt die USA

Nachdem auch in Frankreich ein Wahlsieg von Euro-kritischen Politikern abgewendet wurde, erhält das Projekt Europa eine Durchschnaufpause. Investoren, die sich zuvor mit Investments auf dem alten Kontinent zurückgehalten haben, nutzten die Gelegenheit um ihre Positionen aufzustocken. Denn die Attraktivität Europas für die internationalen Marktteilnehmer steigt nicht nur aufgrund der relativ günstigeren Aktien-Bewertungen. Die Fundamentaldaten zeigen eine positive Entwicklung auf: So wuchs die Wirtschaftsleistung der Eurozone von Januar bis März im Vergleich zum Vorquartal um 0,5% und damit mehr als doppelt so schnell wie in den USA. Die Arbeitslosenquote im gemeinsamen Währungsraum fiel mit 9,3% zudem zuletzt auf den tiefsten Stand seit März 2009. Währenddessen verharrt die Inflation mit 1,4% auf niedrigem Niveau. Das ist für Investoren durchaus ein wichtiger Punkt, denn so lange die Inflation trotz der positiven Wirtschaftsdynamik nicht allzu stark anzieht, wird die Europäische Zentralbank sich mit einer Straffung der Geldpolitik zurückhalten.

USA wandeln sich zum Sorgenkind

So schnell kann das Blatt sich wenden: Während noch im Frühjahr aufgrund der Unsicherheiten vor den wichtigen Wahlen in Europa die Marktteilnehmer sorgenvoll auf Europa blickten, bestimmen nun Sorgenfalten aufgrund des US-Präsidenten Donald Trump das Bild auf dem Parkett. Mit seiner Entscheidung den FBI-Chef James Comey, der die Untersuchungen über eine Verwicklung des Trumpschen Wahlkampfteams mit Russland untersuchte, abzusetzen, hat Donald Trump über Nacht die Wetten auf ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn steigen lassen. Auch vielen Republikanern, die sich bisher mit Kritik zurückhielten, ging dieser Schritt zu weit und sie befürworteten das Einsetzen eines Sonderermittlers. Unabhängig davon, ob es zu einer Amtsenthebung in den USA kommen wird, alleine die Unsicherheit darüber lastet aktuell auf den US-Börsen.

Investoren sehr zuversichtlich

Trotz der Unwägbarkeiten rund um Donald Trump und selbst vor den Brexit-Verhandlungen, Investoren zeigen sich sehr zuversichtlich, wie anhand der VIX- und VDAX-Indizes abgelesen werden kann. Diese Indizes basieren auf Index-Optionen auf den S&P 500 (VIX) und den DAX (VDAX), und bilden die erwartete Volatilität dieser Leitindizes wieder. Daher werden der VIX und VDAX auch als „Angstbarometer“ bezeichnet. Mit aktuellen Niveaus jeweils um dem niedrigsten Stand seit 2014 zeigt sich ein Bild von sehr zuversichtlichen Investoren, die kaum Anstalten machen, sich abzusichern.

Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als vorrangige Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden.

Experten meinen. Interview mit Hartmut Petersmann, Gründer des Petersmann Instituts für den unabhängigen Finanzberater

HP_F3404_klKannst Du Dich unseren Lesern kurz vorstellen?

Mein Name ist Hartmut Petersmann und ich habe das „Petersmann Institut für den unabhängigen Finanzberater“ gegründet. Wir sind der Meinung, dass der höchste Anspruch an die Finanzberatung gerade mal gut genug ist, dem Kunden dienen zu dürfen. Unsere Mitglieder verstehen sich als Anwalt ihrer Kunden in Sachen Finanzen, sind unabhängig, professionell und erfahren. Am Ende des Tages ist das Ergebnis für den Kunden aber nur so gut, wie es die Produktvehikel hergeben. Darum kommt der Produktprüfung eine besondere Bedeutung zu. Aus dieser Überzeugung heraus, sind wir auch auf die Idee gekommen, die Studie zu den Transaktionskosten in Fonds anzufertigen. In sieben verschiedenen Kompetenzzentren unseres Instituts erarbeiten wir für jede wichtige Asset-Klasse und IFA-Belange ähnliche Ideen. In meinem unmittelbaren Vorleben war ich Partner bei einer Privatbank.

Bitte fasse für unsere Leser die wesentliche Erkenntnis Ihres aktuellen Reports in 2-3 Sätzen zusammen.

Gutgläubige Anleger gehen beim Kauf eines Fonds davon aus, dass die angegebene Gesamtkostenquote (TER) ihrer Bezeichnung gerecht wird. Unsere Analysen über die letzten Jahre von mehr als tausend Fonds hat ergeben, dass die in der  TER NICHT enthaltenen Transaktionskosten mitunter überraschend hoch sind und somit die Rendite der Anleger teilweise erheblich schmälert.

Das sieht ja nach vielen Stunden intensiver Analysearbeit aus. Wie aufwendig waren diese Auswertungen?

Für einen Anleger ist es fast unmöglich, sich die hierzu erforderlichen Daten zu beschaffen und aussagefähig zu berechnen. Wir haben uns hierzu eine relativ standardisierte Systematik ausgedacht, mit welcher wir viele Fonds beobachten und analysieren können. Aber Sie haben recht. Bis es soweit war, mussten wir viel Arbeit und Zeit aufwenden.

Du hast die Studie bereits zum dritten Mal durchgeführt. Siehst Du über Zeit Veränderungen?

Nein. Auffällige Anbieter blieben auffällig. Günstige Anbieter blieben günstig. Die auffälligen Anbieter selbst reden sich häufig mit „Ausrutscher“ oder „marktabhängig bzw. ansatzabhängig“ heraus. Unsere Analyse lässt eher die Schlussfolgerung zu, dass es sich eher um „Hauspolitik“ handelt. Diese gilt es bei der Fondsselektion herauszufinden.

Die Ergebnisse sind gerade für die großen Fondsgesellschaften schon fast skandalös. Wie reagieren Presse und Verbraucherschützer auf diese Ergebnisse? Haben sich die großen Fondsgesellschaften schon bei Dir gemeldet? 

Skandalöser als die Ergebnisse selbst ist unseres Erachtens der Umgang mit diesen Erkenntnissen. Wir hätten statt „Schulterzucken“ und Ignoranz mehr aktive Reaktionen in der Praxis im Sinne eines weiteren Selektionskriteriums oder Mitbewerberbeobachtung erwartet. Die Presse hat hier und dort natürlich reagiert, betreibt aber häufig eher eine „klientelbezogene“ Berichterstattung. Und: Ja. Manche Häuser beobachten unsere Ergebnisse sehr ernsthaft.

Welche Handlungsempfehlungen leitest Du für Deine Kunden daraus ab? Wie sollen sich Anleger verhalten?

Ganz einfach: Der Anbietende sollte schlicht darauf aufmerksam machen, dass wirklich die Gesamtkosten im Auswahlprozess eine Rolle gespielt haben und zum Auswahlergebnis beigetragen haben. So kann sich der Anleger sicher sein, dass auch dieser Punkt gewürdigt wurde. „Geiz ist zwar geil“, jedoch sind die Kosten alleine auch nicht das Maß aller Dinge.

Was machst Du hinsichtlich Deiner eigenen Geldanlage?

Mein Vermögen ist gut über die wichtigsten Asset-Klassen verteilt, wird von Profis nach den gemeinsam erarbeiteten Rahmenbedingungen verwaltet und:  Das Wichtigste: Ich vertraue und erwarte keine Zauberkunst. So sollte es sein.

Finanzgeschehen im April

Während der DAX im März noch neidisch auf die US-Börsen blickte, die immer neue Allzeithochs verbuchen konnten, trat der Deutsche Leitindex im April schließlich aus deren Schatten. Genau 2 Jahre hat er gebraucht, um mit einem Anstieg über 12.400 Punkte im letzten Monat endlich eine neue Rekordmarke zu setzen. Während der glimpfliche Wahlausgang in Frankreich sicherlich für einen Befreiungsschlag sorgte, basiert die Zuversicht der Anleger vor allem auf fundamentalen Daten.

Europäische Konjunktur im Aufwind

Bereits in unserer letzten Ausgabe „Finanzgeschehen im März“ haben wir die positive Konjunkturentwicklung der Eurozone für das Jahr 2016 und die kräftigen Konjunkturaussichten für 2017 hervorgehoben. Die aktuelle Frühjahrsprognose der Bundesregierung unterstreicht den optimistischen Ausblick, insbesondere auch für Deutschland. So soll die Zahl der Erwerbstätigen in der Bundesrepublik dieses Jahr um mindestens 530.000 auf einen neuen Beschäftigungsrekord steigen und die Wirtschaft noch etwas stärker als zuvor prognostiziert um 1,7 Prozent zulegen. Auch in der Eurozone wächst die Zuversicht. So stieg im April der Economic Sentiment Indicator, der durch die Europäische Kommission erhoben wird, auf den höchsten Stand seit 10 Jahren.

Trump ein zahnloser Tiger?

Ein großer Teil der Rally der letzten Monate an den US-Börsen war den vollmundigen Konjunkturstimuli-Versprechungen des neuen US-Präsidenten Donald Trump zu verdanken. Darin enthalten auch eine Verbesserung der Unternehmensbilanzen durch eine angekündigte Unternehmenssteuer-Reform. Gegen Ende April präsentierte die Trump-Regierung schließlich einen einseitigen Reformplan, der unter anderem eine Senkung der Unternehmensbesteuerung von 35 auf 15 Prozent vorsieht. Da die Trump-Regierung allerdings bereits in ihren ersten 100 Tagen erheblich an Glaubwürdigkeit eingebüßt hat, konnte auch dieser als „größte Steuerreform aller Zeiten“ verkaufte Entwurf niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Ohne einen konkreten Plan zur Gegenfinanzierung zweifeln US-Investoren eine rasche Umsetzbarkeit an. Stattdessen konzentrieren sie sich lieber auf Fakten und blicken auf die angelaufene US-Berichtssaison. Gute Zahlen aus der US-IT-Industrie verhalfen dem Technologie-Index Nasdaq Composite dabei zu neuen Rekordhochs. Das Fehlen einer Erwähnung einer Importsteuer im Trump-Reformplan wiederum lässt europäische Anleger aufatmen.

Frankreich-Wahl bleibt Unsicherheitsfaktor

Während die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich insofern glimpflich verlief, als dass nicht zwei Kandidaten mit dem Ansinnen sich von der EU abzulösen weitergekommen sind, bleibt es spannend. Die Marktteilnehmer zeigten sich erleichtert, nachdem der europafreundliche Emmanuel Macron die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnte. Mit 21,6 Prozent der Stimmen folgte die eurokritische Marine Le Pen allerdings nur knapp dahinter. Das Risiko der Existenzfrage der Eurozone bei einem möglichen Wahlsieg Le Pens bei der Stichwahl am 07. Mai bleibt damit im Raum und dürfte damit deckelnd für die Börsen wirken.

Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als vorrangige Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden.

Kosten aktiver Fonds noch höher als weithin angenommen

Screen_Shot_2017-03-31_at_17.45.50.png

Eine der wichtigsten Regeln der erfolgreichen Geldanlage lautet „Kosten niedrig halten“ (https://www.vaamo.de/wissenschaft.html). Nur so ist sichergestellt, dass der überwiegende Teil der erzielten Rendite auch tatsächlich beim Anleger ankommt.

Um die Kosten niedrig zu halten, werden – so auch bei vaamo – am besten passive ETFs oder Indexfonds eingesetzt. Die Kosten liegen hier mit 0,2-0,6% pro Jahr deutlich unter denen aktiv verwalteter Fonds der großen Fondsgesellschaften. Dort liegen die ausgewiesenen Kosten in der Regel bei 1,5-2,0%, also mindestens 3-4 Mal so hoch. Als ob das nicht schon genug wäre, legt jetzt eine aktuelle Studie des Petersmann Instituts (http://www.petersmann-institut.de) offen, dass die tatsächlichen Kosten der aktiven Fonds meist noch deutlich höher liegen als offiziell angegeben. Dort sind nämlich die fondsinternen Transaktionskosten nicht reflektiert. Um die tatsächlichen Kosten herauszufinden hat das Petersmann Institut sich die Geschäftsberichte der großen Publikumsfonds im Detail angesehen. Das schockierende Ergebnis: nicht wenige Fonds erreichen eine Gesamtkostenquote von über 2,5%, manche sogar deutlich über 3%. Diese Ergebnisse verwundern selbst Fachleute. Damit fressen die Kosten des Fonds einen großen Teil der Erträge wieder auf. Welche Auswirkungen diese Kosten auf die langfristige Performance haben, zeigt folgendes einfaches Rechenbeispiel:

Bei einer angenommenen Rendite von 6% p.a. ohne Kosten würde sich das eingesetzte Kapital in Abhängigkeit von den Kosten jeweils im folgenden Zeitraum ungefähr verdoppeln:

ohne Kosten: 12 Jahre
bei 0,5% Kosten (ETFs/Indexfonds): 13 Jahre
aktiver Fonds mit 1,5% Kosten: 16 Jahre
aktiver Fonds mit 3,0% Kosten: 24 Jahre

Während sich das Kapital innerhalb von 24 Jahren bei einem Fonds mit Gesamtkosten von 3% verdoppelt, hat es sich bei einem günstigen ETF bereits fast vervierfacht! Es lohnt sich also bei den Kosten ganz genau hinzuschauen oder gleich auf günstige ETF-Lösungen zu setzen!

Finanzgeschehen im März

Der März war geprägt von globalen Börsen, die sich auf hohem Niveau eine Verschnaufpause gönnen. Immerhin ließ eine Rally den MSCI World Index seit Jahresbeginn in der Spitze um über 4,5 Prozent auf ein neues Rekordhoch steigen und auch die US-Leitindizes Dow Jones und S&P 500 Anfang März neue Allzeithochs markieren. Der Deutsche Leitindex DAX schaffte es nicht ganz ungekannte Höhenluft zu schnuppern, arbeitete sich zuletzt aber bis auf knapp 100 Punkte an seine Rekordmarke aus dem Jahr 2015 heran. In der zweiten Märzhälfte setzte schließlich global gesehen und bei US-Indizes eine Verschnaufpause mit leicht fallenden Notierungen ein, während der DAX noch einmal zu einem neuen Jahreshoch aufdrehte. Während die fundamentalen Daten weiterhin optimistisch stimmen, so stieg der IHS Markit Einkaufmanagerindex im März auf den höchsten Stand seit 2011 und signalisiert damit eine beschleunigte Konjunkturerholung in der Eurozone, bereitet nun ausgerechnet der Initiator der US-Rally, Donald Trump, Sorgen.

Kann die Trump-Regierung liefern?

Viele Vorschusslorbeeren für die von US-Präsident Donald Trump angekündigten massiven Infrastrukturprogramme und Steuersenkungen für Unternehmen sind in Form höherer Aktienkurse eingepreist worden. Steuersenkungen würden die Ertragskraft der US-Unternehmen steigern und somit auch die erhöhten Aktienbewertungen rechtfertigen. Nachdem die Trump-Regierung allerdings mit ihren Gesetzesvorhaben an vielen Fronten scheiterte – das aktuellste Beispiel ist die Gesundheitsreform – zweifeln Investoren zunehmend an dem „Dealmaker“ Donald Trump. Die Unsicherheit, ob die angekündigten Konjunkturstimuli durchgesetzt werden können, veranlasst Investoren eine abwartende Haltung einzunehmen. Mit einem Schiller-KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis der letzten zehn Jahre) von aktuell rund 29 für den amerikanischen Gesamtmarkt sind US-Aktien nämlich bereits relativ teuer.

Europa zeigt sich stark

Ein ganz anders Bild zeichnet sich in Europa ab: Mit einem Schiller-KGV von aktuell 16 sind europäische Unternehmen gemessen am Verhältnis zu ihren Gewinnen im Vergleich zu US-Unternehmen fast billig. Gleichzeitig weisen die konjunkturellen Indikatoren diesseits des Atlantiks weiter nach oben nachdem das Wirtschaftswachstum letztes Jahr bereits das der USA geschlagen hat. Europas Börsen gewinnen an Attraktivität und scheinen sich langsam aus dem Schatten der schillernden US-Börsen hervorzuheben. Allerdings spielen politische Risiken in Europa eine besondere Rolle, da dieses Jahr in Frankreich, Deutschland und möglicherweise Italien wichtige Wahlen anstehen die zu einem Erstarken euroskeptischer Parteien führen könnten. Insbesondere ein Wahlsieg Marine Le Pens in Frankreich dürfte die Europäische Union vor eine Zerreißprobe stellen. Aus diesem Grund stehen bei Investoren insbesondere der 23. April, der erste Wahlgang zum französischen Staatspräsidenten, und der 7. Mai, das Datum der Stichwahl, im Fokus. Die schwächer als erwarteten Zugewinne von Geert Wilders in den niederländischen Wahlen deuten allerdings auf eine abflauende populistische Welle in Europa hin. Sollte dieses Risiko für die Märkte gebannt sein, dürften die Investoren sich verstärkt auf die positiven konjunkturellen Aussichten konzentrieren.

Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als vorrangige Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden.

Wie stellt vaamo die Portfolios zusammen?

Portfoliozusammenstellung (1).png

Wie stellen wir unsere Portfolios zusammen?
Bei der Portfolioerstellung geht es zunächst um die Bestimmung, in welche Anlageklassen investiert wird und wie die relative Aufteilung dieser ist. Man spricht von der sogenannten Asset Allokation. Wir folgen dabei einem gänzlich passiven Ansatz. Für die Asset Allokation bedeutet dies, dass wir keine taktische, sondern nur eine individuelle und langfristig strategische Asset Allokation anwenden. Die strategische Asset Allokation entscheidet über 90 bis 100 Prozent des Anlageerfolgs. Außerdem bestimmt die strategische Asset Allokation das Risikolevel des Portfolios durch den Anteil an risikobehafteter Assets, z.B. Aktien.

Wir investieren grundsätzlich in Aktien, Unternehmensanleihen verschiedener Bonitätsstufen, Immobilien, Rohstoffe (z.B. Gold) und Staatsanleihen bzw. Pfandbriefe. Dabei gibt es geographische Unterschiede. So investieren wir beispielsweise sowohl in Nordamerika, als auch Europa, Asien, Japan und Entwicklungsländern in Aktien von großen Unternehmen. In Aktien von kleinen und mittleren Unternehmen investieren wir nur aus Nordamerika und Europa. Unternehmensanleihen mit Investment-Grade nehmen wir aus der ganzen Welt, mit Non-Investment-Grade, also schlechterer Bonität, nur aus Europa. In Immobilien investieren wir nur in Nordamerika und Europa. In Anleihen hoher Qualität investieren wir in Nordamerika, Europa, Asien und Japan. Gleich verhält es sich mit Pfandbriefen. In Rohstoffe sind wir aktuell nicht investiert.

Die folgende Tabelle gibt nochmal einen Überblick:
Bildschirmfoto 2017-03-22 um 12.20.09.png
Wie wird die globale Asset Allokation vorgenommen?

Bei der geographischen Gewichtung orientieren wir uns am Bruttoinlandsprodukt der Regionen und nicht an der Marktkapitalisierung der in einer Region gelisteten Unternehmen. Dies ermöglicht eine bessere Diversifikation, macht die Zusammensetzung des Portfolios stabiler und bringt historisch höhere Renditen.

Traditionell wird die Marktkapitalisierung als Indikator genutzt, um die Größe der Kapitalmärkte der Länder zu erfassen und herauszufinden, wie groß ihr Anteil am weltweiten Kapitalmarkt ist. Als Näherung für die Größe des Kapitalmarktes eines Landes kann der Wert der in diesem Land gehandelten Unternehmen herangezogen werden. Betrachtet man anstatt der Marktkapitalisierung das BIP, rückt die Wirtschaftskraft der Länder in den Vordergrund. Das BIP spiegelt den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen wider, die innerhalb von einem Jahr in dem Land hergestellt wurden. Zwar spiegelt eine Gewichtung der Länder nach ihrer Marktkapitalisierung den weltweiten Kapitalmarkt genauer wider, doch Unternehmen, welche nicht an der Börse gehandelt werden, fallen bei dieser Methode aus der Berechnung raus. Für eine Einschätzung der Länder müssen jedoch alle Unternehmen berücksichtigt werden, da nicht selten vor allem mittelständische Unternehmen als wichtige Treiber des Wirtschaftswachstums gelten. Außerdem können Schwellenländer, deren Kapitalmärkte oft noch weniger gut entwickelt sind, bei der Ländergewichtung auf Basis des BIPs besser berücksichtigt werden. Die BIP-Methode ermöglicht also eine deutlich höhere Diversifikation im Portfolio. Und senkt insbesondere den Anteil der US-amerikanischen Unternehmen, die aufgrund ihrer sehr hohen Marktkapitalisierung das Portfolio sonst stark dominieren.

Welches Anlageprinzip liegt all dem zugrunde?

Unsere Portfoliozusammenstellung folgt in den Grundzügen den gleichen Prinzipien wie zum Beispiel die Strategien von Gerd Kommer, welcher zu diesem Thema in den letzten Jahren einige sehr erfolgreiche Bücher veröffentlicht hat. Das Fundament sind langjährige Erkenntnisse aus den Finanzwissenschaften zu den Grundregeln der Geldanlage. Kommer setzt ebenfalls auf ein Weltportfolio mit ETFs. Für die Entwicklung dieser Strategie zog Gerd Kommer als Basis die historischen Daten der unterschiedlichen Wertpapiere heran. Er analysierte die durchschnittlichen Renditen unterschiedlicher Produkte und Strategien, um diese mit einem passiven Investmentansatz zu vergleichen. Ausgelegt ist die Strategie – wie auch bei uns – auf einen langen Anlagezeitraum.

Die verschiedenen Risikolevel unserer Portfolien erzeugen wir, indem wir den Anteil der oben genannten Asset-Klassen variieren: Höheres Risikolevel heißt höherer Anteil an risikobehafteten Anlagen, insbesondere Aktien, im Portfolio. Bei allen Portfolios werden aber risikoreichere mit risikoärmeren Anlageklassen gemischt.

Ist die strategische Asset Allokation erfolgt, müssen die konkreten Instrumente, also die ETFs und Indexfonds ausgewählt werden. Dafür analysieren wir unabhängig alle in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Produkte. Details zur genaueren Produktauswahl gab es schon im Artikel letzten Monat.

Finanzgeschehen im Februar

Nach einem positiven Jahresauftakt präsentierten sich die Börsen auch im Februar von ihrer starken Seite. So schaffte es der deutsche Leitindex DAX zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder die psychologische Marke von 12.000 Punkten zu überwinden und sich damit auch seinem Allzeithoch bei 12.374 Zählern von Mai 2015 zu nähern. Im MDAX wurden im Februar sogar fast täglich neue Rekordhochs verzeichnet. Aber nicht nur in Deutschland zeigten sich die Kapitalanleger optimistisch. Aufgrund positiver globaler Konjunkturaussichten stiegen im Februar der MSCI All-Country World Index und die US-Leitindizes Dow Jones und S&P 500 auf neue Rekordmarken.

Positive Konjunkturaussichten stützen Märkte

Die fortgesetzte Erholung an den Kapitalmärkten basiert unter anderem auf positiven Fundamentaldaten, die die Rally auf gesündere Beine stellt: So erwartet die EU-Kommission nach einem robusten EU-BIP-Wachstum von 1,8 Prozent im letzten Jahr auch für 2017 und 2018 eine Ausweitung um jeweils 1,8 Prozent. Insbesondere positiv anzumerken bleibt die Tatsache, dass 2016 alle EU-Länder eine Erholung ausweisen konnten. Der Optimismus spiegelt sich auch in der Privatwirtschaft wider. So stieg der Markit-Einkaufsmanagerindex für die Eurozone im Februar auf den höchsten Stand seit sechs Jahren. Für die globalen Konjunkturaussichten hoben Volkswirte ihre Erwartungen zuletzt an. In den USA wird nach einem BIP-Wachstum von 1,6 Prozent im letzten Jahr für 2017 mit einer stärkeren Konjunkturdynamik und einem Wachstum von über 2 Prozent gerechnet.

Politische Risiken bestimmen die nächsten Monate

Während die Fundamentaldaten die Marktteilnehmer optimistisch stimmen, bereiten insbesondere wichtige Wahlen in Europa und der künftige handelspolitische Kurs der US-Regierung Sorgen. Sollte US-Präsident Donald Trump seine Ankündigungen wahrmachen und Zölle einführen, könnte dies zu Gegenmaßnahmen anderer Länder führen – und damit ein Handelskrieg drohen. Allerdings dürfte auch die Trump-Regierung Entscheidungen vermeiden wollen, die den globalen Handel der USA allzu stark beeinträchtigen. Für die Eurozone kritisch könnten die Wahlen in den Niederlanden am 15. März und Frankreich am 23. April und 7. Mai werden. Sollten sich hier die euroskeptischen Kräfte durchsetzen, könnte dies das gemeinsame Projekt Europa torpedieren und die damit einhergehende Unsicherheit die Märkte schwächen. Bereits im Vorfeld könnten entsprechende Wahlumfragen diese Unsicherheit schüren.

Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als vorrangige Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden.