Finanzgeschehen im Juli

Neue Allzeithochs im MSCI-World, S&P 500, Dow Jones und Nasdaq prägen den Börsenmonat im Juli. Auf der anderen Seite fielen europäische Indizes leicht zurück. Was allerdings nicht an den fundamentalen Daten liegt, denn diese sehen für Europa sehr gut aus. Vielmehr belastet der rasant aufgewertete Euro. Durch die Erholung der Gemeinschaftswährung gegen den US-Dollar auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren werden europäische Produkte im Ausland teurer und belasten etwas die Wettbewerbsfähigkeit.

Der stark gestiegene Euro hat noch eine andere Auswirkung. Da zahlreiche Aktien und Anlagen in US-Dollar notieren, können durch eine Rück-Umrechnung in Euro einige Prozente verloren gehen. Das bedeutet, dass selbst bei einer guten Strategie und steigenden Kursen in Euro gerechnet leichte Verluste auftreten können. Dieser Effekt funktioniert in beide Richtungen. Sollte der Euro beispielsweise wieder etwas schwächer gegen den US-Dollar notieren, kann es auch zu Wechselkursgewinnen zusätzlich zu Kursgewinnen kommen. Daher ist eine breite Diversifizierung in verschiedene Regionen empfehlenswert.

Ein Grund für die starke Aufwertung des Euros liegt in Aussagen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi. Auf einer Konferenz im portugiesischen Sintra hatte der oberste Geldhüter sich zuversichtlich gezeigt, dass in der Eurozone das Inflationsziel von zwei Prozent wieder erreichbar sei. Am Markt wurden seine Worte dahingehend gedeutet, dass die EZB bald einen Schritt in Richtung einer Normalisierung der Geldpolitik beschließen könnte, angefangen mit einer Reduzierung des monatlichen Volumens ihres Wertpapieraufkaufprogrammes. Die jüngsten Inflationszahlen für den Euroraum zeigen allerdings, dass der Weg noch weit ist. So blieb die Teuerung der Verbraucherpreise im Juli mit 1,3 Prozent weiterhin sehr niedrig.

Im Fokus der Marktteilnehmer standen im Juli allerdings auch die Geschäftsergebnisse von Unternehmen. Und die Zahlen für das letzte Quartal können sich durchaus sehen lassen, was auch den Höhenflug der Börsen maßgeblich stützt. So konnten 73 Prozent der Unternehmen des US-amerikanischen Leitindex S&P 500, die bisher ihre Bücher geöffnet haben, die Erwartungen der Analysten übertreffen.

Aber auch Europa setzt seine konjunkturelle Erholung fort. Durch den anhaltenden Aufschwung ist die Arbeitslosigkeit in der Eurozone auf den tiefsten Stand seit acht Jahren gefallen. Auch das Geschäftsklima hellt sich weiter auf und erreichte im Juli den besten Wert seit fast zehn Jahren. Der Internationale Währungsfonds hob entsprechend seine Wachstumsprognose für die Eurozone in 2017 auf 1,9 Prozent an.

Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als vorrangige Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden.

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