Die Vorteile "passiver" Fonds

Vanguard, einer der größten Fondsgesellschaften der Welt, befeuert derzeit wieder einmal die Debatte um den Anlegernutzen von professionell gemanagten Aktienfonds, die mit überdurchschnittlichen Renditen werben. Die zentrale und für viele Sparer relevante Frage in dieser Debatte ist, ob es sich lohnt, den „besten“ Fonds aus den vielen hundert Möglichkeiten auszusuchen, um somit neben Risikostreuung auch die bestmögliche Rendite zu erzielen. Oder sollten Sparer nicht viel mehr auf „passive“ Fonds setzen, die gar nicht erst versuchen, besser als der Marktdurchschnitt zu sein, sondern genau jenen Markt abbilden und damit nur auf bestmöglichste Streuung setzen.

Auf Deutschland übertragen: Fahren aktive Fonds, die selektiv bestimmte deutsche Aktien über- oder untergewichten, langfristig bessere Renditen (natürlich gleiches Risiko vorausgesetzt) ein als der DAX selbst? Sind also Fondsmanager ihr Geld wert? Denn Aktienfonds berechnen für das Fondsmanagement gerne mehr als ein Prozent Kosten pro Jahr, die vom Fondsvermögen abgezogen und damit vom Anleger getragen werden. Passive Fonds, die nur versuchen, möglichst genau den DAX abzubilden, kosten meist weniger als 0,3% pro Jahr.

Dass nun gerade Vanguard immer wieder neue Fakten zur Frage „aktive versus passiv“ auf den Tisch legt, ist nicht verwunderlich. Das Unternehmen bietet fast ausschließlich passive Fonds an, die einen Markt möglichst getreu und zu möglichst geringen Kosten abbilden. Werbung will ich hier sicher nicht betreiben – die Fonds sind in Deutschland sowieso nicht erhältlich. Die Ergebnisse der Studie gleichen sich auch jedes Jahr mehr oder minder, indem Sie die Überlegenheit passiver Fonds für Privatanleger verdeutlichen. An der aktuellen Studie gefällt mir die graphische Aufbereitung, die ich nachstehend mit deutschen Kommentaren versehen habe.

Vanguard

Insgesamt wurden 1540 amerikanische Aktienfonds berücksichtigt, die 1998 für Privatanleger verfügbar waren. Diese Fonds wurden über die folgenden 15 Jahre bis heute verfolgt. Jedes Quadrat in der Abbildung entspricht einem Fonds.

Erstes Ergebnis: Fast die Hälfte, nämlich 698 Fonds wurden in der Beobachtungsperiode vom Markt genommen, meist weil sie nicht die erwartete Größe erreicht hatten, um für den Anbieter profitabel zu sein oder weil der Anbieter selbst vom Markt verschwand. Das heißt nicht, dass die Anleger dort ihr ganzes Geld verloren hätten. Die Anleger bekamen bei Schließung vielmehr den Gegenwert der enthaltenen Aktien und mussten sich dann nach einem neuen Fonds umsehen. Zweites Ergebnis: 567 Fonds (37%) wurden zwar über die ganze Zeit fortgeführt, lagen aber in der Rendite für den Anleger am Ende teils deutlich unter dem amerikanische Aktienmarkt. Drittes Ergebnis: Die restlichen 275 Fonds (18%) lagen am Ende höher als der Markt. Jedoch traf dies wiederum nur für 94 (6%) Fonds dauerhaft zu. Nur diese Fonds lagen nie länger als drei Jahre hintereinander unter dem Durchschnitt. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Mehrheit der besten Fonds ihre Stellung einigen guten Jahren zu verdanken haben und damit im Vorfeld nicht eindeutig erkennbar sind.
Was lässt sich nun für den Sparer aus jener Studie und auch aus all den hunderten vergleichbarer Studien lernen? Meine Sicht: Es gibt zwar einige Fonds, die langfristig besser gefahren sind als der Markt. Selbst eine überdurchschnittliche Rendite über 15 Jahre könnte jedoch einfach durch Glück begründet und damit im Vorhinein nicht absehbar sein. Ein großer Suchaufwand und vor allem hohe Fondskosten lohnen sich damit nur selten und für die meisten eben nie.

Weit einfacher und im Ergebnis sicherer ist es, bei der Auswahl von Fonds auf eine möglichst breite Streuung und möglichst geringe Kosten zu setzen. Dies spricht für passive Fonds bzw. ETFs, spricht aber nicht grundsätzlich gegen günstige und breit gestreute aktive Fonds, die nicht voll auf einen bestimmten Marktindex setzten, sondern zum Beispiel einzelne Länder im Fonds nach deren Wirtschaftskraft und nicht nach dem Wert der dortigen Unternehmen gewichten.

Link zur Quelle (Vanguard)

Hier gehts zum original Artikel auf Deutschland lernt Sparen.

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