Finanzgeschehen im April

Während der DAX im März noch neidisch auf die US-Börsen blickte, die immer neue Allzeithochs verbuchen konnten, trat der Deutsche Leitindex im April schließlich aus deren Schatten. Genau 2 Jahre hat er gebraucht, um mit einem Anstieg über 12.400 Punkte im letzten Monat endlich eine neue Rekordmarke zu setzen. Während der glimpfliche Wahlausgang in Frankreich sicherlich für einen Befreiungsschlag sorgte, basiert die Zuversicht der Anleger vor allem auf fundamentalen Daten.

Europäische Konjunktur im Aufwind

Bereits in unserer letzten Ausgabe „Finanzgeschehen im März“ haben wir die positive Konjunkturentwicklung der Eurozone für das Jahr 2016 und die kräftigen Konjunkturaussichten für 2017 hervorgehoben. Die aktuelle Frühjahrsprognose der Bundesregierung unterstreicht den optimistischen Ausblick, insbesondere auch für Deutschland. So soll die Zahl der Erwerbstätigen in der Bundesrepublik dieses Jahr um mindestens 530.000 auf einen neuen Beschäftigungsrekord steigen und die Wirtschaft noch etwas stärker als zuvor prognostiziert um 1,7 Prozent zulegen. Auch in der Eurozone wächst die Zuversicht. So stieg im April der Economic Sentiment Indicator, der durch die Europäische Kommission erhoben wird, auf den höchsten Stand seit 10 Jahren.

Trump ein zahnloser Tiger?

Ein großer Teil der Rally der letzten Monate an den US-Börsen war den vollmundigen Konjunkturstimuli-Versprechungen des neuen US-Präsidenten Donald Trump zu verdanken. Darin enthalten auch eine Verbesserung der Unternehmensbilanzen durch eine angekündigte Unternehmenssteuer-Reform. Gegen Ende April präsentierte die Trump-Regierung schließlich einen einseitigen Reformplan, der unter anderem eine Senkung der Unternehmensbesteuerung von 35 auf 15 Prozent vorsieht. Da die Trump-Regierung allerdings bereits in ihren ersten 100 Tagen erheblich an Glaubwürdigkeit eingebüßt hat, konnte auch dieser als „größte Steuerreform aller Zeiten“ verkaufte Entwurf niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Ohne einen konkreten Plan zur Gegenfinanzierung zweifeln US-Investoren eine rasche Umsetzbarkeit an. Stattdessen konzentrieren sie sich lieber auf Fakten und blicken auf die angelaufene US-Berichtssaison. Gute Zahlen aus der US-IT-Industrie verhalfen dem Technologie-Index Nasdaq Composite dabei zu neuen Rekordhochs. Das Fehlen einer Erwähnung einer Importsteuer im Trump-Reformplan wiederum lässt europäische Anleger aufatmen.

Frankreich-Wahl bleibt Unsicherheitsfaktor

Während die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich insofern glimpflich verlief, als dass nicht zwei Kandidaten mit dem Ansinnen sich von der EU abzulösen weitergekommen sind, bleibt es spannend. Die Marktteilnehmer zeigten sich erleichtert, nachdem der europafreundliche Emmanuel Macron die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnte. Mit 21,6 Prozent der Stimmen folgte die eurokritische Marine Le Pen allerdings nur knapp dahinter. Das Risiko der Existenzfrage der Eurozone bei einem möglichen Wahlsieg Le Pens bei der Stichwahl am 07. Mai bleibt damit im Raum und dürfte damit deckelnd für die Börsen wirken.

Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als vorrangige Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden.

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