Finanzgeschehen im April 2019

  • vaamo 

Wetterumschwung an den Aktienmärkten

Der April gilt bekanntlich als launischer Monat, der mit raschen Wetterumschwüngen für Überraschungen sorgt. An den internationalen Aktienmärkten herrschte jedoch über den ganzen Monat noch eine angenehme Warmwetterfront. So setzte der DAX seinen im März begonnen Aufwärtstrend fort und erklomm in Serie neue Jahreshöchststände. Das gleiche galt für den Euro Stoxx 50 und auch die US-Märkte zeigten sich im April noch in blendender Laune. Der Leitindex S&P 500 schaffte es, gegen Ende des Monats sogar bei 2.946 Punkten ein neues Allzeithoch zu markieren.

Doch dann kam der Mai – und mit ihm drehte das Börsenwetter. Gab es zuvor noch gute Aussichten auf eine gütliche Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China, hat sich die Wahrscheinlichkeit für ein Abkommen nach der jüngsten Verschärfung des Tons durch die Trump-Administration deutlich verringert. Immerhin: Ein Kompromiss bleibt weiter möglich. Aber sollte in naher Zukunft kein Abschluss zustande kommen, dann müssen sich die Märkte wohl auf eine längere Zeit der wirtschaftlichen Grabenkämpfe einstellen.

Der wieder aufkeimende Zollstreit zwischen den USA und China belastet auch die Stimmung in Deutschland. Das zeigt der überraschende Rückgang des ZEW-Konjunktur-Barometers im Mai. Die jüngste Eskalation des Handelskonflikts, warnt ZEW-Präsident Achim Wambach, erhöhe erneut die Unsicherheit hinsichtlich der deutschen Exporte und damit eines zentralen Faktors für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts.

Der DAX verlor infolge der Unsicherheiten rund 500 Punkte und rutschte damit wieder unter die 12.000-Punkte-Marke. Immerhin gibt es einen Trost: In Deutschland läuft gerade die Dividendensaison auf Hochtouren und Prognosen zufolge werden allein die DAX-Unternehmen knapp 39 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner ausschütten. Das wäre so viel, wie noch nie zuvor.

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