Fondsgebühren fressen Renditen auf

Ausgabeaufschläge, laufende Kosten und Gewinnbeteiligungen machen aktive Fonds sehr teuer. Genau genommen sogar so teuer, dass die Gebühren die erwirtschaftete Rendite zum Großteil auffressen – leider. Zu oft stellen Privatanleger nur die Renditeerwartung in den Mittelpunkt Ihrer Anlageentscheidung. Der Fokus sollte allerdings viel mehr auf den Gesamtkosten liegen. Darin sind sich sowohl das Handelsblatt als auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf unabhängige Studien einig.

Im Interview mit dem Handelsblatt stellt Ali Masarwah, Chefredakteur der Fondsratingagentur Morningstar, klar, dass alleine die laufenden Kosten für aktive Aktienfonds bei „gut 2 Prozent“ pro Jahr liegen. Hinzu kommen die beim Fondskauf anfallenden Ausgabeaufschläge, bei denen „5 Prozent keine Seltenheit sind“. Außerdem streichen Fondsgesellschaften auch noch erfolgsabhängige Gebühren ein. Dabei zeige praktisch jede Studie, dass Fonds mit höheren Kosten immer eine niedrigere Rendite erwirtschaften, als Fonds mit niedrigen Kosten. Weitere spannende Details zu den Kosten aktiver Fonds finden sich im vollständigen Interview auf handelsblatt.de.

Auch die F.A.Z. erklärt, dass Gebühren, die von der Wertentwicklung des Fonds abhängen, kein Segen für Privatanleger sind. Denn sie werden bereits dann fällig, wenn der Fonds überhaupt einen Gewinn erzielt hat, auch wenn dieser unter dem Marktgewinn liegt. Selbst eine Gebührenzahlung im Fall von Kursverlusten des Fonds ist nicht auszuschließen, zumindest nicht solange diese Verluste geringer sind, als die des Gesamtmarkts. Werden alle Gebührenbestandteile zusammen gerechnet – also einmalige Ausgabeaufschläge, laufende Kosten und erfolgsabhängige Gebühren –, dann stiegen die Gesamtkosten aktiver Aktienfonds in einem guten Jahr schnell auf bis zu 9 Prozent, so die F.A.Z. Weitere Gebührenberechnungen inklusive einer ausführlichen Übersichtstabelle, sind im vollständigen Artikel auf faz.net nachzulesen.

Deshalb fordert Masarwah Privatanleger auf, künftig professionellere Anlageentscheidungen zu treffen und neben der Renditeerwartung unbedingt auch die Gesamtkosten in ihre Anlageentscheidung mit einzubeziehen. Denn ganz egal wie gut ein Privatanleger den Dschungel des riesigen Fondsuniversums auch durchforstet, eines ist klar: Gesamtkosten von mindestens 3 Prozent pro Jahr sind bei aktiven Aktienfonds unausweichlich – leider.

Und was ist die Lösung? Die Geldanlage in passiven und sehr breit gestreuten Fonds bietet großes Einsparpotenzial. Also Fonds, die nicht aktiv von einem Fondsverwalter gesteuert und häufig umgeschichtet werden. Denn das führt in der Praxis zwar zu viel höheren Kosten, aber nur sehr selten zu höheren Renditen. Der Vorteil von passiven und sehr breit gestreuten Fonds liegt auf der Hand: Ihre Gesamtkosten betragen in der Regel nur zwischen 0,3 und 0,6 Prozent pro Jahr, ihre Rendite liegt jedoch auf Augenhöhe der aktiven Fonds. Wer sein Geld in diesen kostengünstigen Fonds anlegt, kann also rund 2,5 Prozent Gebühren pro Jahr einsparen und damit seine Rendite nach Kosten deutlich steigern.

One thought on “Fondsgebühren fressen Renditen auf

  1. Stephan

    Ein sehr informativer Artikel zum Thema Fondsgebühren. Die Kosten müssen in jedem Fall im Blick behalten werden. Viele unterschätzen dieses Thema, wobei hier das Augenmerk doch sehr groß sein sollte.

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