Finanzgeschehen im Januar

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Der Januar war von einem Auf und Ab an den globalen Börsen geprägt. Der MSCI-World, die US-Börsen und der DAX markierten im Januar neue Allzeithochs dank positiver Unternehmensgewinne, der Aussicht auf weiterhin steigende Konzernergebnisse aufgrund der US-Steuerreform und sehr guten globalen Konjunkturdaten. Ein bekanntes Bild an den Börsen, das in der letzten Januarwoche allerdings durch Gewinnmitnahmen etwas eingetrübt wurde. Dabei spielten auch Sorgen vor einem schnell steigenden Zinsniveau eine Rolle.

Mit der Übernahme des Chefpostens der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve erbt Jerome Powell von Janet Yellen eine US-Wirtschaft in starker Verfassung: Die Arbeitslosenquote liegt mit 4,1 Prozent auf einem historisch niedrigen Niveau und die Wirtschaftsindikatoren deuten auch ohne die Steuerreform bereits nach oben. Was nach einer sehr guten Ausgangslage aussieht, könnte sich allerdings für die Geldpolitik als heraufordernde Aufgabe herausstellen. Denn die jüngsten Arbeitsmarktdaten deuten darauf hin, dass sich mit der beschleunigenden Konjunktur und einem anspannenden Arbeitsmarkt die Löhne und folgend die Inflation beschleunigen könnte. Bisher geht die Fed von drei Zinsschritten aus, Investoren fürchten nun allerdings, dass die Fed zu noch mehr Zinsschritten getrieben werden könnte. Demgegenüber steht die Möglichkeit, dass die bisherige gedämpfte Inflation auch stark mit technologischen Entwicklungen und Dienstleistungen zusammenhängt, die die Lohnentwicklung kompensieren. Darüber hinaus sieht Trump zunehmend die Börsenentwicklung als Maßstab für den Erfolg seiner Präsidentschaft. Entsprechend könnte sein Wunschkandidat Jerome Powell etwas stärker die Augen zudrücken, sollte die Inflation tatsächlich etwas stärker anziehen. Den Unternehmen wiederum dürfte eine Inflation nicht missfallen, können sie doch so die Preise für ihre Produkte erhöhen.

Nicht zuletzt stehen auch andere Notenbanken als Gegenspieler der Fed im Ring, die diese ebenso bändigen kann. So hielt die Europäische Zentralbank auf ihrer jüngsten Sitzung an ihrem Plan fest, das Anleihekaufprogramm mindestens bis September fortzuführen, äußerte allerdings Sorgen um die Volatilität, sprich die starke Aufwertung des Euro gegen den US-Dollar. Mit leiser Kritik wurde die Intervention der US-Regierung angesprochen, da die Rally im Euro auf ein Dreijahreshoch auch auf Bemerkungen zurückzuführen seien, die im Widerspruch zu der Vereinbarung stehen, Währungen hoch- oder herunterzureden. Sollte der Euro seinen Höhenflug fortsetzen, könnte sich die Europäische Zentralbank ihrerseits bedrängt fühlen, diesem Einhalt zu gebieten. All dies steht im Gegensatz zu der Befürchtung eines schnell steigenden Zinsniveaus an den Märkten.

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