Experten meinen. Interview mit Hartmut Petersmann, Gründer des Petersmann Instituts für den unabhängigen Finanzberater

HP_F3404_klKannst Du Dich unseren Lesern kurz vorstellen?

Mein Name ist Hartmut Petersmann und ich habe das „Petersmann Institut für den unabhängigen Finanzberater“ gegründet. Wir sind der Meinung, dass der höchste Anspruch an die Finanzberatung gerade mal gut genug ist, dem Kunden dienen zu dürfen. Unsere Mitglieder verstehen sich als Anwalt ihrer Kunden in Sachen Finanzen, sind unabhängig, professionell und erfahren. Am Ende des Tages ist das Ergebnis für den Kunden aber nur so gut, wie es die Produktvehikel hergeben. Darum kommt der Produktprüfung eine besondere Bedeutung zu. Aus dieser Überzeugung heraus, sind wir auch auf die Idee gekommen, die Studie zu den Transaktionskosten in Fonds anzufertigen. In sieben verschiedenen Kompetenzzentren unseres Instituts erarbeiten wir für jede wichtige Asset-Klasse und IFA-Belange ähnliche Ideen. In meinem unmittelbaren Vorleben war ich Partner bei einer Privatbank.

Bitte fasse für unsere Leser die wesentliche Erkenntnis Ihres aktuellen Reports in 2-3 Sätzen zusammen.

Gutgläubige Anleger gehen beim Kauf eines Fonds davon aus, dass die angegebene Gesamtkostenquote (TER) ihrer Bezeichnung gerecht wird. Unsere Analysen über die letzten Jahre von mehr als tausend Fonds hat ergeben, dass die in der  TER NICHT enthaltenen Transaktionskosten mitunter überraschend hoch sind und somit die Rendite der Anleger teilweise erheblich schmälert.

Das sieht ja nach vielen Stunden intensiver Analysearbeit aus. Wie aufwendig waren diese Auswertungen?

Für einen Anleger ist es fast unmöglich, sich die hierzu erforderlichen Daten zu beschaffen und aussagefähig zu berechnen. Wir haben uns hierzu eine relativ standardisierte Systematik ausgedacht, mit welcher wir viele Fonds beobachten und analysieren können. Aber Sie haben recht. Bis es soweit war, mussten wir viel Arbeit und Zeit aufwenden.

Du hast die Studie bereits zum dritten Mal durchgeführt. Siehst Du über Zeit Veränderungen?

Nein. Auffällige Anbieter blieben auffällig. Günstige Anbieter blieben günstig. Die auffälligen Anbieter selbst reden sich häufig mit „Ausrutscher“ oder „marktabhängig bzw. ansatzabhängig“ heraus. Unsere Analyse lässt eher die Schlussfolgerung zu, dass es sich eher um „Hauspolitik“ handelt. Diese gilt es bei der Fondsselektion herauszufinden.

Die Ergebnisse sind gerade für die großen Fondsgesellschaften schon fast skandalös. Wie reagieren Presse und Verbraucherschützer auf diese Ergebnisse? Haben sich die großen Fondsgesellschaften schon bei Dir gemeldet? 

Skandalöser als die Ergebnisse selbst ist unseres Erachtens der Umgang mit diesen Erkenntnissen. Wir hätten statt „Schulterzucken“ und Ignoranz mehr aktive Reaktionen in der Praxis im Sinne eines weiteren Selektionskriteriums oder Mitbewerberbeobachtung erwartet. Die Presse hat hier und dort natürlich reagiert, betreibt aber häufig eher eine „klientelbezogene“ Berichterstattung. Und: Ja. Manche Häuser beobachten unsere Ergebnisse sehr ernsthaft.

Welche Handlungsempfehlungen leitest Du für Deine Kunden daraus ab? Wie sollen sich Anleger verhalten?

Ganz einfach: Der Anbietende sollte schlicht darauf aufmerksam machen, dass wirklich die Gesamtkosten im Auswahlprozess eine Rolle gespielt haben und zum Auswahlergebnis beigetragen haben. So kann sich der Anleger sicher sein, dass auch dieser Punkt gewürdigt wurde. „Geiz ist zwar geil“, jedoch sind die Kosten alleine auch nicht das Maß aller Dinge.

Was machst Du hinsichtlich Deiner eigenen Geldanlage?

Mein Vermögen ist gut über die wichtigsten Asset-Klassen verteilt, wird von Profis nach den gemeinsam erarbeiteten Rahmenbedingungen verwaltet und:  Das Wichtigste: Ich vertraue und erwarte keine Zauberkunst. So sollte es sein.

Experten meinen. Interview mit Dr. Gerd Kommer, Leiter der Niederlassung London von FMS Wertmanagement

kommer-dsc02987Kannst Du Dich unseren Lesern kurz vorstellen?

Ich leite die Niederlassung London der FMS Wertmanagement und den Geschäftsbereich Infrastructure Finance. Die FMS ist ein Asset Manager und die „Bad Bank“ der ehemaligen Hypo Real Estate Bank. Das Unternehmen gehört dem deutschen Staat. Daneben schreibe ich hobbymäßig Artikel und Bücher zum Thema Finanzen für Privatanleger im deutschsprachigen Raum. Eines meiner Buecher, „Souverän Investieren mit Indexfonds und ETFs“, hat dieses Jahr den Deutschen Finanzbuchpreis gewonnen. Ein anderes mit dem Thema „Kaufen oder mieten“ ist vor wenigen Monaten in seiner zweiten, überarbeiteten Auflage erschienen. Ab Januar 2017 werde ich mich in München mit einem eigenen Finanzberatungsunternehmen für vermögende Privatkunden selbstständig machen.

Was tust Du sonst so in Deiner Freizeit?

Ich gehe ein paar Mal im Monat tanzen – Swing, argentinischen Tango und Salsa – treibe ein bisschen Sport – Golf im Sommer, Skifahren im Winter. Darüber hinaus mache ich seit 15 Jahren gesundheitsorientiertes Krafttraining und gehe oft auf Städtereisen. Für den Kopf lese ich viel über Investment-bezogene Themen, weil mir das Spaß macht. Und ich schreibe gerne zu Finanzthemen.

Du beschäftigst Dich schon lange mit passiven Investmentansätzen und erklärst Privatanlegern, wie sie ihr Geld sinnvoll selbst anlegen können. Worauf sollen Privatanleger bei der Geldanlage aus Deiner Sicht den Fokus legen?

Auf diese Frage könnte man 100 seitenlang antworten aber ich versuch’s mal ganz ganz kurz: Privatanleger sollten spätesten ab Mitte 30 anfangen, kontinuierlich Vermögen zu bilden, das heißt entweder eine selbstgenutzte Wohnimmobilie finanzieren oder ein Kapitalmarktportfolio besparen. Im Falle des Kapitalmarktportfolios sollten sie fanatisches Buy-and-Hold, radikale Kostenminimierung und maximale globale Diversifikation praktizieren. In einem solchen Portfolio dürfen Aktien nicht fehlen. Am besten geht so etwas mit einem passiven ETF-Portfolio. Was die selbstgenutzte Immobilie betrifft: Die ist zwar auf lange Sicht für den durchschnittlichen Häuslebauer weder sehr rentabel, noch sehr risikoarm, aber sie zwingt zum langfristigen Sparen, jedenfalls dann, wenn anfänglich 60% oder mehr über einen Kredit finanziert wurde. Dieses Sparen oder Investieren, ob mit Kapitalmarktanlagen oder Eigenheim, hat nichts mit Quatsch à la „schnell reich werden“, „Geheimtipps“ oder „Rettung vor dem Eurokollaps“ zu tun. Es führt beinahe automatisch zur Vermögensbildung, wenn man es kontinuierlich über Jahrzehnte zur Dauergewohnheit macht, so wie Zähneputzen. Allein auf der Basis der gesetzlichen Rentenversicherung werden jedenfalls die Geburtsjahrgänge ab 1960 ihren vor Beginn der Rentenphase erreichten Lebensstandard im Ruhestand nicht halten können.

Wie stehst Du zu den noch neuen digitalen Anlageangeboten von Robo-Advisors wie vaamo?

Ich halte Robo-Advisor für eine sehr erfreuliche Innovation im Finanzdienstleistermarkt für Vermögensbildung und Altersvorsorge von Privatanlegern. Banken und konventionelle Anlageberater haben hierbei in den vergangenen Jahrzehnten leider erbärmliche Leistungen erbracht und ich glaube nicht, dass sich das in absehbarer Zukunft ändern wird. Der Staat hat ebenfalls versagt, weil ein umlagefinanziertes Rentensystem, so wie wir es in Deutschland seit über 100 Jahren haben, strukturelle, nicht reparierbare Konstruktionsmängel besitzt. Unter den sozioökonomischen Bedingungen, die hierzulande und in anderen entwickelten Ländern mit Beginn der 70er Jahre einsetzten, wird es immer schlechter funktionieren, will heißen, mickrige Renditen auf die eingezahlten Beiträge produzieren und innergesellschaftliche Konflikte verstärken. Dass die kapitalmarktbasierten staatlichen Initiativen wie Riester- und Rürup-Sparen durchschlagende Erfolge sind, wird auch kaum jemand behaupten. Rob-Advisor können – vor allem Anlegern, die nicht zur finanziellen Oberschicht gehören – helfen, die Misere zu lindern, die die traditionelle Finanzindustrie und der Staat verschuldet haben.

Was machst Du hinsichtlich Deiner eigenen Geldanlage?

„I put my money where my mouth is“, wie die Yankees sagen. Ich investiere selbst genauso, wie ich es in meinen Büchern empfehle: Mit einem global diversifizierten passiven Buy-and-Hold-Portfolio aus Indexfonds –  ein „Weltportfolio“. Dabei werden so genannte Faktorprämien gegenüber dem reinen Marktportfolio etwas übergewichtet, um langfristig ein klein wenig Extrarendite herauszuholen. Jeden Monat kommt etwas per Sparplan zum Portfolio hinzu. Seit ich damit Ende der 90er Jahre angefangen habe, habe ich noch nie eine einzige Anlage verkauft, allenfalls alle paar Jahre in preisgünstigere Indexfonds umgeswitcht, wo das steuerunschädlich möglich war. Trotz viel zwischenzeitlichem Auf- und Ab an den Börsen bin ich damit sehr gut gefahren und der Arbeitsaufwand war nahe Null.

Experten meinen. Interview mit Sebastian Tonn, Gründer von anyonecan.de

Sebastian-Tonn-01-kleinKannst Du Dich unseren Lesern kurz vorstellen?

Mein Name ist Sebastian Tonn und ich bin Betreiber der Website www.anyonecan.de . ANYONECAN.DE ist ein Bildungsportal rund um das Thema Finanzen. Mein Ziel ist es, mit einfach und anschaulich dargestellten Inhalten den Normalbürger in die Lage zu versetzen, seine Geldanlage und Vorsorge selbst in die Hand zu nehmen.

Davor habe ich nach BWL-Studium und ein, zwei anderen Jobs viele Jahre bei dem Online-Netzwerk XING gearbeitet. Damals noch ein Startup mit vielen jungen Kollegen. Alles schlaue Leute, (fast) alle ein Problem: „Was mache ich eigentlich mit den ein-/zweihundert Euro pro Monat, die ich zusätzlich zur gesetzlichen Rente noch für später zur Seite legen möchte?“ Da ich mich aus Eigeninteresse heraus schon immer viel mit diesem Thema beschäftigt habe, ist so die Idee für mein Projekt geboren.

Privat: Glücklich verbandelt – ohne Trauschein, ohne Kinder – in Hamburg.

Was tust Du sonst so in Deiner Freizeit?

Nichts Außergewöhnliches: Ich brauche Leute um mich herum. Mit anderen Worten: Viel unternehmen mit Freunden und Familie. Wenn es mal ruhig ist, dann Lesen, Lesen, Lesen. Ein bisschen Sport, ein bisschen Reisen.

Was hältst Du von Robo Advisors?

Wenn man seine Geldanlage nicht selbst managen kann bzw. möchte, finde ich es eine super Alternative. Was für mich immer wichtig ist: Der Nutzer sollte verstehen, in was er da investiert. Und das funktioniert bei den meisten Robo Advisors ganz gut. Und klar, der Robo Advisor möchte für seine Dienstleistung auch bezahlt werden. Solange die Konditionen absolut transparent sind, ist das auch völlig in Ordnung. Unterm Strich: Jedes zusätzliche Angebot, welches dem Normalbürger eine rentable und solide Geldanlage zugänglicher macht, hilft.

Was machst Du hinsichtlich Deiner eigenen Geldanlage?

Für meine Altersvorsorge investiere ich in breit gestreute ETFs (Welt und Schwellenländer). Außerdem habe ich ein Depot mit Einzelaktien. Letzteres ist aber eher nur Hobby, da ich natürlich weiß, dass ich als Einzelperson den Markt langfristig wahrscheinlich nicht schlagen werde. 😉

Interview mit Prof. Dr. Andreas Hackethal, Aufsichtsratsvorsitzender von vaamo

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Kannst Du Dich kurz unseren Lesern vorstellen?                                              

Als Finanzprofessor an der Goethe Universität in Frankfurt untersuche ich mit meinem Team seit zehn Jahren das Verhalten von Sparern in Deutschland und insbesondere, wie sie bessere Ergebnisse erzielen können.

Neben der Forschung zu Privatanlegern, Börsen und Banken steht für mich die Lehre an  der Goethe Universität hoch im Kurs. Seit 2011 setze ich mich zudem als Dekan bzw. Studiendekan für die Weiterentwicklung unseres Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften ein. Alle jene Aufgaben machen viel Freude.

Um die Forschungsergebnisse auch außerhalb der Universität zu vertreten, gehöre ich seit 2009 dem Fachbeirat der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFIN) an und seit 2011 auch der Börsensachverständigenkommission, die das Bundesfinanzministerium berät. Schließlich sitze ich im Aufsichtsrat von vaamo und bin Vorstandsvorsitzender des Vereins Deutsche Renten Information e.V.

 

Was machen die Deutschen bei der Geldanlage falsch?                                                    

Unsere Daten zu mehreren hundert tausend Sparern sprechen eine eindeutige Sprache: Die Menschen machen immer wieder die selben vermeidbaren Fehler und lassen dadurch im Schnitt vier Prozent Rendite im Jahr auf der Straße liegen. Das sind bei 10.000 Euro 400 Euro jedes Jahr und über zehn Jahre sogar mehr als die Hälfte ihres Vermögens.

Da wundert es kaum, dass die meisten ihr Geld entweder gleich ausgeben oder nur aufs Tagesgeldkonto legen und damit nicht einmal einen Ausgleich für die Inflation und damit den schleichenden Wertverlust ihres Geldes bekommen.  Die Vogelstraußtaktik ist keine Alternative. Es liegt also bei der Geldanlage einiges im Argen in Deutschland. Und das ist umso bedauerlicher, weil die richtige Geldanlage gemäß Lehrbuch im Grunde einfach ist.

 

Wie kann man es besser machen?                                                                                                

Man sollte die Grundregeln der Geldanlage konsequent umsetzen. Dafür geht am besten nach folgenden vier Schritten vor:

  1. Ziele setzen: Die erste Regel stammt aus der Verhaltensforschung. Sie besagt, dass Menschen, die ein konkretes persönliches Anlageziel vor Augen haben, wesentlich motivierter sind und besser gegen Versuchungen gefeit sind, typische Anlegerfehler zu machen. Die Forschung zeigt, dass Menschen, die für sich selbst klareZiele formulieren und diese im Zeitablauf nachhalten, erfolgreicher sind als andere. Das gilt für die eignen Finanzen genauso wie bei Sport und Ernährung.
  2. Individuelle Risikoeinschätzung:Die zweite Regel sagt aus, dass man sich im Klaren über seinen eigenen Risikoappetit sein muss. Die zu erwartende Rendite hängt bei Wertpapieren vom gewählten Risiko ab, denn Risiko und Rendite gehen langfristig Hand in Hand. Der eigene Risikoappetit wiederum hängt auch von den eigenen Anlagezielen ab. Je mehr Flexibilität man mitbringt, wenn es um die Höhe des Sparziels geht und um den Zeitpunkt, an dem das Ziel erreicht werden soll, um so mehr Risiko und Rendite kann man anstreben. Plant man zum Beispiel eine Renovierung in fünf Jahren, kann aber auch damit leben, wenn es etwas länger dauert oder wenn man nur weniger renoviert, dann kommt mehr Risiko in Frage. Damit wächst nämlich gleichzeitig die Chance deutlich, dass man früher und größer renovieren kann.
  3. Maximale Streuung: Die dritte Regel kennt jeder: Nicht alle Eier in einen Korb legen. Übertragen auf die Geldanlage heißt das, seine Anlage möglichst breit über Länder und Branchen zu streuen. Streuung sorgt bei gleicher Renditeerwartung automatischfür weniger Risiko.Die Möglichkeit, seine Anlagen breit zu streuen, ist de facto das einzige, was man auf Kapitalmärkten geschenkt bekommt und von diesem Geschenk sollte man maximal Gebrauch machen. Die Streuung muss man nicht selbst übernehmen, dafür gibt es entsprechende Fonds.
  4. Günstige Geldanlage: Die letzte Regel betrifft die Kosten der Geldanlage. Hohe Kosten würgen den Zinseszins ab, der gerade bei langfristigen Anlagen so wichtig ist. Deshalb sollten Anleger genau auf direkte und indirekte Kosten der Geldanlage schauen und Finanzprodukte oder Beratungsangebote mit hohen Gebühren scheuen. Zwei Prozent Kosten fressen bei fünf Prozentangestrebter Rendite langfristig fast die Hälfte des gesamten Wertzuwachses auf.

 

Wieso sitzt Du im Aufsichtsrat von vaamo?                                                                            

Ganz einfach: Weil es bisher kein anderes Angebot am Markt gibt, dass die vier Grundregeln der Geldanlage so konsequent umgesetzt hat. Ich kann mich durch die Begleitung von vaamo direkt dafür einsetzen, dass mehr Sparer die Grundregeln einfach und sogar mit einem Spaßfaktor beherzigen. vaamo erlaubt es, Ziele zu setzen und jederzeit nachzuhalten. Über die drei Risikostufen kann man das passende Risiko zu jedem Anlageziel festlegen. Bei den Produkten setzt vaamo auf mehr als 15.000 verschiedenen Aktien und Rentenpapiere weltweit und sorgt daher für extrem hohe Streuung. Und all das zu transparenten und wie ich finde, sehr fairen Gebühren ohne böse Überraschungen.

Prof. Dr. Andreas Hackethal erklärt unter anderem auf seinem Blog „Deutschland lernt sparen“, wie Du mehr aus Deinem Geld machst. Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung zeigt seine elf Videos von jeweils drei Minuten Länge.

Experten meinen. Interview mit Ramin Nikbin, FinTech Experte

 

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Kannst Du Dich unseren Lesern kurz vorstellen? 

Mein Name ist Ramin Nikbin und ich bin ehemaliger Managing Director der Exec I/O Reihe (EXECfintech/EXECinsurtech). Ich bin 30 Jahre alt, wohnhaft in Hamburg, komme aber ursprünglich aus NRW. Seit 2011 bin ich in der Startup Szene unterwegs und beschäftige mich seit 2013 mit dem Thema FinTech.

Und was machst Du so in Deiner Freizeit?

Wenn möglich, reise ich – je weiter weg und je länger der Aufenthalt, desto besser! Unter der Woche verbringe ich bevorzugt Zeit mit meiner Freundin oder Freunden, ansonsten höre und mache ich gerne Musik, lese Bücher oder beschäftige mich mit Nerdzeugs.

Du hast bisher die bekannteste FinTech Konferenz Deutschlands, die Exec I/O, organisiert. Was für Trends konntest Du dieses Jahr beobachten?

Mir ist aufgefallen, dass Payment nach wie vor ein großes Thema auf den Konferenzen ist, und sich zum Dauerbrenner entwickelt. Im Lending-Bereich wurde der Vertrauensaspekt heiß diskutiert und war auch bereichsübergreifend ein wichtiges Thema. Zudem hat sich InsurTech zu einem eigenständigen Bereich neben FinTech entwickelt. Und dann wäre da noch Artificial Intelligence (AI) und Machine Learning, sicherlich einer der für mich interessantesten Trends, der auch im FinTech Bereich Anwendung finden wird.

Wie wird sich das Thema FinTech in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

Ich persönlich glaube, dass Kooperationen zwischen Finanzunternehmen und Startups das Kernthema der zukünftigen EXEC-Reihe sein wird.

In Bezug auf Technologien erwarte ich große Entwicklungsschritte durch den Einsatz von AI und Machine Learning. Das wird sich wahrscheinlich als erstes in verschiedenen Interaktionsprozessen über Chatbots niederschlagen.

Was hältst Du von „Robo-Advisors“, wie vaamo?

Für mich sind Robo-Advisor nach wie vor ein sehr logischer Schritt im FinTech-Sektor. Investments werden ja bekanntermaßen auf Basis von Daten und mithilfe von Algorithmen getätigt, da liegt es nahe, den Prozess voll zu automatisieren. Mir fehlt aber noch die tatsächlich disruptive Technologie dahinter. Zum Beispiel bin ich gespannt, ob über selbstlernende Algorithmen bald auch die psychologischen Aspekte des Investmentverhaltens (Behavioral Finance) abgebildet werden.

Was machst Du eigentlich hinsichtlich Deiner Geldanlage?

Ich habe ein Konto bei einem dem Start-up, welches Tagesgeld im Ausland vermittelt, ein Broker-Konto für Daytrading (wenn ich mal wieder Langeweile habe oder mich der Spieltrieb packt) und ansonsten hier und da in Start-ups investiert. LEIDER nicht rechtzeitig in vaamo.

Experten meinen. Interview mit Prof. Dr. Michael Stein – Professor für Finanz-Ökonometrie

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Mein Name ist Michael Stein, ich habe an der Universität Duisburg-Essen eine Juniorprofessur für Finanzmarkt-Ökonometrie. Dort bin ich aktuell aber beurlaubt, da ich im Sommersemester für eine Lehrstuhlvertretung in Empirischer Wirtschaftsforschung und Ökonometrie an meiner Heimatuni, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, bin. Ich bin 36 Jahre alt und war vor meiner akademischen Tätigkeit knapp fünf Jahre bei der Credit Suisse im Asset Management, wo ich Real Estate Research Analyst und später in einem Manager-Duo dann Portfoliomanager eines gemischten Sondervermögens (ein Fund of Funds im Immobilienbereich) war. Ich wohne seit bald 10 Jahren in Frankfurt am Main mit meiner Frau und unseren beiden Kindern.

Was tust Du sonst so in Deiner Freizeit?

Freizeit ist ein knappes Gut, egal ob als Professor oder Portfoliomanager. Freie Zeit wird natürlich hauptsächlich mit den Kindern verbracht, und wenn noch etwas übrig ist, dann treibe ich Sport, schnitze Holzmasken, und schaue eine gute Serie/Film.

Was hältst Du von „Robo-Advisors“?

Ich halte Robo-Advisors für eine sehr interessante Möglichkeit, für Anleger eine effiziente und kostengünstige Vermögensverwaltung zu erhalten. Wichtig ist hier, wie ich finde, vor allem, dass den Anlegern durch die Automatisierung einiges an Unsicherheit bzgl. der erwarteten Umschichtungen genommen werden kann. In diesem Zusammenhang sehe ich es aber auch als elementar und wichtig an, dass die Regelgebundenheit verständlich und transparent ist, was ja eines der Hauptargumente für eine passive Anlageform ist.

Was ist Deine Meinung zu passiven Geldanlagen?

Ich bin im von mir gemanagten Sondervermögen bereits um 2008/2009 sukzessive aus aktiven Produkten gegangen, um in passive Produkte zu investieren. Die meisten aktiv verwalteten Produkte haben trotz oftmals deutlich anders angekündigter Investmentphilosophien lediglich eine sehr hohe Korrelation mit dem jeweiligen Benchmark gehabt, und haben aufgrund der Management Fees von oftmals über 1,5% und weiteren verdeckten Kosten somit sukzessiv unterhalb der Indizes rangiert. Da war die zunehmende Verfügbarkeit von weiteren ETFs auf Immobilienaktienmärkte, welche für das Produkt wichtig waren, ein klarer Effizienzgewinn. Darüber hinaus konnte man so sein Exposure in die einzelnen Märkte viel besser selbst steuern, da man nicht permanent ein Auge auf Umschichtungen in den aktiven Mandaten haben musste, welche man dann auch nur mit deutlicher Verzögerung auf den jeweiligen Factsheets sehen konnte. Somit war auch die Transparenz viel höher als zuvor.

Was machst Du hinsichtlich Deiner eigenen Geldanlage?

Ich halte die oben angeführten Punkte zu passiven Geldanlagen nicht nur für institutionelle Investoren, sondern gerade auch für Privatanleger sehr wichtig. Während auch aktiv verwaltete Fonds sicher ihre Daseinsberechtigung haben, vor allem in Nischenbereichen oder Märkten wo ein Spezialistenwissen noch einen Mehrwert liefern kann, setze ich privat ebenfalls nur auf passive Geldanlagen, um meine Investmentstrategie optimal umzusetzen.

Experten meinen: Interview mit Christoph Kanzler von Dimensional Fund Advisors

0S4A8734Kannst Du Dich unseren Lesern kurz vorstellen?

Mein Name ist Christoph Kanzler und ich bin Leiter der Niederlassung Deutschland & Schweiz von Dimensional Fund Advisors. Ich bin 44 Jahre alt, verheiratet und habe zwei wunderbare Kinder im Alter von 10 und 12. Ich bin seit 2010 bei Dimensional, da ich mich stark mit der langfristigen Investmentphilosophie des Unternehmens identifizieren kann. Auch hat mich die Art angesprochen, wie wir mit Finanzberatern zusammenarbeiten, um sie dabei zu unterstützen, Kunden eine erfolgreiche Investmenterfahrung zu bieten.

Was tust Du sonst so in Deiner Freizeit?

Ich reise geschäftlich sehr viel und bin damit viel von der Familie weg. Die Zeit, die ich in Berlin verbringe, gehört meiner Familie. Wir spielen Tennis, gehen im Winter unglaublich gerne zum Skifahren. Außerdem lese ich viel, 35 – 40 Bücher im Jahr.

Du sagst, dass dich Dimensionals langfristige Investmentphilosophie angesprochen hat – kannst du uns darüber ein bisschen mehr erzählen?

Die Ergebnisse jahrzehntelanger Finanzforschung haben gezeigt, dass Finanzmärkte Informationen effektiv in Wertpapierpreise integrieren. Unsere Investmentteams nutzen diese Informationen in den Preisen gemeinsam mit weiteren Unternehmensdaten, um jene Wertpapiere zu identifizieren, die auch zu höheren erwarteten Renditen führen.  Wir schaffen daher Mehrwert, indem wir eine Balance herstellen zwischen Diversifikation, Risiken, Kosten und anderen Faktoren, die einen Einfluss auf die Wertentwicklung haben.

Wir verwenden einen systematischen Ansatz für die Wertpapierauswahl und den -handel und vermeiden es, bei der Identifikation von höheren erwarteten Renditen durch die bloße Aufrechterhaltung eines geringen Tracking Errors eingeschränkt zu werden. Dadurch verbinden wir das Beste von aktiven Fonds und Indexfonds mit unserer langjährigen und kompetenten Erfahrung in der Implementation. Wir können als darauf abzielen, herkömmliche Indizes und auch jene Investmentfonds, die diese Indizes abbilden, zu übertreffen.

Welche Veränderungen vollziehen sich momentan in der Vermögensverwaltungsbranche weltweit?

Anlegern sind die beiden gegensätzlichen Konzepte von aktiven und passiven Investmentstrategien gewöhnt. Mittlerweile gibt es jedoch ein breites Spektrum an Möglichkeiten zwischen diesen beiden Ansätzen, die weder vollkommen aktiv noch vollkommen passiv sind. Diese Multiplikation unterschiedlicher Investmentmodelle kann oftmals verwirrend sein, vor allem da es keine einheitlichen Definitionen gibt und viele Modelle sehr hohe komplex sind. Wir sind überzeugt davon, dass der Erfolg eines Investments nicht damit zusammenhängt, das komplexeste Modell zu entwickelt. Vielmehr kommt es darauf an, das beste Ergebnis auf möglichst einfache Weise zu erreichen.

Was machst Du hinsichtlich Deiner eigenen Geldanlage?

Ich nutze ausschließlich global diversifizierte, kosteneffiziente Portfolios, wie diese auch von vaamo angeboten werden. Zum Einsatz kommen natürlich Dimensional Fonds.