Experten meinen: Interview mit Carl von Stechow von ZINSLAND.

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  1. Können Sie sich kurz unseren Lesern vorstellen?

Sehr gerne. Ich heiße Carl von Stechow und bin seit 2014 Mitgründer und Geschäftsführer von ZINSLAND. Ich bin seit über 10 Jahren in der Immobilienbranche tätig und beschäftige mich im Schwerpunkt mit der Entwicklung von Fonds sowie Anlageprodukten.

  1. Warum haben Sie ZINSLAND gegründet?

Zuerst einmal möchte ich ZINSLAND kurz vorstellen: ZINSLAND ist eine deutsche Online Plattform für Immobilien Finanzierungen mit Sitz in Hamburg. Seit 2014 werben wir Mezzanine-Kapital für Immobilienprojekte in Deutschland und mittlerweile auch Österreich ein.

Gemeinsam mit meinen Gesellschafter Moritz Eversmann und Dr. Stefan Wiskemann habe ich die Chance gesehen, Kleinanlegern über das Internet den Zugang zu lukrativen Immobilien-Investments zu ermöglichen. Wir wollten diese Form der Geldanlage, welche zuvor nur vermögenden Privatpersonen und institutionellen Großanlegern vorbehalten war, demokratisieren. Und unser Erfolg zeigt, dass wir mit dieser Idee genau den Nerv der Zeit getroffen haben.

Was ist Crowdinvesting und wie funktioniert es?

Das Grundprinzip der Schwarmfinanzierung hat schon Mozart im 18. Jahrhundert verwendet, als er eines seiner Konzerte vom Publikum finanzieren ließ. Im Bereich der Immobilien läuft das heutzutage ähnlich ab, aber mit einem großen Unterschied. Ihr Kapital müssen die Anleger nicht mehr verschenken, sondern erhalten als Investoren eine attraktive Rendite.

Auf unserer Plattform stellen wir dabei die Bauvorhaben renommierter Projektentwickler der Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Bauherren sichern sich auf diesem Wege ein Darlehen von der Crowd, mit dem sie einen Teil ihres Eigenkapitals aus dem Projekt lösen. Dieses Eigenkapital kann dann wiederum flexibel eingesetzt werden, beispielsweise für den Ankauf eines neuen Grundstücks.

Wie suchen Sie die Projektentwickler aus, mit denen Sie zusammenarbeiten und welche Projekte schaffen es dann letztendlich auf Ihre Plattform?

Wir veröffentlichen nur ausgewählte Projekte renommierter Projektentwickler auf unserer Plattform. Ein langjähriger und erfolgreicher Track-Record ist dabei entscheidend: Der Bauherr sollte in der Vergangenheit schon vergleichbare Projekte erfolgreich realisiert haben.

Generell stellt ZINSLAND nur Projekte auf die Plattform, die sich bereits in einer fortgeschrittenen Projektphase befinden. In der Regel liegt also bereits eine Baugenehmigung vor und die Projekte befinden sich kurz vor der Hochbauphase oder bereits im Vertrieb. (Dies erklärt u.a. die kurzen Projektlaufzeiten von 12-24 Monaten.)

Gibt es Ihrer Meinung nach eine Immobilienblase in Deutschland?

Der Immobilienmarkt in Deutschland boomt und ein Ende ist aktuell nicht in Sicht: Während im Jahr 2009 knapp 13 Milliarden Euro in Immobilien flossen, investierten die deutschen Anleger im vergangenen Jahr über 65 Milliarden Euro in das Betongold.

Diese Entwicklung würde ich allerdings nicht als eine Immobilienblase bezeichnen. In den vergangenen Jahren ist der Bedarf an neuem Wohnraum schlichtweg nicht gedeckt worden und jetzt wird diesem Defizit gerade mit Hochdruck entgegengewirkt.

Das Interesse an der Anlageklasse ist dementsprechend sehr hoch – und wir wollen auch in den kommenden Jahren noch mehr Menschen den einfachen Zugang zu Immobilieninvestitionen ermöglichen

Gab es bei ZINSLAND-Projekten schon einmal Schwierigkeiten mit einem Projekt?

Alle auf unserer Plattform vorgestellten Projekte werden vom Bauherrn auch realisiert, da sie auch ohne das Mezzanine-Kapital realisiert werden würden. Mit dem eingesammelten Crowd-Kapital wird nämlich ein Teil des Eigenkapitals aus dem in der Regel bereits in der Bauphase befindlichen Projekts gelöst.

Natürlich müssen wir bei einem Bauvorhaben aber immer die diversen wirtschaftlichen und baulichen Faktoren bedenken, die sich teilweise nicht beeinflussen lassen. Durch einzelne Dienstleister kann es beispielsweise zu Verzögerungen in der Bauphase kommen. Aktuell befinden sich alle über uns gefundeten Projekte im planmäßigen Verlauf: Die Investitionen aus drei Projekten haben wir außerdem bereits verzinst an die Anleger zurückgezahlt.

Worauf sollen Privatanleger bei der Geldanlage aus Ihrer Sicht den Fokus legen?

Mein Rat bei Geldanlagen lautet immer: Diversifikation, also durch Streuung des investierten Kapitals das Risiko zu verteilen. Anleger sollten ihr Geld niemals komplett in ein einziges Anlageprodukt investieren. Vielmehr ist eine Verteilung über unterschiedliche Produkte sowie Risikoklassen die sinnvollere Alternative.

Ich rate unseren Investoren immer Geld nur dann anzulegen, wenn sie absolut vom jeweiligen Projekt überzeugt sind. Meiner Meinung nach ist das der beste Ratschlag: wenn man sich bezüglich einer Anlage unsicher ist, sollte man lieber nicht investieren. 

Was machen Sie hinsichtlich Ihrer eigenen Geldanlage

Primär bin ich natürlich in mehrere unserer Projekte investiert und beschäftige mich auch darüber hinaus gerne mit dem deutschen Immobilienmarkt. Zudem habe ich vor kurzem die Wohnung gekauft, in der ich mit meiner Familie wohne.

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