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Welche Ziele verfolgen die Notenbanken mit ihrer Niedrigzinspolitik? Und welche Auswirkungen hat das für uns als Anleger?

Grundsätzlich haben alle Notenbanken die gleiche Aufgabe: Sie kontrollieren die Geldmenge der Währung, für die sie jeweils zuständig sind. Bildlich gesprochen sind Notenbanken quasi das Herz eines Währungsraumes. Wieviel und mit welchem Druck das Geld in den Adern dieses Währungsraumes zirkuliert, regulieren Notenbanken über die Höhe des Zinses, den Banken zahlen müssen, wenn sie sich bei der Notenbank Geld leihen, um es an Unternehmen und Konsumenten weiter zu verleihen. Die Zinssenkungen der Notenbanken sollen dazu führen, dass mehr Geld für Konsum und Investitionen geliehen wird. Ziele sind dabei ein höheres Wirtschaftswachstum und mehr Inflation.

Soweit zur Theorie.

In der Praxis ging die Rechnung der Notenbanken bisher nur zum Teil auf. Zwar haben beispielsweise die Bank of Japan (BoJ), die Federal Reserve (Fed) in den USA und die Europäische Zentralbank (EZB) in den vergangenen Jahren die Zinsen auf oder sogar unter die Nulllinie gesenkt, um die Wirtschaft zu stimulieren. Doch der Geldeinsatz steht in keinem Verhältnis zur Wirkung: In den Industrienationen wachsen seit Jahren die Schuldenberge deutlich schneller als die Wirtschaftsleistung. Es wird also immer schwieriger, die Zinsen wieder anzuheben, ohne die Konjunktur komplett abzuwürgen. Gleichzeitig lahmt die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen, die sich trotz niedriger Zinsen mit Investitionen zurückhalten – gerade deshalb, weil sie ein Erlahmen der Konjunktur befürchten und ihre eigene Verschuldung nicht unnötig hochtreiben wollen. Immer mehr Investitionen werden deshalb mit Eigenmitteln finanziert und nicht mit Krediten. Diese wurden in den USA insbesondere von großen Konzernen eher dazu genutzt, um eigene Aktien zurückzukaufen. Auch Hedgefonds und andere institutionelle Investoren nutzten die niedrigen Zinsen eher für Investitionen in den Aktienmarkt. Das billige Zentralbankgeld floss dort also nicht wie erhofft in erster Linie in den Wirtschaftskreislauf mit Investitionen, mehr Beschäftigung, mehr Konsum, steigenden Preisen und höheren Löhnen, sondern sorgt seit Jahren für einen Boom am Aktienmarkt.

Deshalb haben die Notenbanken weitere Maßnahmen ergriffen. Sie treten seit einiger Zeit auch als Käufer von Staatsanleihen am Markt auf. Die EZB kauft sogar Unternehmensanleihen. Diese Kaufprogramme sind so massiv, dass mittlerweile deutliche Marktverzerrungen festzustellen sind. So sind die Preise aufgrund der Kaufprogramme der Notenbanken so stark gestiegen, dass rund 70 Prozent der Staatsanleihen aus den Industrieländern nur noch negative Renditen abwerfen – falls sie überhaupt am Markt gehandelt werden und nicht schon längst in der Bilanz einer Notenbank verschwunden sind.

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung eine große Herausforderung. Sie müssen sich weltweit immer intensiver nach rentablen Anleihen umsehen. Dem Aktienmarkt verschafft diese Entwicklung weiteren Auftrieb. Sie bleiben im Niedrigzinsumfeld die aussichtsreichste Anlagealternative. Für Aktien sprechen die vergleichsweise hohen durchschnittlichen Dividendenrenditen und die Aussicht auf weitere Kursgewinne. Die Hoffnung darauf ist auf jeden Fall begründet: Es gibt für Anleger derzeit einfach wenig gute Argumente dafür, Aktien zu verkaufen und das dadurch frei gewordene Geld in eine andere Anlageklasse umzuschichten. Denn auch die Preise von Sachwerten wie Immobilien, Kunst oder Oldtimern sind in den vergangenen Jahren teilweise massiv in die Höhe geschossen.

Als Anleger sollte man diese Entwicklung gut im Auge behalten – und gleichzeitig Ruhe bewahren. Seit Wertpapiere an den Börsen gehandelt werden, gab es immer wieder Übertreibungen in die eine oder andere Richtung. Geblieben ist die Erkenntnis, dass regelmäßiges Wertpapiersparen mit einer  gesunden Kombination aus Anleihen, die stetig Erträge liefern und Aktien, die Dividenden und Kurssteigerungen versprechen, der Königsweg für langfristigen Erfolg an der Börse ist. Eine breite Diversifikation sollte dabei selbstverständlich sein. Genau deshalb bietet vaamo Anlegern die Wahl aus drei verschiedenen Anlagestrategien, die eines vereint: eine breite Streuung und seit der Auswahl für vaamo-Portfolien vor ca. zwei Jahren eine gesunde positive Entwicklung.

 

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