Experten meinen. Interview mit Hartmut Petersmann, Gründer des Petersmann Instituts für den unabhängigen Finanzberater

HP_F3404_klKannst Du Dich unseren Lesern kurz vorstellen?

Mein Name ist Hartmut Petersmann und ich habe das „Petersmann Institut für den unabhängigen Finanzberater“ gegründet. Wir sind der Meinung, dass der höchste Anspruch an die Finanzberatung gerade mal gut genug ist, dem Kunden dienen zu dürfen. Unsere Mitglieder verstehen sich als Anwalt ihrer Kunden in Sachen Finanzen, sind unabhängig, professionell und erfahren. Am Ende des Tages ist das Ergebnis für den Kunden aber nur so gut, wie es die Produktvehikel hergeben. Darum kommt der Produktprüfung eine besondere Bedeutung zu. Aus dieser Überzeugung heraus, sind wir auch auf die Idee gekommen, die Studie zu den Transaktionskosten in Fonds anzufertigen. In sieben verschiedenen Kompetenzzentren unseres Instituts erarbeiten wir für jede wichtige Asset-Klasse und IFA-Belange ähnliche Ideen. In meinem unmittelbaren Vorleben war ich Partner bei einer Privatbank.

Bitte fasse für unsere Leser die wesentliche Erkenntnis Ihres aktuellen Reports in 2-3 Sätzen zusammen.

Gutgläubige Anleger gehen beim Kauf eines Fonds davon aus, dass die angegebene Gesamtkostenquote (TER) ihrer Bezeichnung gerecht wird. Unsere Analysen über die letzten Jahre von mehr als tausend Fonds hat ergeben, dass die in der  TER NICHT enthaltenen Transaktionskosten mitunter überraschend hoch sind und somit die Rendite der Anleger teilweise erheblich schmälert.

Das sieht ja nach vielen Stunden intensiver Analysearbeit aus. Wie aufwendig waren diese Auswertungen?

Für einen Anleger ist es fast unmöglich, sich die hierzu erforderlichen Daten zu beschaffen und aussagefähig zu berechnen. Wir haben uns hierzu eine relativ standardisierte Systematik ausgedacht, mit welcher wir viele Fonds beobachten und analysieren können. Aber Sie haben recht. Bis es soweit war, mussten wir viel Arbeit und Zeit aufwenden.

Du hast die Studie bereits zum dritten Mal durchgeführt. Siehst Du über Zeit Veränderungen?

Nein. Auffällige Anbieter blieben auffällig. Günstige Anbieter blieben günstig. Die auffälligen Anbieter selbst reden sich häufig mit „Ausrutscher“ oder „marktabhängig bzw. ansatzabhängig“ heraus. Unsere Analyse lässt eher die Schlussfolgerung zu, dass es sich eher um „Hauspolitik“ handelt. Diese gilt es bei der Fondsselektion herauszufinden.

Die Ergebnisse sind gerade für die großen Fondsgesellschaften schon fast skandalös. Wie reagieren Presse und Verbraucherschützer auf diese Ergebnisse? Haben sich die großen Fondsgesellschaften schon bei Dir gemeldet? 

Skandalöser als die Ergebnisse selbst ist unseres Erachtens der Umgang mit diesen Erkenntnissen. Wir hätten statt „Schulterzucken“ und Ignoranz mehr aktive Reaktionen in der Praxis im Sinne eines weiteren Selektionskriteriums oder Mitbewerberbeobachtung erwartet. Die Presse hat hier und dort natürlich reagiert, betreibt aber häufig eher eine „klientelbezogene“ Berichterstattung. Und: Ja. Manche Häuser beobachten unsere Ergebnisse sehr ernsthaft.

Welche Handlungsempfehlungen leitest Du für Deine Kunden daraus ab? Wie sollen sich Anleger verhalten?

Ganz einfach: Der Anbietende sollte schlicht darauf aufmerksam machen, dass wirklich die Gesamtkosten im Auswahlprozess eine Rolle gespielt haben und zum Auswahlergebnis beigetragen haben. So kann sich der Anleger sicher sein, dass auch dieser Punkt gewürdigt wurde. „Geiz ist zwar geil“, jedoch sind die Kosten alleine auch nicht das Maß aller Dinge.

Was machst Du hinsichtlich Deiner eigenen Geldanlage?

Mein Vermögen ist gut über die wichtigsten Asset-Klassen verteilt, wird von Profis nach den gemeinsam erarbeiteten Rahmenbedingungen verwaltet und:  Das Wichtigste: Ich vertraue und erwarte keine Zauberkunst. So sollte es sein.

Kosten aktiver Fonds noch höher als weithin angenommen

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Eine der wichtigsten Regeln der erfolgreichen Geldanlage lautet „Kosten niedrig halten“ (https://www.vaamo.de/wissenschaft.html). Nur so ist sichergestellt, dass der überwiegende Teil der erzielten Rendite auch tatsächlich beim Anleger ankommt.

Um die Kosten niedrig zu halten, werden – so auch bei vaamo – am besten passive ETFs oder Indexfonds eingesetzt. Die Kosten liegen hier mit 0,2-0,6% pro Jahr deutlich unter denen aktiv verwalteter Fonds der großen Fondsgesellschaften. Dort liegen die ausgewiesenen Kosten in der Regel bei 1,5-2,0%, also mindestens 3-4 Mal so hoch. Als ob das nicht schon genug wäre, legt jetzt eine aktuelle Studie des Petersmann Instituts (http://www.petersmann-institut.de) offen, dass die tatsächlichen Kosten der aktiven Fonds meist noch deutlich höher liegen als offiziell angegeben. Dort sind nämlich die fondsinternen Transaktionskosten nicht reflektiert. Um die tatsächlichen Kosten herauszufinden hat das Petersmann Institut sich die Geschäftsberichte der großen Publikumsfonds im Detail angesehen. Das schockierende Ergebnis: nicht wenige Fonds erreichen eine Gesamtkostenquote von über 2,5%, manche sogar deutlich über 3%. Diese Ergebnisse verwundern selbst Fachleute. Damit fressen die Kosten des Fonds einen großen Teil der Erträge wieder auf. Welche Auswirkungen diese Kosten auf die langfristige Performance haben, zeigt folgendes einfaches Rechenbeispiel:

Bei einer angenommenen Rendite von 6% p.a. ohne Kosten würde sich das eingesetzte Kapital in Abhängigkeit von den Kosten jeweils im folgenden Zeitraum ungefähr verdoppeln:

ohne Kosten: 12 Jahre
bei 0,5% Kosten (ETFs/Indexfonds): 13 Jahre
aktiver Fonds mit 1,5% Kosten: 16 Jahre
aktiver Fonds mit 3,0% Kosten: 24 Jahre

Während sich das Kapital innerhalb von 24 Jahren bei einem Fonds mit Gesamtkosten von 3% verdoppelt, hat es sich bei einem günstigen ETF bereits fast vervierfacht! Es lohnt sich also bei den Kosten ganz genau hinzuschauen oder gleich auf günstige ETF-Lösungen zu setzen!

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Vermittler, einem Berater und einem Vermögensverwalter?

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Am 30. November hat vaamo den Erhalt der Lizenz als Vermögensverwalter bekannt gegeben. Doch was sind die Unterschiede zwischen einem Vermittler, Berater und Vermögensverwalter? Diese Frage möchten wir Dir hiermit beantworten.

Übergeordnet definieren die drei Bezeichnungen Unterschiede in den angebotenen Finanzdienstleistungen, den gesetzlichen Pflichten, sowie den Zulassungsvoraussetzungen.

Der Vermittler übermittelt einen konkreten Auftrag seines Kunden an die ausführende Bank. Auf Basis Deiner eigenen Entscheidung kannst Du bei Deinem Vermittler ein Finanzprodukt anfragen. Der Vermittler kann Dir weitere Informationen zum Anlageprodukt geben, allerdings nicht prüfen, ob das Produkt Deinen persönlichen und finanziellen Umständen, Deiner Erfahrung, als auch Deinen Anlagezielen entspricht. Nachdem Du das Anlageprodukt erworben hast, ist ein Vermittler auch nicht verpflichtet, die Entwicklung dieses Produktes oder Deines Portfolios zu überwachen. Ob eine BaFin-Lizenz erforderlich ist, hängt von der Art der vermittelten Finanzinstrumente ab.

Der Anlageberater hingegen empfiehlt ein konkretes Anlageprodukt. Im Rahmen der Anlageberatung prüft er, ob ein Produkt für Dich geeignet ist und die einhergehenden Risiken auch für Dich tragbar sind. Die Entscheidung als auch der Erwerb des Produktes liegen aber letztendlich in der Hand des Kunden. Insbesondere nach den bald in Kraft tretenden MiFID2-Regeln, ist der Berater aber angehalten die Geeignetheit der empfohlenen Finanzinstrumente regelmäßig zu beurteilen. Ob eine BaFin-Lizenz erforderlich ist, hängt von der Art der empfohlenen Finanzinstrumente ab.

Ein Vermögensverwalter bietet die Dienstleistung des Portfoliomanagements an. Der Kunde erteilt dem Vermögensverwalter dabei eine Dispositionsvollmacht für das Kunden-Depot. Mit diesem Mandat darf der Vermögensverwalter entsprechend vereinbarter Anlagerichtlinien Anlageprodukte für das Kunden-Portfolio kaufen und verkaufen, allerdings keine Vermögensüberträge oder Überweisungen tätigen. Um die Eignung für die spezielle Dienstleistung der Vermögensverwaltung festzustellen und ganz im Sinne der Kunden-Portfolio-Entwicklung handeln zu können, ist der Vermögensverwalter verpflichtet, umfassende Informationen über die persönlichen Umstände, Kenntnisse und Erfahrungen zu Wertpapieren, finanzielle Verhältnisse, als auch Anlageziele des Kunden, einzuholen. Darüber hinaus ist der Vermögensverwalter verpflichtet, die Entwicklung des Portfolios ständig zu überwachen.

Unser Ziel ist es, Dir beim Thema Geldanlage eine professionelle Anlagelösung zu bieten und dabei den Zugang so einfach wie möglich zu gestalten. Wir wollen Dich vor allem von allen lästigen und zeitraubenden Aktivitäten der Anlage und der Überwachung befreien. Wir glauben, dass wir diesem Ziel mit dem Schritt vom Vermittler zum Vermögensverwalter noch etwas nähergekommen sind.  Dadurch können wir nicht nur eine individuelle Anlagestrategie erstellen und empfehlen, sondern auch laufend in den Portfolien Fonds austauschen und ein individuelles Rebalancing vornehmen.

Wie geht man Geldanlage langfristig strategisch sinnvoll an?

Gerade in der heutigen Zeit mit zunehmender Unsicherheit, wie beispielsweise durch die überraschende Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten und niedrigen Zinsen, gewinnt eine strategisch sinnvolle Herangehensweise an die Kapitalbildung und -sicherung noch mehr an Bedeutung.

Veranschaulicht werden kann ein guter strategischer Ansatz bei der Kapitalanlage am Beispiel Fußball. Viele kennen den Spruch: „Fußball ist ein Spiel, bei dem 22 Spieler hinter einem Ball herjagen und am Ende gewinnt immer Deutschland.“  Dieser Satz stammt noch aus einer Zeit, als das deutsche Nationalteam nicht gerade für Zauberfußball berüchtigt war, sondern vor allem für Effizienz. Während in Nationalteams anderer Länder häufig einzelne Spielmacher herausragten, war es in Deutschland häufig das Team, das gut harmoniert und strategisch agiert. Diese Strategie brachte die deutsche Nationalelf in der ewigen Tabelle der Fußball-Weltmeisterschaften auf den zweiten Rang.

Dieses Erfolgsrezept lässt sich gut auch auf die eigene Anlagestrategie übertragen und erklärt in Grundzügen, wie eine strategisch sinnvolle Geldanlage angegangen werden kann. Ein wichtiges Stichwort lautet: Diversifikation. Selbstverständlich kann mit der Schwerpunktbildung auf einen „Spieler“ oder Wert eine Überperformance erreicht werden. Allerdings entsteht dadurch auch ein größeres Risiko. Warum? Weil ein „Spieler“ schnell auch ausfallen kann und damit dann das gesamte „Spiel“ gefährdet wird. Genauso verhält es sich bei der Geldanlage.

Ein Beispiel: Die Präsidentschaftswahl des Donald Trump hat beispielsweise den Höhenflug der Tech-Werte wie Amazon, Apple und Facebook unterbrochen, da das Silicon Valley gegen Trump war und dieser auch nicht gerade als Tech-Fan bekannt ist. Demgegenüber reagierten Kurse der Old Economy im Dow Jones positiv aufgrund der Spekulationen über massive Infrastruktur-Maßnahmen. Berücksichtige der Anleger in seinem Portfolio nur Tech-Werte, erzielte er hohe Verluste. In dem Moment, wo er seine Kapitalstrategie breit aufstellt, können Verluste viel besser durch andere Werte – wie in diesem Fall beispielsweise Dow Jones-Werte – ausgeglichen werden. Denn das „Team“ aus verschiedenen Werten, die jeweils eigene „Stärken“ aufweisen und unterschiedlich auf Ereignisse reagieren, fängt Verluste nicht nur auf, sondern verhilft zu einer konstant guten Performance.

Der zweite, ebenso wichtige Bestandteil einer strategischen Kapitalanlage ist die Langfristigkeit. Immer wieder passieren weltweit Ereignisse, die kurzfristig die Märkte schwanken lassen. Wer dann in Panik verfällt und entgegen seiner Strategie handelt, läuft mit voller Wucht in die fallenden Kurse und verzeichnet meist hohe Verluste. Statistiken belegen, dass sich die Märkte langfristig immer wieder erholen und Verluste mit der Zeit ausgeglichen werden und am Ende Rendite erzielt werden kann.

Ein langfristiger und diversifizierter Ansatz wie Du sie bei Deinen vaamo-Portfolien vorfindest, lässt Dein Kapital keine zauberhaften Renditensprünge vorführen. Aber Du kannst Dir sicher sein, dass diese Strategie Dich langfristig an Dein Ziel führen wird. Und Deine Nerven werden dabei definitiv geschont.

Kunden fragen, vaamo antwortet

Warum macht es Sinn, bei niedrigen Zinssätzen in Anleihenfonds zu investieren?

In einem Niedrigzinsumfeld, wie wir es aktuell erleben, ist es noch schwieriger das beste Mittelmaß zwischen Rendite und Risiko zu finden, als es unter „normalen“ Umständen schon der Fall wäre. Anleihefonds bieten hierzu eine gute Alternative.

Bereits seit Jahren befinden wir uns in einem historisch niedrigen Zinsumfeld. Selbst Negativzinsen und sogar „Strafzahlungen“ auf Einlagen werden mehr und mehr zur neuen Normalität. Wer da sein Geld bei der Bank oder als Festgeld verwahrt, verliert unterm Strich meist nicht erst durch die Inflation. Was als Privatperson allerdings geblieben ist, ist das Bedürfnis oder die Notwendigkeit, für größere Anschaffungen oder für die Zeit nach der Erwerbstätigkeit, ein Polster anzusparen. Im Punkto Rente nimmt sie aufgrund der demographischen Entwicklungen eher sogar zu.

Als Kapitalanleger um die Jahrtausendwende ihr Geld sicher, aber trotzdem mit einer ordentlichen Verzinsung, anlegen wollten, fanden sie in Bundesanleihen eine einfache und gute Möglichkeit. Wer damals eine zehnjährige Anleihe kaufte, konnte sich über mehr als 4 Prozent Rendite freuen. Heutzutage sind die augenscheinlichen Alternativen stark begrenzt. Eine Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit bringt aktuell nur 0,05% Zinsen im Jahr. Das deckt nicht einmal die Inflation. Eine Alternative bieten Anleihefonds, in denen Fondsmanager in viele verschiedene Staats- und Unternehmensanleihen investieren. Durch eine Streuung über verschiedene Länder, Branchen, Laufzeiten und Währungen, wird die Rendite nicht nur erhöht, sondern gleichzeitig das Risiko gegenüber einem Einzelinvestment gesenkt.

Ein zusätzlicher Aspekt, von dem Anleihen in einem Umfeld fallender Zinsen, wie wir sie seit dem Finanzcrash erlebt haben, profitieren, ist deren Wertgewinn. Das liegt daran, dass Anleihetitel an den Börsen im Wert schwanken. Allgemein nicht so stark wie bei Aktien zwar, aber abhängig von der allgemeinen Zinsentwicklung und natürlich von der Kreditwürdigkeit des Staates oder Unternehmens, durchaus merklich. Fällt das allgemeine Zinsniveau, dann gewinnen Anleihetitel, die noch die hohe Verzinsung „aus besseren Zeiten“ aufweisen, an Wert. Natürlich wirkt dieser Effekt auch in die Gegenrichtung bei steigenden Zinsniveaus. Entsprechend ist es wichtig, die gesamte Anlage im Kapitalmarkt gut zu strukturieren und zu diversifizieren.

Die Anleihefonds der Dimensional-Fonds, die in Deinem vaamo-Portfolio enthalten sind, investieren in mehreren Tausenden Titeln aus Industrieländern mit durchschnittlichen Restlaufzeiten von bis zu fünf bzw. einem Jahr. Eine Diversifikation und ein Zugang zu verschiedensten Märkten, die als Privatanleger kaum realisierbar ist.

Mit der Gewichtung in Anleihen, wird der Werterhalt Deines Geldes innerhalb dieses schwierigen Marktumfeldes gesichert. Die Beimischung von Aktien soll schließlich für das Plus an Rendite sorgen. Einen Überblick über die Gewichtung in Anleihen und Aktien der der verschiedenen vaamo-Portfolien findest Du hier.

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Zuletzt häufen sich wieder die Schlagzeilen, die einen großen Crash an den Börsen aufziehen sehen. Wie gehe ich mit solchen Medienberichten um? Soll ich mich auf Börsengurus verlassen? Dieser Artikel soll Dir helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, denn seine Anlage-Entscheidungen nach den Medien und Börsengurus zu orientieren, war und bleibt keine gute Wahl. Eine nachhaltige und diversifizierte Investmentstrategie schont die Nerven und die Performance.

Crash-Propheten haben eigentlich immer Konjunktur, insbesondere aber, wenn die Aktien-Kurse in Richtung neuer Hochs schnellen. Insbesondere in Deutschland stoßen Untergangsszenarien immer wieder auf fruchtbaren Boden. Als Crash-Propheten tun sich dabei nicht nur schillernde Persönlichkeiten hervor, sondern auch gestandene Ökonomen. Ob „Dr. Doom“ Noruiel Rubini, Marc Faber, Max Otte und selbst der ehemalige US-Notenbankpräsident Alan Greenspan, sie alle warten seit Jahren auf das Ende des Euro, den großen Crash am Markt, die große Krise, die Hyperinflation.

Hätte man sich als Anleger verunsichern lassen, hätte man neue Allzeithochs an den Börsen nicht erlebt, sondern stattdessen mit jeder Nachricht aus Griechenland, zum Brexit-Referendum oder auch geopolitischen Konflikten, seine Positionen verkauft, nur um nach einer allgemeinen Verunsicherung wenige Wochen später die Kurse noch höher steigen zu sehen. Dann wieder einzusteigen kostet viel Performance, Gebühren und Nerven.

Viele Anleger sehnen sich nach einer einfachen Erklärung der immer komplexer werdenden Finanzwelt. Rekordhochs am Aktienmarkt trotz einer scheinbar schwachen Konjunktur? Das kann doch nicht gut gehen, denkt sich der Anleger, und sucht nach einer simplen Lösung. Die Ankündigung eines bevorstehenden Crashs wirkt auf viele dann fast schon wieder beruhigend. Doch so funktioniert die Börse nicht. Die Liquidität der zahllosen Kleinanleger, Großinvestoren, Pensionsfonds ist stets auf der Suche nach der bestmöglichen Rendite. Im aktuellen Niedrigzins-Umfeld sind Aktien, aber auch Staats- und Unternehmensanleihen, einfach noch attraktiver als sonst. Gleichzeitig sind Unternehmen nicht statisch, sondern steigern ihren Wert durch Wachstum und Gewinne. So befinden sich die Kurse trotz der Allzeithochs, beispielsweise der US-Leitbörsen, nicht einmal in exzessivem Terrain. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) beim Dow Jones lag zuletzt bei 20,8. Bei einem Durchschnittswert der letzten 30-Jahre von 25 erscheinen die Aktien also von dieser Warte weiterhin günstig. Dasselbe gilt für den DAX, der mit einem KGV von knapp 13,6 noch viel Spielraum zu seinem 30-Jahres-Durchschnitt von 19 aufweist.

Aber auch die Medien, die eigentlich für etwas mehr Gelassenheit und Rationalität sorgen sollten, wirken allzu oft trendverstärkend, wenn bei Kurs-Abgaben plötzlich alles besonders schlecht ist oder genau zur größten Börsen-Euphorie gerade die teuersten Aktien empfohlen werden. Das liegt natürlich auch am Konsumenten, der stärker auf reißerische Themen anspringt oder seine Ängste bestätigt wissen will und damit für die große Auflage sorgt.

Tatsache ist, dass niemand die Börsen-Entwicklung prognostizieren kann. Deshalb investiert vaamo auch nur in passive Fonds. Laut einer MorningsStar-Untersuchung schafften es nur 10% der aktiven Fondsmanager nach Kosten über 3, 5 oder 10 Jahre den Weltaktienindex MSCI World zu schlagen. Tatsache ist auch, dass Kurse über die Zeit, durchaus auch einmal stärker schwanken. Für den Anleger kann das aber sogar positiv sein, denn dann können Unternehmensanteile wieder günstiger erworben werden. Das ist auch der Grund warum sich ein monatlicher Sparplan besonders anbietet: In schwachen Phasen können für den gleichen Betrag mehr Wertpapiere gekauft werden. Erwiesen ist nämlich auch, dass Aktien langfristig die beste Rendite aufweisen.

Wenn also wieder einmal die Untergangsszenarien Hoch-Konjunktur haben oder neue Aktien-Höchststände Titelthema aller Medien sind, vielleicht wählst Du als Lektüre dann lieber ein gutes Buch und gönnst Dir einen schönen Wein. Mit einem vaamo-Sparplan nutzt Du die verschiedenen Phasen an der Börse optimal aus und sparst Dir dabei Gebühren und Nerven.

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Welche Ziele verfolgen die Notenbanken mit ihrer Niedrigzinspolitik? Und welche Auswirkungen hat das für uns als Anleger?

Grundsätzlich haben alle Notenbanken die gleiche Aufgabe: Sie kontrollieren die Geldmenge der Währung, für die sie jeweils zuständig sind. Bildlich gesprochen sind Notenbanken quasi das Herz eines Währungsraumes. Wieviel und mit welchem Druck das Geld in den Adern dieses Währungsraumes zirkuliert, regulieren Notenbanken über die Höhe des Zinses, den Banken zahlen müssen, wenn sie sich bei der Notenbank Geld leihen, um es an Unternehmen und Konsumenten weiter zu verleihen. Die Zinssenkungen der Notenbanken sollen dazu führen, dass mehr Geld für Konsum und Investitionen geliehen wird. Ziele sind dabei ein höheres Wirtschaftswachstum und mehr Inflation.

Soweit zur Theorie.

In der Praxis ging die Rechnung der Notenbanken bisher nur zum Teil auf. Zwar haben beispielsweise die Bank of Japan (BoJ), die Federal Reserve (Fed) in den USA und die Europäische Zentralbank (EZB) in den vergangenen Jahren die Zinsen auf oder sogar unter die Nulllinie gesenkt, um die Wirtschaft zu stimulieren. Doch der Geldeinsatz steht in keinem Verhältnis zur Wirkung: In den Industrienationen wachsen seit Jahren die Schuldenberge deutlich schneller als die Wirtschaftsleistung. Es wird also immer schwieriger, die Zinsen wieder anzuheben, ohne die Konjunktur komplett abzuwürgen. Gleichzeitig lahmt die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen, die sich trotz niedriger Zinsen mit Investitionen zurückhalten – gerade deshalb, weil sie ein Erlahmen der Konjunktur befürchten und ihre eigene Verschuldung nicht unnötig hochtreiben wollen. Immer mehr Investitionen werden deshalb mit Eigenmitteln finanziert und nicht mit Krediten. Diese wurden in den USA insbesondere von großen Konzernen eher dazu genutzt, um eigene Aktien zurückzukaufen. Auch Hedgefonds und andere institutionelle Investoren nutzten die niedrigen Zinsen eher für Investitionen in den Aktienmarkt. Das billige Zentralbankgeld floss dort also nicht wie erhofft in erster Linie in den Wirtschaftskreislauf mit Investitionen, mehr Beschäftigung, mehr Konsum, steigenden Preisen und höheren Löhnen, sondern sorgt seit Jahren für einen Boom am Aktienmarkt.

Deshalb haben die Notenbanken weitere Maßnahmen ergriffen. Sie treten seit einiger Zeit auch als Käufer von Staatsanleihen am Markt auf. Die EZB kauft sogar Unternehmensanleihen. Diese Kaufprogramme sind so massiv, dass mittlerweile deutliche Marktverzerrungen festzustellen sind. So sind die Preise aufgrund der Kaufprogramme der Notenbanken so stark gestiegen, dass rund 70 Prozent der Staatsanleihen aus den Industrieländern nur noch negative Renditen abwerfen – falls sie überhaupt am Markt gehandelt werden und nicht schon längst in der Bilanz einer Notenbank verschwunden sind.

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung eine große Herausforderung. Sie müssen sich weltweit immer intensiver nach rentablen Anleihen umsehen. Dem Aktienmarkt verschafft diese Entwicklung weiteren Auftrieb. Sie bleiben im Niedrigzinsumfeld die aussichtsreichste Anlagealternative. Für Aktien sprechen die vergleichsweise hohen durchschnittlichen Dividendenrenditen und die Aussicht auf weitere Kursgewinne. Die Hoffnung darauf ist auf jeden Fall begründet: Es gibt für Anleger derzeit einfach wenig gute Argumente dafür, Aktien zu verkaufen und das dadurch frei gewordene Geld in eine andere Anlageklasse umzuschichten. Denn auch die Preise von Sachwerten wie Immobilien, Kunst oder Oldtimern sind in den vergangenen Jahren teilweise massiv in die Höhe geschossen.

Als Anleger sollte man diese Entwicklung gut im Auge behalten – und gleichzeitig Ruhe bewahren. Seit Wertpapiere an den Börsen gehandelt werden, gab es immer wieder Übertreibungen in die eine oder andere Richtung. Geblieben ist die Erkenntnis, dass regelmäßiges Wertpapiersparen mit einer  gesunden Kombination aus Anleihen, die stetig Erträge liefern und Aktien, die Dividenden und Kurssteigerungen versprechen, der Königsweg für langfristigen Erfolg an der Börse ist. Eine breite Diversifikation sollte dabei selbstverständlich sein. Genau deshalb bietet vaamo Anlegern die Wahl aus drei verschiedenen Anlagestrategien, die eines vereint: eine breite Streuung und seit der Auswahl für vaamo-Portfolien vor ca. zwei Jahren eine gesunde positive Entwicklung.