Finanzgeschehen im Oktober

Die Aussicht auf eine weiter stützende Geldpolitik, eine anziehende globale Konjunktur und solide Unternehmensgewinne trieben die Börsen im Oktober auf neue Höhen. Die Jahresendrally läuft bereits in voller Kraft und hievt den Dax, Dow Jones und MSCI World-Index im Oktober auf neue Rekordlevel.

Statistisch gesehen, stellt der Zeitraum zwischen Oktober und Dezember das beste Quartal an den Börsen dar. Und auch dieses Jahr zeichnet sich ein Weihnachtsgeschenk des Börsen-Santa ab. Die Aktienmärkte profitieren aktuell von einem idealen Umfeld: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat zuletzt die Konjunkturerwartungen in zahlreichen Volkswirtschaften weiter nach oben korrigiert. Insbesondere in der Eurozone, die im dritten Quartal um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal wuchs, zeichnet sich eine starke Dynamik ab. So sieht der IWF bereits Zeichen, dass der lange Zeit unter politischer Unsicherheit und wirtschaftlicher Schwäche leidende gemeinsame Währungsraum die Finanzkrise hinter sich gelassen hat. Davon profitieren auch die Unternehmen, die in der aktuellen Berichtssaison solide Zahlen vorweisen können. Das gilt ebenso für andere Regionen wie den USA, Japan oder den Schwellenländern. Trotz immer neuer Rekordmarken an den Börsen sehen die Investoren höhere Bewertungen daher als gerechtfertigt an.

Ein weiterer Faktor der Börsenrally ist die Fortsetzung der stützenden Geldpolitik  der Notenbanken. So hat die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer letzten Sitzung zwar beschlossen, ab Januar das Volumen der monatlichen Wertpapieraufkäufe von aktuell 60 auf dann 30 Milliarden zu reduzieren, hat damit das Programm, das ursprünglich bis auf Ende des Jahres ausgelegt war aber gleichzeitig um 9 Monate verlängert. Eine Zinserhöhung rückt damit in noch weitere Ferne. Die Inflation verbleibt weiterhin auf niedrigem Niveau und EZB-Präsident Mario Draghi machte entsprechend auch klar, dass, sollten sich die Zins- und Konjunkturerwartungen eintrüben, die EZB das Wertpapieraufkaufprogramm wieder ausweiten könne. In den USA wird mit einer weiteren Zinserhöhung im Dezember gerechnet. Doch auch dort will die Inflation nicht so, wie es die Geldpolitiker gerne hätten. Daher dürften die Währungshüter im neuen Jahr die Zinsschraube nur mit Samthandschuhen anfassen, um wiederum nicht die Konjunktur zu gefährden.

Ein solches Umfeld, in dem Unternehmen mit ihren Zahlen ihre Börsenbewertungen rechtfertigen, die Konjunktur weiteres Gewinnwachstum erwarten lässt, das Zinsniveau aber niedrig bleibt, stellt ideale Bedingungen für die Börsen. So kann Weihnachten kommen.

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