Finanzgeschehen im Mai

Im Mai kamen mit dem Abebben politischer Risiken in Europa und einer anziehenden Weltkonjunktur Frühlingsgefühle bei den globalen Investoren auf. Das führte zu neuen Rekordständen unter anderen im MSCI-Welt-Index und im DAX. Bei den Anfang des Jahres allen vorausgeeilten US-Indizes konnte im Mai allerdings nur der Nasdaq einen neuen Rekordstand markieren, während der Dow Jones und S&P 500 auf hohem Niveau verharren. Hier spielen Spekulationen über eine potenzielle Amtsenthebung und auch eine verminderte Durchsetzungskraft des US-Präsidenten Donald Trump eine Rolle in der Zurückhaltung der Investoren.

Europa atmet auf und überholt die USA

Nachdem auch in Frankreich ein Wahlsieg von Euro-kritischen Politikern abgewendet wurde, erhält das Projekt Europa eine Durchschnaufpause. Investoren, die sich zuvor mit Investments auf dem alten Kontinent zurückgehalten haben, nutzten die Gelegenheit um ihre Positionen aufzustocken. Denn die Attraktivität Europas für die internationalen Marktteilnehmer steigt nicht nur aufgrund der relativ günstigeren Aktien-Bewertungen. Die Fundamentaldaten zeigen eine positive Entwicklung auf: So wuchs die Wirtschaftsleistung der Eurozone von Januar bis März im Vergleich zum Vorquartal um 0,5% und damit mehr als doppelt so schnell wie in den USA. Die Arbeitslosenquote im gemeinsamen Währungsraum fiel mit 9,3% zudem zuletzt auf den tiefsten Stand seit März 2009. Währenddessen verharrt die Inflation mit 1,4% auf niedrigem Niveau. Das ist für Investoren durchaus ein wichtiger Punkt, denn so lange die Inflation trotz der positiven Wirtschaftsdynamik nicht allzu stark anzieht, wird die Europäische Zentralbank sich mit einer Straffung der Geldpolitik zurückhalten.

USA wandeln sich zum Sorgenkind

So schnell kann das Blatt sich wenden: Während noch im Frühjahr aufgrund der Unsicherheiten vor den wichtigen Wahlen in Europa die Marktteilnehmer sorgenvoll auf Europa blickten, bestimmen nun Sorgenfalten aufgrund des US-Präsidenten Donald Trump das Bild auf dem Parkett. Mit seiner Entscheidung den FBI-Chef James Comey, der die Untersuchungen über eine Verwicklung des Trumpschen Wahlkampfteams mit Russland untersuchte, abzusetzen, hat Donald Trump über Nacht die Wetten auf ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn steigen lassen. Auch vielen Republikanern, die sich bisher mit Kritik zurückhielten, ging dieser Schritt zu weit und sie befürworteten das Einsetzen eines Sonderermittlers. Unabhängig davon, ob es zu einer Amtsenthebung in den USA kommen wird, alleine die Unsicherheit darüber lastet aktuell auf den US-Börsen.

Investoren sehr zuversichtlich

Trotz der Unwägbarkeiten rund um Donald Trump und selbst vor den Brexit-Verhandlungen, Investoren zeigen sich sehr zuversichtlich, wie anhand der VIX- und VDAX-Indizes abgelesen werden kann. Diese Indizes basieren auf Index-Optionen auf den S&P 500 (VIX) und den DAX (VDAX), und bilden die erwartete Volatilität dieser Leitindizes wieder. Daher werden der VIX und VDAX auch als „Angstbarometer“ bezeichnet. Mit aktuellen Niveaus jeweils um dem niedrigsten Stand seit 2014 zeigt sich ein Bild von sehr zuversichtlichen Investoren, die kaum Anstalten machen, sich abzusichern.

Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als vorrangige Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden.

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