Finanzgeschehen im November

Neuer Monat, neues Rekordhoch könnte man meinen, wenn man sich die Entwicklung des MSCI World, des DAX und der US-Börsen anschaut. Allerdings erhält Santa Claus für seine Jahresendbescherung auch erheblichen Rückenwind von starken Fundamentaldaten und auch der gestiegenen Hoffnung auf eine Steuerreform in den USA.

So steuert die Eurozone auf ihr stärkstes Wachstum seit einem Jahrzehnt zu. Im November veröffentlichte Umfragewerte unter Einkaufsmanagern der Eurozone durch den Datendienstleister IHS Markit weisen auf eine beschleunigte Dynamik der Wirtschaft im gemeinsamen Währungsraum hin. Die Stimmung unter den Unternehmen stieg mit 57,5 Zählern nicht nur stärker als erwartet, sondern gleich auf den höchsten Wert seit April 2011. Besonders zuversichtlich zeigten sich die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe mit 60,8 Punkten. Doch auch der Dienstleistungssektor rangiert mit 56,2 Zählern deutlich über der Wachstumsschwelle von 50. Da die Unternehmen am schnellsten eine Veränderung der wirtschaftlichen Situation merken, gelten Einkaufsmanagerindizes als sehr gute Frühindikatoren für die Wirtschaftsentwicklung in einer Region. Die Europäische Kommission hat jüngst ihre Einschätzung für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone auf 2,2 Prozent nach oben revidiert, was das kräftigste Wachstum seit einem Jahrzehnt bedeuten würde.

Und auch in den USA steigt die Stimmung unter den Unternehmen. Dort spielt nicht nur ein verbesserter Wirtschaftsausblick eine Rolle, sondern auch die stark gestiegenen Chancen auf massive Steuersenkungen für die dortigen Unternehmen. Sollten die Unternehmenssteuern in den USA von derzeit 35 Prozent auf die geplanten 20 Prozent abgesenkt werden, dürfte dies nicht nur positive Impulse für die Konjunktur bedeuten, sondern auch den Gewinn je Aktie der US-Unternehmen verbessern. Dadurch würde entsprechend die Attraktivität ihrer Bewertung für Investoren gesteigert werden.

Und so verleihen die positiven Fundamentaldaten und Aussichten auf verbesserte Bewertungen dem Schlitten von Santa Claus zusätzliche PS für seinen Jahresendspurt.

Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als vorrangige Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden.