Experten meinen. Interview mit Prof. Dr. Michael Stein – Professor für Finanz-Ökonometrie

Bild 1Kannst Du Dich unseren Lesern kurz vorstellen?

Mein Name ist Michael Stein, ich habe an der Universität Duisburg-Essen eine Juniorprofessur für Finanzmarkt-Ökonometrie. Dort bin ich aktuell aber beurlaubt, da ich im Sommersemester für eine Lehrstuhlvertretung in Empirischer Wirtschaftsforschung und Ökonometrie an meiner Heimatuni, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, bin. Ich bin 36 Jahre alt und war vor meiner akademischen Tätigkeit knapp fünf Jahre bei der Credit Suisse im Asset Management, wo ich Real Estate Research Analyst und später in einem Manager-Duo dann Portfoliomanager eines gemischten Sondervermögens (ein Fund of Funds im Immobilienbereich) war. Ich wohne seit bald 10 Jahren in Frankfurt am Main mit meiner Frau und unseren beiden Kindern.

Was tust Du sonst so in Deiner Freizeit?

Freizeit ist ein knappes Gut, egal ob als Professor oder Portfoliomanager. Freie Zeit wird natürlich hauptsächlich mit den Kindern verbracht, und wenn noch etwas übrig ist, dann treibe ich Sport, schnitze Holzmasken, und schaue eine gute Serie/Film.

Was hältst Du von „Robo-Advisors“?

Ich halte Robo-Advisors für eine sehr interessante Möglichkeit, für Anleger eine effiziente und kostengünstige Vermögensverwaltung zu erhalten. Wichtig ist hier, wie ich finde, vor allem, dass den Anlegern durch die Automatisierung einiges an Unsicherheit bzgl. der erwarteten Umschichtungen genommen werden kann. In diesem Zusammenhang sehe ich es aber auch als elementar und wichtig an, dass die Regelgebundenheit verständlich und transparent ist, was ja eines der Hauptargumente für eine passive Anlageform ist.

Was ist Deine Meinung zu passiven Geldanlagen?

Ich bin im von mir gemanagten Sondervermögen bereits um 2008/2009 sukzessive aus aktiven Produkten gegangen, um in passive Produkte zu investieren. Die meisten aktiv verwalteten Produkte haben trotz oftmals deutlich anders angekündigter Investmentphilosophien lediglich eine sehr hohe Korrelation mit dem jeweiligen Benchmark gehabt, und haben aufgrund der Management Fees von oftmals über 1,5% und weiteren verdeckten Kosten somit sukzessiv unterhalb der Indizes rangiert. Da war die zunehmende Verfügbarkeit von weiteren ETFs auf Immobilienaktienmärkte, welche für das Produkt wichtig waren, ein klarer Effizienzgewinn. Darüber hinaus konnte man so sein Exposure in die einzelnen Märkte viel besser selbst steuern, da man nicht permanent ein Auge auf Umschichtungen in den aktiven Mandaten haben musste, welche man dann auch nur mit deutlicher Verzögerung auf den jeweiligen Factsheets sehen konnte. Somit war auch die Transparenz viel höher als zuvor.

Was machst Du hinsichtlich Deiner eigenen Geldanlage?

Ich halte die oben angeführten Punkte zu passiven Geldanlagen nicht nur für institutionelle Investoren, sondern gerade auch für Privatanleger sehr wichtig. Während auch aktiv verwaltete Fonds sicher ihre Daseinsberechtigung haben, vor allem in Nischenbereichen oder Märkten wo ein Spezialistenwissen noch einen Mehrwert liefern kann, setze ich privat ebenfalls nur auf passive Geldanlagen, um meine Investmentstrategie optimal umzusetzen.

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