Finanzgeschehen im August

Ein Börsenspruch unter Händlern lautet zwar „sell in May and go away“, allerdings hat es sich auch im August gelohnt an den Börsen investiert zu bleiben. So haben sowohl die US-Leitindizes Dow Jones und S&P 500 als auch der Nasdaq erneut neue Allzeithochs gesetzt. Auch weltweit war der August ein guter Börsenmonat mit einem neuen Rekordhoch des MSCI-Welt. Und dies trotz der immer wieder aufflammenden Kriegsrhetorik zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Führer Kim Jong-un. Dass die europäischen Indizes etwas hinterherhinken, liegt wiederum an der starken Aufwertung des Euros.

Ein weiterer Börsenspruch lautet „politische Börsen haben kurze Beine“. Und auch dieses Mal bestätigte sich diese Regel, wenn man auf die zwischenzeitliche Unsicherheit durch die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA blickt. Einige Investoren haben kurzfristig Aktien verkauft um Kapital in Gold, Anleihen und andere, als „sichere Häfen“ geltende Anlagen umzuschichten. Die Unsicherheiten währten allerdings nur kurz, wie die anschließende Rekordjagd an den Börsen zeigt. Gleichzeitig verdeutlicht dies wieder einmal, wie wichtig eine Diversifizierung der Kapitalanlage ist. Nur so kann das Kapital in jeder Börsenphase für Sie arbeiten.

Trotz sehr guter Wirtschaftsdaten aus der Eurozone, die ein breites Wachstum nicht nur in den starken Ländern wie Deutschland zeigen, sondern auch in der Euro-Peripherie, waren die europäischen Börsen auch im August Nachzügler. Sollte der Euro weiterhin so rasant ansteigen, könnte dies europäische Exporte erschweren, befürchten einige Anleger. Viele Investoren sahen auf Seiten der Europäischen Zentralbanken (EZB) Indizien einer baldigen Kehrtwende von der expansiven Geldpolitik aufkommen. Allerdings verschob EZB-Präsident Mario Draghi auf der jüngsten Zinssitzung die Entscheidung, wann das Anleihekaufprogramm reduziert werden könnte. Im Gegenteil, erklärte er sogar, dass die wichtigste Notenbank Europas bereit sei, das Anleihekaufprogramm falls nötig noch aufzustocken. Von einer Anhebung der Leitzinsen in Europa wird bei allen Spekulationen um eine Reduzierung des Aufkaufprogrammes noch nicht einmal gesprochen. Verständlich, angesichts einer August-Inflationsrate der Eurozone von 1,5 Prozent. Gegen eine rasche Zinsanhebung spricht nicht nur das Verharren der Verbraucherpreisteuerung unter der EZB-Zielmarke von 2 Prozent. Der stärkere Euro macht Importe in die Eurozone günstiger und wirkt so sogar noch zusätzlich inflationsdämpfend.

Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als vorrangige Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden.

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