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Soll ich in Gold oder Rohstoffen anlegen?

Ist es Zufall, dass der Goldpreis in den Tagen nach dem Brexit-Votum zwischenzeitlich um mehr als 100 US-Dollar pro Feinunze gestiegen ist? Nein. Unsicherheit vor politischen Entwicklungen hat schon immer den Goldpreis nach oben getrieben. Gold gilt als Krisenwährung. Es ist eine Art Mystik, die das Edelmetall umgibt. Dass es für so wertvoll gehalten wird, hängt vor allem damit zusammen, dass es so wenig davon gibt. Würde man alles Gold dieser Erde zu einem großen Würfel zusammenschmelzen, hätte dieser Würfel gerade einmal eine Kantenlänge von 20 Metern. Das ist wahrlich nicht viel.

Trifft Knappheit auf große Nachfrage, schnellen die Preise nach oben. Das ist nicht nur bei Gold so. Deshalb kann Gold auch schnell zur Spekulationswährung werden. Steigt der Goldpreis – aus welchem Grund auch immer – einmal deutlich an, kann es dazu kommen, dass sich Anleger allein vom Kursanstieg angezogen fühlen und selbst investieren. Es kann eine sich selbst erfüllende Prophezeiung werden, die jedoch allein auf der Hoffnung beruht, dass ein Stück Edelmetall morgen mehr wert ist als heute. Objektive Kriterien für diese Annahme gibt es niemals. Denn ein Goldbarren bleibt immer derselbe Goldbarren. Er wird nicht veredelt, größer oder klüger. Er produziert nichts und wirft keine Zinsen ab. Gold wird – im Gegensatz zu Silber oder anderen Rohstoffen – hauptsächlich gehortet und in der Industrieproduktion wenig verbraucht. Deshalb ist der Goldpreis auch nicht von konjunktureller Entwicklung abhängig, sondern nur von Angebot und Nachfrage, Angst oder Gier.

Deshalb kann Gold in einem Depot zwar Sinn machen. Zum Beispiel als Schutz vor Papiergeldinflation. Aber Gold allein taugt nicht zum langfristigen Vermögensaufbau. Denn manchmal sinkt der Goldpreis einfach nur deshalb, weil die Nachfrage sinkt.

Auch Rohstoffe wie beispielsweise Agrarrohstoffe, Industriemetalle oder Energie sind für einen langfristigen Vermögensaufbau nicht geeignet. Das hat vor allem markttechnische Gründe: Beim Rohstoffhandel werden nicht die Rohstoffe selbst, sondern die Optionen für bestimmte Preise von Rohstoffen zu einem bestimmten Termin gehandelt. Je näher dieser Termin rückt, desto weniger Aufpreis müssen Anleger für den jeweiligen Zeitwert einer Option bis zu diesem Termin zahlen. Rohstoff-Optionen verlieren also mit größerer Wahrscheinlichkeit im Laufe der Zeit an Wert als dass sie an Wert gewinnen.

Deshalb spielen Investoren mit Optionen immer gegen die Zeit. Manchmal haben sie damit Glück. Meistens verlieren sie. Selbst professionelle Trader versuchen vor allem, die häufigeren Verluste zu begrenzen und die weniger häufigen Gewinne zu maximieren. Es ist ein riskantes Business mit eigenen Regeln. Es ist aber definitiv kein Business für Privatanleger, die damit langfristig Vermögen aufbauen wollen.

Wer langfristig denkt und handelt, investiert dagegen regelmäßig in etwas, das Gewinne erzielt, im Wert tendenziell eher steigt und Dividenden oder Zinsen abwirft. Etwas, das im besten Sinne einen Mehrwert schafft, Innovationen vorantreibt, die Wirtschaft stärkt und für mehr Wohlstand und Fortschritt sorgt. Ein breit diversifiziertes Aktien- und Anleihedepot erfüllt diese Bedingungen. Gold und Rohstoffe nicht.

Finanzgeschehen im Juni

Der MSCI World Index pendelt seit rund einem Jahr in einer Zone zwischen 1.200 und 1.300 Punkten.  Zwischenzeitliche Ausreißer nach oben und nach unten komplettieren das Bild, in das sich auch der vergangene Juni nahtlos einfügt. Selbst das Brexit-Votum sorgte nur kurz für Aufregung und Kursverluste. Am 1. Juli zählte der MSCI World gerade einmal 11 Punkte weniger als einen Monat zuvor.

Brexit? War da was?

Die kleine Kurs-Delle im MSCI World Index, die inzwischen schon wieder ausgebügelt ist, macht deutlich: Für die Briten sind es zwar spannende Zeiten. Weltpolitisch betrachtet, sind das aber Petitessen. Und so ist innerhalb einer Woche die Aufregung über das Brexit-Votum weitgehend verflogen.

Die Notenbanken haben sich ohnehin fest vorgenommen, keine zweite Finanzkrise zuzulassen. Die Bank of England hat 3,1 Milliarden Pfund Sonderliquidität in den britischen Bankensektor gepumpt, die EZB weitet ihr Anleihekaufprogramm aus, und in den USA wird sogar wieder über eine Zinssenkung diskutiert.

Für die weltweiten Aktienmärkte stehen die Ampeln also weiter auf grün. Gleichzeitig ist die Volatilität an den Aktienmärkten gestiegen. Das sollte nicht beunruhigen. Im Gegenteil: Für Sparpläne ist das ein gesundes Umfeld.

Für private Anleger ist die beste Strategie deshalb nach wie vor, unbeeindruckt von Tagespolitik langfristig und konsequent mit möglichst breiter Diversifikation in unterschiedliche Märkte und Branchen zu investieren. Dies zeigt sich auch am vaamo-Portfolio. Während der Brexit-Phase (22.06.-01.07) ist der DAX um -2,93% gesunken, der MSCI World war bei 0,37% und das vaamo-Portfolio höheres Risiko bei 1,06%. Im gesamten Monat Juni waren die Portfolios leicht positiv.

 

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Experten meinen. Interview mit Prof. Dr. Michael Stein – Professor für Finanz-Ökonometrie

Bild 1Kannst Du Dich unseren Lesern kurz vorstellen?

Mein Name ist Michael Stein, ich habe an der Universität Duisburg-Essen eine Juniorprofessur für Finanzmarkt-Ökonometrie. Dort bin ich aktuell aber beurlaubt, da ich im Sommersemester für eine Lehrstuhlvertretung in Empirischer Wirtschaftsforschung und Ökonometrie an meiner Heimatuni, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, bin. Ich bin 36 Jahre alt und war vor meiner akademischen Tätigkeit knapp fünf Jahre bei der Credit Suisse im Asset Management, wo ich Real Estate Research Analyst und später in einem Manager-Duo dann Portfoliomanager eines gemischten Sondervermögens (ein Fund of Funds im Immobilienbereich) war. Ich wohne seit bald 10 Jahren in Frankfurt am Main mit meiner Frau und unseren beiden Kindern.

Was tust Du sonst so in Deiner Freizeit?

Freizeit ist ein knappes Gut, egal ob als Professor oder Portfoliomanager. Freie Zeit wird natürlich hauptsächlich mit den Kindern verbracht, und wenn noch etwas übrig ist, dann treibe ich Sport, schnitze Holzmasken, und schaue eine gute Serie/Film.

Was hältst Du von „Robo-Advisors“?

Ich halte Robo-Advisors für eine sehr interessante Möglichkeit, für Anleger eine effiziente und kostengünstige Vermögensverwaltung zu erhalten. Wichtig ist hier, wie ich finde, vor allem, dass den Anlegern durch die Automatisierung einiges an Unsicherheit bzgl. der erwarteten Umschichtungen genommen werden kann. In diesem Zusammenhang sehe ich es aber auch als elementar und wichtig an, dass die Regelgebundenheit verständlich und transparent ist, was ja eines der Hauptargumente für eine passive Anlageform ist.

Was ist Deine Meinung zu passiven Geldanlagen?

Ich bin im von mir gemanagten Sondervermögen bereits um 2008/2009 sukzessive aus aktiven Produkten gegangen, um in passive Produkte zu investieren. Die meisten aktiv verwalteten Produkte haben trotz oftmals deutlich anders angekündigter Investmentphilosophien lediglich eine sehr hohe Korrelation mit dem jeweiligen Benchmark gehabt, und haben aufgrund der Management Fees von oftmals über 1,5% und weiteren verdeckten Kosten somit sukzessiv unterhalb der Indizes rangiert. Da war die zunehmende Verfügbarkeit von weiteren ETFs auf Immobilienaktienmärkte, welche für das Produkt wichtig waren, ein klarer Effizienzgewinn. Darüber hinaus konnte man so sein Exposure in die einzelnen Märkte viel besser selbst steuern, da man nicht permanent ein Auge auf Umschichtungen in den aktiven Mandaten haben musste, welche man dann auch nur mit deutlicher Verzögerung auf den jeweiligen Factsheets sehen konnte. Somit war auch die Transparenz viel höher als zuvor.

Was machst Du hinsichtlich Deiner eigenen Geldanlage?

Ich halte die oben angeführten Punkte zu passiven Geldanlagen nicht nur für institutionelle Investoren, sondern gerade auch für Privatanleger sehr wichtig. Während auch aktiv verwaltete Fonds sicher ihre Daseinsberechtigung haben, vor allem in Nischenbereichen oder Märkten wo ein Spezialistenwissen noch einen Mehrwert liefern kann, setze ich privat ebenfalls nur auf passive Geldanlagen, um meine Investmentstrategie optimal umzusetzen.

vaamo-Feature: Die Postbox

Postbox
Dein Postfach, so wie man es erwartet.

Wir haben die Kommunikation zwischen Dir, der FFB und uns komplett digitalisiert, sodass nun alle Dokumente über Dein Postfach📬laufen. Du findest es in Deinem Konto unter „Postfach“. Dort werden alle relevanten Dokumente hinterlegt und sind jederzeit für Dich einsehbar. Das freut uns und hoffentlich Dich auch.

Falls Du weitere Verbesserungsvorschläge oder Wünsche hast, so lass es uns gerne wissen unter service@vaamo.de.

 

Geldanlage: „Keinen Käse kaufen, sondern clever anlegen“

Bei der Geldanlage gibt es nicht nur einen Weg, den Sparer einschlagen können. Abhängig vom Sparziel und der Risikokapazität ergeben sich verschiedene Möglichkeiten. Dabei können Anleger jedoch drei wesentliche Fehler begehen. Welche das sind, hat Finanzexperte Dr. Oliver Vins finanzen.de erläutert.

Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Nach diesem Leitsatz häuften Oma und Opa ein stattliches Vermögen an. Von diesem Prinzip müssen sich heutige Sparer jedoch leider verabschieden. Denn einfaches Geldparken bringt keine Rendite mehr. Doch genau das macht ein Großteil der Deutschen. Finanzexperten beobachten dieses Treiben mit Besorgnis. Denn sie scheinen die Einzigen zu sein, die den riesengroßen Fehler sehen. Laut Prof. Dr. Andreas Hackethal, Finanzwissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt, lassen die Menschen im Schnitt „vier Prozent Zinsen pro Jahr auf der Straße liegen“. Ihr gebunkertes Geld auf Tagesgeld- und Girokonten verliert dabei stetig an Wert. finanzen.de hat jetzt mit Dr. Oliver Vins von vaamo.de darüber gesprochen, wie Sparen auch ohne Lust am großen Risiko heutzutage noch möglich ist. Zum ganzen Artikel

Brexit: ein historischer Moment für die EU, aber nicht für Dein Depot

Als ich gestern Abend gegen Mitternacht ins Bett ging, lautete die Schlagzeile bei Spiegel-Online „EU-Befürworter liegen laut Umfrage vorn“, als ich heute morgen nach dem Aufwachen gleich aufs Smartphone schielte, wurde ich mit „Brexit-Ergebnis: Briten stimmen für EU-Ausstieg“ begrüßt und war schlagartig wach.

Dieses Ergebnis kann einem durchaus Sorge bereiten. Es ist ein Spiegelbild der Stimmungslage in der Europäischen Union und Politiker aller Länder müssen sich wohl die Frage stellen, was hier in den letzten Jahren schiefgelaufen ist. Warum entscheidet sich ein Volk mehrheitlich gegen ein System, dass ihm rein rational betrachtet in den letzten Jahren viele Vorteile eingebracht hat?

Eines muss ich aber auch ganz klar sagen: Sorgen um mein Depot mache ich mir nicht und das solltest Du auch nicht! Auch wenn die weltweiten Aktienmärkte heute große Verluste ausweisen. Jetzt schlägt die Stunde der Zocker und Spekulanten, die versuchen aus der Situation Profite zu schlagen. Zusammen mit der allgemeinen Unsicherheit, die auch andere institutionelle Marktteilnehmer erfasst, wird das in den kommenden Tagen und Wochen sicherlich viel Bewegung in die Kurse bringen. Der derzeitige Verlust im DAX von ca. 6% entspricht allerdings auch nur dem Gewinn des Dax in der vergangenen Woche. Unter dem Strich stehen wir da, wo wir vor 10 Tagen auch schon mal waren. Das ist noch kein „Erdbeben“, wie vielfach getitelt wird. Nüchtern betrachtet ist das Ereignis aber sowieso schon für die mittelfristige Entwicklung an den weltweiten Finanzmärkten von untergeordneter Bedeutung.

Die weltweite Wirtschaftsleistung liegt bei ca. 75 Billionen US-Dollar, die Großbritanniens bei weniger als 3. Und Großbritannien ist auch nicht bekannt als wichtiger Rohstofflieferant oder für seine innovative Wachstumsindustrie. Es muss auch betont werden, dass es sich bei Großbritannien ja nach wie vor um eine sehr solide Volkswirtschaft handelt und daran wird auch der Brexit nichts ändern. Die Auswirkung auf die Entwicklung der weltweiten Aktienmärkte dürfte also mittelfristig eher gering sein. Um die tatsächlichen Auswirkungen zu verstehen muss man sowieso erstmal die Bedingungen abwarten, die Großbritannien für den Austritt verhandelt. Und diese Verhandlungen dürften Jahre dauern. Als Grönland in den 80er-Jahren aus der EU ausgetreten ist, haben die Verhandlungen 3 Jahre gedauert. Wer sein Geld weltweit breit gestreut angelegt hat, hat aber wenig zu befürchten.

Fazit: Ein historisch sehr bedeutender Tag für die Europäische Union, für gut diversifizierte Geldanlagen mittelfristig aber eher ein unbedeutendes Ereignis. Kein Grund sich den Spaß am Sommerwetter verderben zu lassen!

Brexit-daumen

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Wieviel Risiko sollte man mit einer Geldanlage eingehen?

Angst ist kein guter Ratgeber. Das hat man zuletzt in einigen Spielen der Fußball-Europameisterschaft schon sehen können. Mannschaften, die ein Spiel oder gar ein Turnier gewinnen wollen, müssen nicht nur Tore verhindern, sondern auch selbst welche schießen. Natürlich gilt auch: Wer blind drauf los stürmt, läuft Gefahr, ausgekontert zu werden. Offensive bedeutet Risiko. Die Frage, die sich jeder Trainer deshalb immer stellen muss, lautet: Wie sehr lasse ich meine Mannschaft ins Risiko gehen? Wie offensiv oder defensiv stelle ich mein Team auf?

Diese Frage musst Du Dir letztlich auch als Anleger stellen. Geringere Risiken bedeuten geringere Renditechancen – und umgekehrt. Du solltest Dir deshalb Gedanken darüber machen, über welchen Anlagehorizont hinweg Du welche Renditen erzielen möchtest und welches Risiko das für Dein Portfolio bedeutet. Ein Wertpapierportfolio sollte schließlich so aufgestellt sein, dass Du damit Deine persönlichen Ziele erreichen kannst. Und die spiegeln sich in Deinem Risiko-Rendite-Profil wider.

Was ist ein Risiko-Rendite-Profil? Letztlich geht es darum, dass Du Dir als Anleger eine Frage ehrlich beantworten solltest: Kannst Du noch gut schlafen, wenn Dein Depot zwischenzeitlich drei Prozent an Wert verliert? Liegt Deine Schmerzgrenze bei sieben Prozent? Oder hast Du stählerne Nerven und wirst niemals nervös, egal wie es an der Börse zugeht?

Diese Frage ist wichtig, die Antwort darauf verrät Dir Deine Renditechancen. Denn wenn eine Geldanlage so sehr im Wert schwankt, dass sie im Jahresverlauf X Prozent an Wert verlieren kann, dann bedeutet dies, dass sie theoretisch auch mindestens um diesen Wert steigen kann. Man könnte es auch offensiver formulieren: Wenn Du hohe Renditeerwartungen hast, musst Du damit leben können, dass die Kurse der betreffenden Geldanlage intensiver im Wert schwanken.

Wieviel Risiko Du mit einer Geldanlage eingehen solltest, lässt sich deshalb auch nicht pauschal beantworten. Stattdessen gilt: Beurteile Deine Risikobereitschaft und handele danach.

vaamo bietet Dir die Chance, Dein Vermögen genau nach diesem Grundsatz aufzubauen.

Dabei gehst Du idealerweise in drei Schritten vor:

  • In einem ersten Schritt definierst Du Deine Anlageziele. Konkret: Für welchen Zweck möchtest Du Geld anlegen oder Vermögen aufbauen? Welche Summe benötigst Du dafür? Wie viel Geld investierst Du über welchen Zeitraum?
  • In einem zweiten Schritt schätzt Du Deine Risikobereitschaft (Link zu https://www.vaamo.de/#anchor-profiler-risktype)
  • Dies führt Dich im dritten Schritt zu den dazu passenden Möglichkeiten. Bei vaamo hast Du die Wahl zwischen drei verschiedenen Strategien.

Im Gegensatz zu den Trainern bei der Fußball-Europameisterschaft hast Du es jedoch wesentlich leichter: Du musst Dich nur zwischen drei Varianten für die Teamaufstellung entscheiden. Für Dich arbeiten jedoch rund 15.000 Teammitglieder – das ist die Anzahl der Wertpapiere, die in jeder der drei Strategien steckt. Egal, für welche Strategie Du Dich entscheidest: Am Ende wirst Du erfolgreicher sein als die meisten Trainer. Denn bei einem Fußballturnier kann nur einer gewinnen.