Kosten aktiver Fonds noch höher als weithin angenommen

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Eine der wichtigsten Regeln der erfolgreichen Geldanlage lautet „Kosten niedrig halten“ (https://www.vaamo.de/wissenschaft.html). Nur so ist sichergestellt, dass der überwiegende Teil der erzielten Rendite auch tatsächlich beim Anleger ankommt.

Um die Kosten niedrig zu halten, werden – so auch bei vaamo – am besten passive ETFs oder Indexfonds eingesetzt. Die Kosten liegen hier mit 0,2-0,6% pro Jahr deutlich unter denen aktiv verwalteter Fonds der großen Fondsgesellschaften. Dort liegen die ausgewiesenen Kosten in der Regel bei 1,5-2,0%, also mindestens 3-4 Mal so hoch. Als ob das nicht schon genug wäre, legt jetzt eine aktuelle Studie des Petersmann Instituts (http://www.petersmann-institut.de) offen, dass die tatsächlichen Kosten der aktiven Fonds meist noch deutlich höher liegen als offiziell angegeben. Dort sind nämlich die fondsinternen Transaktionskosten nicht reflektiert. Um die tatsächlichen Kosten herauszufinden hat das Petersmann Institut sich die Geschäftsberichte der großen Publikumsfonds im Detail angesehen. Das schockierende Ergebnis: nicht wenige Fonds erreichen eine Gesamtkostenquote von über 2,5%, manche sogar deutlich über 3%. Diese Ergebnisse verwundern selbst Fachleute. Damit fressen die Kosten des Fonds einen großen Teil der Erträge wieder auf. Welche Auswirkungen diese Kosten auf die langfristige Performance haben, zeigt folgendes einfaches Rechenbeispiel:

Bei einer angenommenen Rendite von 6% p.a. ohne Kosten würde sich das eingesetzte Kapital in Abhängigkeit von den Kosten jeweils im folgenden Zeitraum ungefähr verdoppeln:

ohne Kosten: 12 Jahre
bei 0,5% Kosten (ETFs/Indexfonds): 13 Jahre
aktiver Fonds mit 1,5% Kosten: 16 Jahre
aktiver Fonds mit 3,0% Kosten: 24 Jahre

Während sich das Kapital innerhalb von 24 Jahren bei einem Fonds mit Gesamtkosten von 3% verdoppelt, hat es sich bei einem günstigen ETF bereits fast vervierfacht! Es lohnt sich also bei den Kosten ganz genau hinzuschauen oder gleich auf günstige ETF-Lösungen zu setzen!

4 thoughts on “Kosten aktiver Fonds noch höher als weithin angenommen

  1. Karl

    Und jetzt soll „man“ glauben, dass die Kosten von ETFs wie angegeben sind…..und nicht dass die tatsächlichen Kosten der passiven Fonds nicht auch deutlich höher liegen als offiziell angegeben.

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    • vaamo

      Hallo Karl,

      die Differenz in den Kosten entsteht vor allem durch die Transaktionen der aktiven Fonds. Diese fallen bei ETFs aber nicht oder nur in geringem Umfang an. Außerdem würden sie sich beim ETF direkt im Tracking Error (bzw. in der Tracking Difference) niederschlagen. Den schauen wir uns aber als einer der wichtigsten Auswahlkriterien genau an.

      Beste Grüße
      Dein vaamo-Team

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  2. Sasha

    Liebes Vaamo-Team,
    eure Argumentation bezüglich der Kosten kann ich nachvollziehen. Allerdings fallen die Ergebnisse in der Realität u.U. noch drastischer aus.
    Wir haben mal nachgerechnet, wie es sich für einen „Otto Normalanleger“ tatsächlich verhält.
    Dazu muss man wissen, dass neben den beschriebenen Management Fees und Transaktionskosten in der Regel noch folgende Kosten hinzukommen:

    1. Ausgabeaufschläge (auch wenn diese häufig rabattiert werden)
    2. Portfolio Gebühren: Häufig werden bei bei gemanagten Portfolien zusätzliche Service-Gebühren (z.B. 1% p.a. in Rechnung gestellt)
    3. Umschichtungsgebühren
    4. Erfolgs abhängige Gebühren

    Werden diese Punkte berücksichtigt, so fällt das Ergebnis deutlich negativer aus. Wir haben das mal nachgerechnet und können euch gerne die Ergebnisse zur Verfügung stellen.

    Beste Grüße
    Sasha

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    • vaamo

      Hallo Sasha,

      es ist korrekt, dass vor allem bei aktiven Fonds noch diese zusätzlichen Kostenblöcke mit dazu kommen. Dies ist auch einer der Gründe, warum wir komplett nur auf passive Fonds setzen in unseren Portfolien.

      Beste Grüße
      Das vaamo-Team

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