Interview mit Prof. Dr. Andreas Hackethal, Aufsichtsratsvorsitzender von vaamo

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Kannst Du Dich kurz unseren Lesern vorstellen?                                              

Als Finanzprofessor an der Goethe Universität in Frankfurt untersuche ich mit meinem Team seit zehn Jahren das Verhalten von Sparern in Deutschland und insbesondere, wie sie bessere Ergebnisse erzielen können.

Neben der Forschung zu Privatanlegern, Börsen und Banken steht für mich die Lehre an  der Goethe Universität hoch im Kurs. Seit 2011 setze ich mich zudem als Dekan bzw. Studiendekan für die Weiterentwicklung unseres Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften ein. Alle jene Aufgaben machen viel Freude.

Um die Forschungsergebnisse auch außerhalb der Universität zu vertreten, gehöre ich seit 2009 dem Fachbeirat der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFIN) an und seit 2011 auch der Börsensachverständigenkommission, die das Bundesfinanzministerium berät. Schließlich sitze ich im Aufsichtsrat von vaamo und bin Vorstandsvorsitzender des Vereins Deutsche Renten Information e.V.

 

Was machen die Deutschen bei der Geldanlage falsch?                                                    

Unsere Daten zu mehreren hundert tausend Sparern sprechen eine eindeutige Sprache: Die Menschen machen immer wieder die selben vermeidbaren Fehler und lassen dadurch im Schnitt vier Prozent Rendite im Jahr auf der Straße liegen. Das sind bei 10.000 Euro 400 Euro jedes Jahr und über zehn Jahre sogar mehr als die Hälfte ihres Vermögens.

Da wundert es kaum, dass die meisten ihr Geld entweder gleich ausgeben oder nur aufs Tagesgeldkonto legen und damit nicht einmal einen Ausgleich für die Inflation und damit den schleichenden Wertverlust ihres Geldes bekommen.  Die Vogelstraußtaktik ist keine Alternative. Es liegt also bei der Geldanlage einiges im Argen in Deutschland. Und das ist umso bedauerlicher, weil die richtige Geldanlage gemäß Lehrbuch im Grunde einfach ist.

 

Wie kann man es besser machen?                                                                                                

Man sollte die Grundregeln der Geldanlage konsequent umsetzen. Dafür geht am besten nach folgenden vier Schritten vor:

  1. Ziele setzen: Die erste Regel stammt aus der Verhaltensforschung. Sie besagt, dass Menschen, die ein konkretes persönliches Anlageziel vor Augen haben, wesentlich motivierter sind und besser gegen Versuchungen gefeit sind, typische Anlegerfehler zu machen. Die Forschung zeigt, dass Menschen, die für sich selbst klareZiele formulieren und diese im Zeitablauf nachhalten, erfolgreicher sind als andere. Das gilt für die eignen Finanzen genauso wie bei Sport und Ernährung.
  2. Individuelle Risikoeinschätzung:Die zweite Regel sagt aus, dass man sich im Klaren über seinen eigenen Risikoappetit sein muss. Die zu erwartende Rendite hängt bei Wertpapieren vom gewählten Risiko ab, denn Risiko und Rendite gehen langfristig Hand in Hand. Der eigene Risikoappetit wiederum hängt auch von den eigenen Anlagezielen ab. Je mehr Flexibilität man mitbringt, wenn es um die Höhe des Sparziels geht und um den Zeitpunkt, an dem das Ziel erreicht werden soll, um so mehr Risiko und Rendite kann man anstreben. Plant man zum Beispiel eine Renovierung in fünf Jahren, kann aber auch damit leben, wenn es etwas länger dauert oder wenn man nur weniger renoviert, dann kommt mehr Risiko in Frage. Damit wächst nämlich gleichzeitig die Chance deutlich, dass man früher und größer renovieren kann.
  3. Maximale Streuung: Die dritte Regel kennt jeder: Nicht alle Eier in einen Korb legen. Übertragen auf die Geldanlage heißt das, seine Anlage möglichst breit über Länder und Branchen zu streuen. Streuung sorgt bei gleicher Renditeerwartung automatischfür weniger Risiko.Die Möglichkeit, seine Anlagen breit zu streuen, ist de facto das einzige, was man auf Kapitalmärkten geschenkt bekommt und von diesem Geschenk sollte man maximal Gebrauch machen. Die Streuung muss man nicht selbst übernehmen, dafür gibt es entsprechende Fonds.
  4. Günstige Geldanlage: Die letzte Regel betrifft die Kosten der Geldanlage. Hohe Kosten würgen den Zinseszins ab, der gerade bei langfristigen Anlagen so wichtig ist. Deshalb sollten Anleger genau auf direkte und indirekte Kosten der Geldanlage schauen und Finanzprodukte oder Beratungsangebote mit hohen Gebühren scheuen. Zwei Prozent Kosten fressen bei fünf Prozentangestrebter Rendite langfristig fast die Hälfte des gesamten Wertzuwachses auf.

 

Wieso sitzt Du im Aufsichtsrat von vaamo?                                                                            

Ganz einfach: Weil es bisher kein anderes Angebot am Markt gibt, dass die vier Grundregeln der Geldanlage so konsequent umgesetzt hat. Ich kann mich durch die Begleitung von vaamo direkt dafür einsetzen, dass mehr Sparer die Grundregeln einfach und sogar mit einem Spaßfaktor beherzigen. vaamo erlaubt es, Ziele zu setzen und jederzeit nachzuhalten. Über die drei Risikostufen kann man das passende Risiko zu jedem Anlageziel festlegen. Bei den Produkten setzt vaamo auf mehr als 15.000 verschiedenen Aktien und Rentenpapiere weltweit und sorgt daher für extrem hohe Streuung. Und all das zu transparenten und wie ich finde, sehr fairen Gebühren ohne böse Überraschungen.

Prof. Dr. Andreas Hackethal erklärt unter anderem auf seinem Blog „Deutschland lernt sparen“, wie Du mehr aus Deinem Geld machst. Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung zeigt seine elf Videos von jeweils drei Minuten Länge.

One thought on “Interview mit Prof. Dr. Andreas Hackethal, Aufsichtsratsvorsitzender von vaamo

  1. anna

    interessanter Blog. Vor allem deine introductory words „was man mit den zusätzlichen EUR 200 – 300 machen sollte die man sich zur Seite legen sollte. Ich glaub der key ist geduld! einkaufen wenn s runter geht und dann einfach warten!

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