So wirkt sich die Investmentsteuerreform auf die vaamo-Anlagestrategien aus

Kategorien Aktuelles, Finanzen leicht gemacht

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  • Investmentsteuerreformgesetz führt seit 01.01.2018 zu grundlegender Änderung in der Besteuerung von Investmentsfonds/ETFs
  • Mögliches Produktuniversum vergrößert sich dadurch für vaamo
  • Keine direkten Änderungen aus Steuerreform für vaamo-Kunden

Seit Anfang dieses Jahres ist das Investmentsteuerreformgesetz in Kraft getreten, dass die Besteuerung von Investmentfonds, also auch ETFs, grundlegende verändert. Viele Kunden fragen sich daher auch, welche Auswirkungen das auf die vaamo-Anlagestrategien haben wird. Diese Frage wollen wir im Folgenden beantworten. Es würden den Rahmen dieses Blog-Artikels sprengen, auf die ganzen technischen Veränderungen, wie z.B. zukünftig Steuern berechnet werden, einzugehen. Wer sich dafür interessiert, dem sei zum Beispiel eine sehr gute Zusammenfassung bei Finanztip empfohlen: http://www.finanztip.de/indexfonds-etf/investmentsteuerreformgesetz/. Eine weitere gute Quelle ist auch der BVI:    https://www.bvi.de/regulierung/investmentsteuern/investmentsteuerreform/

Der Gesetzgeber verfolgt mit dem Investmentsteuerreformgesetztes zwei grundsätzliches Ziele: inländische und ausländische Investmentfonds sollen steuerlich gleich gestellt werden und die Kapitalertragssteuern sollen gleichmäßiger während der Laufzeit des Investments entrichtet werden und nicht erst am Schluss beim Verkauf, wenn der komplette Kursgewinn zu versteuern ist. Letzteres betrifft vor allem thesaurierende Fonds. Dazu werden folgende grundlegende Veränderungen eingeführt:

  • Fonds werden erstmalig für bestimmte Erträge auf Fondsebene besteuert – bisher wurde immer nur der Anleger besteuert
  • Im Gegenzug werden Gewinne beim Anleger teilweise steuerfrei gestellt (30% bei Aktienfonds, 15% bei Mischfonds, 60% bei Immobilienfonds)
  • Auf Basis eines fiktiven Zinssatzes wird für alle Fonds (auch thesaurierende) eine jährliche steuerliche Vorabpauschale fällig. Diese wird aber mit Ausschüttungen verrechnet und am Ende des Investments auf Veräußerungsgewinne angerechnet.

Was bedeuten diese Änderugen konkret für vaamo-Kunden?

Aus (1) der neuen Besteuerung auf Fondsebene ergibt sich kein Handlungsbedarf. Hier werden jetzt inländische Fonds mit ausländische gleichgestellt. Grundsätzlich sind sowieso die meisten ETFs in Luxemburg oder Irland aufgelegt. Im vaamo-Portfolio ist zum Beispiel nur ein inländischer Fonds enthalten (erkennt man an dem DE in der ISIN). Positiv ist, dass sich durch die Gleichstellung für vaamo ein größeres mögliches Produktspektrum eröffnet. Bisher haben wir aufgrund der steuerlichen Benachteiligung von ausländischen thesaurierenden Fonds diese bei der Produktauswahl ausgschlossen. Zukünftig haben wir hier mehr Möglichkeiten und werde diese bei der laufenden Analyse der besten ETFs und Indexfonds am Markt berücksichtigen.

Aus (2) der Teilfreistellung ergibt sich für vaamo auch kein Handlungsbedarf, da wir ausschließlich physisch replizierende Fonds mit klarem Fokus auf eine Anlageklasse einsetzen. Zu deutlichen steuerlichen Nachteilen kann es zukünftig unter Umständen bei synthetischen ETFs kommen, da ein synthetischer Aktien-ETF unter Umständen nicht als Aktien-ETF gewertet wird und daher keine Teilfreistellung erhält. Außerdem können Mischfonds betroffen sein, wenn die Aktienquote unter gewissen Grenzwerten liegt (hier kommt es auf die Angaben im Wertpapierprospekt an). Beides gibt es bei vaamo aber aus guten Gründen sowieso nicht.

Die (3) Vorabpauschale betrifft vaamo-Depots natürlich genau so wie alle anderen auch. Da wir aber derzeit nur ausschüttende Fonds verwenden, dürfte es auch hier keine nennenswerten Veränderungen geben. Diese Regelung dürfte sowieso für die meisten Anleger eher vorteilhaft sein, da so die jährlichen Steuerfreibeträge besser ausgenutzt werden können. Nur wer diese voll ausgenutzt hat, zahlt etwas mehr Steuern, die dann aber später beim Verkauf wieder angerechnet werden.

Die gute Nachricht: als Anleger müssen Sie nicht tätig werden. Sämtliche Berechnungen und auch spätere Verrechnungen werden automatisch von der depotführenden Bank vorgenommen. Auch die komplexen Angaben in der jährlichen Steuererklärung bei ausländischen thesaurierenden Fonds (gab es bei vaamo nicht) entfallen zukünftig.

Sollten Sie zufällig für die IT-Systeme einer Bank verantwortlich sein, dürfte Sie das Thema zusammen mit den neuen MiFID II-Anforderungen viel Zeit und Nerven gekostet haben. Alle anderen vaamo-Kunden können sich bei diesem Thema entspannt zurücklehnen und sich auf ein weiteres spannendes Börsenjahr 2018 freuen.

Die Inhalte dieses Blogartikels dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Steuer-, Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als vorrangige Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. Die Geldanlage am Kapitalmarkt ist mit Risiken verbunden. Bitte beachten Sie hierzu den Risikohinweis.