Finanzgeschehen im März

Der März war geprägt von globalen Börsen, die sich auf hohem Niveau eine Verschnaufpause gönnen. Immerhin ließ eine Rally den MSCI World Index seit Jahresbeginn in der Spitze um über 4,5 Prozent auf ein neues Rekordhoch steigen und auch die US-Leitindizes Dow Jones und S&P 500 Anfang März neue Allzeithochs markieren. Der Deutsche Leitindex DAX schaffte es nicht ganz ungekannte Höhenluft zu schnuppern, arbeitete sich zuletzt aber bis auf knapp 100 Punkte an seine Rekordmarke aus dem Jahr 2015 heran. In der zweiten Märzhälfte setzte schließlich global gesehen und bei US-Indizes eine Verschnaufpause mit leicht fallenden Notierungen ein, während der DAX noch einmal zu einem neuen Jahreshoch aufdrehte. Während die fundamentalen Daten weiterhin optimistisch stimmen, so stieg der IHS Markit Einkaufmanagerindex im März auf den höchsten Stand seit 2011 und signalisiert damit eine beschleunigte Konjunkturerholung in der Eurozone, bereitet nun ausgerechnet der Initiator der US-Rally, Donald Trump, Sorgen.

Kann die Trump-Regierung liefern?

Viele Vorschusslorbeeren für die von US-Präsident Donald Trump angekündigten massiven Infrastrukturprogramme und Steuersenkungen für Unternehmen sind in Form höherer Aktienkurse eingepreist worden. Steuersenkungen würden die Ertragskraft der US-Unternehmen steigern und somit auch die erhöhten Aktienbewertungen rechtfertigen. Nachdem die Trump-Regierung allerdings mit ihren Gesetzesvorhaben an vielen Fronten scheiterte – das aktuellste Beispiel ist die Gesundheitsreform – zweifeln Investoren zunehmend an dem „Dealmaker“ Donald Trump. Die Unsicherheit, ob die angekündigten Konjunkturstimuli durchgesetzt werden können, veranlasst Investoren eine abwartende Haltung einzunehmen. Mit einem Schiller-KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis der letzten zehn Jahre) von aktuell rund 29 für den amerikanischen Gesamtmarkt sind US-Aktien nämlich bereits relativ teuer.

Europa zeigt sich stark

Ein ganz anders Bild zeichnet sich in Europa ab: Mit einem Schiller-KGV von aktuell 16 sind europäische Unternehmen gemessen am Verhältnis zu ihren Gewinnen im Vergleich zu US-Unternehmen fast billig. Gleichzeitig weisen die konjunkturellen Indikatoren diesseits des Atlantiks weiter nach oben nachdem das Wirtschaftswachstum letztes Jahr bereits das der USA geschlagen hat. Europas Börsen gewinnen an Attraktivität und scheinen sich langsam aus dem Schatten der schillernden US-Börsen hervorzuheben. Allerdings spielen politische Risiken in Europa eine besondere Rolle, da dieses Jahr in Frankreich, Deutschland und möglicherweise Italien wichtige Wahlen anstehen die zu einem Erstarken euroskeptischer Parteien führen könnten. Insbesondere ein Wahlsieg Marine Le Pens in Frankreich dürfte die Europäische Union vor eine Zerreißprobe stellen. Aus diesem Grund stehen bei Investoren insbesondere der 23. April, der erste Wahlgang zum französischen Staatspräsidenten, und der 7. Mai, das Datum der Stichwahl, im Fokus. Die schwächer als erwarteten Zugewinne von Geert Wilders in den niederländischen Wahlen deuten allerdings auf eine abflauende populistische Welle in Europa hin. Sollte dieses Risiko für die Märkte gebannt sein, dürften die Investoren sich verstärkt auf die positiven konjunkturellen Aussichten konzentrieren.

Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als vorrangige Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden.

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